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Teltow-Fläming Jüterbog – die kleine Schweiz des Mittelalters
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog – die kleine Schweiz des Mittelalters
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18:10 01.05.2016
Frank Göse beschrieb bei der Tetzel-Tagung seine Geburtstadt Jüterbog um 1500. Quelle: Victoria Barnack
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Jüterbog

Überdurchschnittlich viele Wissenschaftler befanden sich am Wochenende in Jüterbog. Die Tetzel-Tagung hatte Reformations- und Geschichtsexperten in die Stadt gelockt, die für ihre mittelalterliche Historie bekannt ist. Einem von ihnen waren die Jüterboger Gassen und Gemäuern sogar besonders gut bekannt. Geschichtsprofessor Frank Göse hielt nicht nur den Abendvortrag am Freitag in der Nikolaikirche, sondern er stammt auch aus Jüterbog – und er bewies, dass sich Wissenschaftlichkeit und Lokalpatriotismus nicht ausschließen.

„Inzwischen bin ich leider nicht mehr so oft hier“, erzählte der 58-jährige Dozent, der mittlerweile in Potsdam lebt und lehrt. „Deswegen bin ich heute auch ganz bewusst vom Bahnhof in die Stadt gelaufen“, sagte Frank Göse weiter. Die Veränderungen fallen ihm bei seinen sporadischen Besuchen in Jüterbog so am schnellsten auf. Vom aktuellen Geschehen in der Brandenburgischen Kleinstadt erfährt er sonst nur noch, wenn er zufällig Jüterboger Studenten in seinem Hörsaal hat.

Göses Blick auf die Blütejahre seiner Geburtsstadt

Das Thema seines Abendvortrages war die Stadt im späten Mittelalter. „Jüterbog um 1500“ erklärte Göse den Besuchern und ging dabei einerseits auf religiöse Aspekte ein, andererseits erläuterte er die Stellung Jüterbogs im Vergleich zu seinen Nachbarn und auf Landesebene. Immerhin ist Göse der einzige aktive Dozent für die märkische Landesgeschichte in Brandenburg und Berlin.

„Diese Zeit ist eine besonders interessant erscheinende Phase der Geschichte meiner Geburtsstadt“, führte der Professor in seinen Vortrag ein. Der Status als Magdeburger Exklave und die seltene Anwesenheit des zuständigen Bischofs stellten ganz besondere Umstände dar. Nicht nur die mittlerweile wieder bekannten Fürstentage wurden deshalb gern auf dem „neutralen Boden“ von Jüterbog abgehalten. Auch als später durch eine Verwaltungsreform des Heiligen Römischen Reiches die sogenannten Reichskreise eingeführt wurden, diente die Stadt als oft als Ort für Verhandlungen. „So konnten konfessionspolitische Themen besprochen werden“, sagte Göse und verwies wieder auf die Bedeutung als Stadt, in der der Mönch und Ablasshändler Johann Tetzel wirkte. „Im benachbarten Sachsen durften sich Tetzel nämlich gar nicht aufhalten“, erklärte er.

Vor 500 Jahren war Jüterbog viel bedeutender als Luckenwalde

„Außerdem hatte Jüterbog wenig Konkurrenz“, erklärte Göse und ging – recht lokalpatriotisch- auf die Rivalität zu Luckenwalde ein. Im Bierkrieg sei es zwischen den beiden Städten nämlich heiß hergegangen. „Jüterbog hatte bereits um 1500 drei Markttage. Luckenwalde bemühte sich um einen“, berichtete Göse.

Dass ihn die mittelalterliche Geschichte seiner Geburtsstadt geprägt hat, leugnet Frank Göse nicht. Neben der Eisenbahn gehörte die Geschichte schon früh zu seinen großen Leidenschaften. Seine erste Abschlussarbeit hatte Göse sogar noch zu einem mittelalterlichen Thema geschrieben. „Erst in Potsdam bin ich dann zur Neuzeit gewechselt“, erklärte er.

Von Victoria Barnack

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