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Jüterbog feiert mittelalterliches Stadtfest

Impressionen vom Fürstentag Jüterbog feiert mittelalterliches Stadtfest

Erneut erwies sich der Jüterboger Fürstentag als Besuchermagnet. Von Sonnabendmittag bis spät in die Nacht waren der Marktplatz und die Plätze und Gassen in der Altstadt bevölkert. Das Bühnenprogramm, die offenen Höfe, die Präsentation der Wirtschaftsunternehmen und das geöffnete Kulturquartier Mönchenkloster boten für jeden Gast tute Unterhaltung.

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Von Mittag bis spät in die Nacht war der Jüterboger Marktplatz dicht bevölkert.

Quelle: Martina Burghardt

Jüterbog. Die Fürsten ziehen ein und das Volk jubelt! Der Obersächsische Reichskreistag in Jüterbog im Jahre 1605 bot am Sonnabend den historischen Hintergrund für das diesjährige Stadtfest, das alljährlich vom Heimatverein Jüterboger Land organisiert wird. Hofknicks und Handkuss, Grußworte und Geschenke, allerlei Unterhaltung fürs einfache Volk, während die hohen Herrschaften tagen und tafeln – im Ganzen eine bunte Mischung, die vor allem für beste Unterhaltung sorgte.

Nach dem Einzug der Fürsten, Herzöge und Herrschaften – darunter mehrere Bürgermeister und Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) –, begleitet von der Stadtwache Salzwedel und wackeren Rittern durch das von der Jüterboger Stadtwache bestens gesicherte Zinnaer Tor und der Begrüßung auf dem Marktplatz mit standesgemäßem Salut der Jüterboger Schützengilde begann das bis zum Abend dauernde Bühnenprogramm. Der Markt und die Plätze rundherum, die Innenhöfe und die Gassen waren bis in die Nacht von Menschen bevölkert.

Bürgermeister Arne Raue (parteilos), wie gewohnt zu diesem Anlass in historischem Gewand, nahm die Gäste in Empfang und sparte nicht mit lobenden Worten für das ehrenamtliche Engagement des Heimatvereins und der Stadtwache. Der Sitzungssaal des Rathauses, mittelalterlich dekoriert, blieb während der „Tagung“ und auch danach dem einfachen Volk nicht verschlossen.

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Großartige Stimmung herrschte beim Fürstentag in Jüterbog. Fürsten und Herzöge, Ritter und edle Damen, Wachleute und Fußvolk zogen in die Stadt, um mit dem Volk zu feiern. Das Programm vor dem Rathaus, die offenen Höfe, viel Musik und Handwerkervorführungen sorgten für beste Unterhaltung. Hier zeigen wir die schönsten Impressionen.

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Viele Stadtfestbesucher nutzten an diesem Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, einen Blick in den Saal und auch in das Fürstenzimmer, die Amtsstube des Jüterboger Bürgermeisters, zu werfen. Mit der Verkündigung des Vergleichs, der 1605 auf dem Obersächsischen Reichskreistag getroffen wurde, bekamen aufmerksame Zuhörer gleich noch ein wenig Geschichtswissen mit auf den Weg. Dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Rudolf II. , wurde nämlich die Unterstützung bei der „Abwehr der Türken“ und eine Beendigung der untereinander herrschenden territorialen Streitigkeiten versichert. Gefordert wurde die Einhaltung des „Ewigen Landfriedens“, der auf dem Reichstag zu Worms 1495 beschlossen worden war.

Auch die „Nachfahren“ der Adligen nahmen ihre Aufgabe sehr ernst. Sie mischten sich unters Volk, ließen sich feiern, fotografieren und die Speisen an der Tafel vor dem Marktplatz vor aller Augen munden. Moderator Rainer Falkenberg, der durch das Programm führte, erläuterte derweil die Tischsitten und behauptete, schmatzen, schlürfen und rülpsen sei nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Beschwerden gingen deswegen wohl nicht ein.

Im Gegenteil, die gute Laune der Organisatoren, der beteiligten Händler, Handwerker, Gastwirte, Bäcker und Hofbesitzer übertrug sich auf die Gäste. Die Plätze vor der Bühne waren begehrt. Bejubelt wurden nicht nur die Rabenbrüder, sondern auch die tanzenden Kinder, die Trachtenfrauen, die Akrobaten, Feuerkünstler und Trommler. Spät wurde noch die Reichsfürstin Halaszka Eufemia von Radziwill zu Litauen und Kiew mit ihren Hofdamen willkommen geheißen. Gemeinsam gaben sie als Raduga-Chor ein Ständchen.

Lange Nacht im Kloster

Inzwischen fest verbunden mit dem Jüterboger Fürstentag ist die Lange Nacht im Mönchenkloster. Die Touristeninformation blieb am Sonnabend fast bis Mitternacht geöffnet. Auch im Stadtmuseum wurde das Tagesgeschäft bis in die Nacht verlängert.

Klostermodell mit Spendensteinen

Klostermodell mit Spendensteinen.

Quelle: Victoria Barnack

Extra für die Lange Nacht wurde das Modell des Museums aus Kloster Zinna in die Fürstenstadt gebracht. Mit einer Spende von fünf Euro konnten sich die Besucher dort symbolisch verewigen. Denn im Gegenzug zur Spende gab es einen Miniaturbackstein, der im Modell positioniert wird. „Außerdem wird es ab nächster Woche eine Liste mit den Namen aller Spender im Internet geben“, sagte Museumsleiter Norbert Jannek.

Musikalische Unterhaltung bot am Abend die Gruppe „Spiel-Holz“ mit Dudelsack und Gitarre. Begehrt war auch wieder die Taschenlampenführung durch die alten Gemäuer. Den Abschluss der Langen Nacht im Mönchenkloster bildete kurz vor Mitternacht die letzte Mittelalter-Stadtführung.

Anregende Wirtschaftsmeile

Etwas moderner als im Kulturquartier Mönchenkloster ging es eine Straße weiter im Wursthof zu. Dort präsentierten sich mehr als ein Dutzend Firmen, aber auch Vereine aus der Region, bei der Nacht der Wirtschaft. Denn auch die Wirtschaftsmeile gehört inzwischen fest zum Rahmenprogramm des Fürstentages. Bereits zum siebten Mal reagierten zahlreiche Arbeitgeber aus Jüterbog und der Umgebung auf das Anschreiben der Stadt.

Wirtschaftsmeile beim Fürstentag

Wirtschaftsmeile beim Fürstentag.

Quelle: Victoria Barnack

Das Hauptaugenmerk liegt für viele der dort präsenten Unternehmen mittlerweile nicht mehr nur auf der Darstellung der eigenen Dienstleistungen oder Produkte. Beworben wird vielfach auch die Möglichkeit, eine Ausbildung bei den regionalen Arbeitgebern zu beginnen. Die Angebote reichen dabei weit über den alltäglichen Bereich, beispielsweise eine Ausbildung als Bürokaufmann, hin-aus. Informationen gab es auf der Wirtschaftsmeile unter anderem auch zu den seltenen Ausbildungsberufen Weinküfer und Holzbildhauer.

Um auf die Stärken und Möglichkeiten des eigenen Unternehmens aufmerksam zu machen, haben sich die Firmen für ihren Auftritt am Sonnabend viel Interessantes einfallen lassen. Live-Vorführungen mit der Kettensäge, Ferkelstreicheln und Saftverkostungen waren zum Beispiel im Angebot und wurden von den Besuchern rege genutzt.

Einen luftigen Überblick über das Stadtfest bot außerdem die Firma Seitz. Auf bis zu 26 Meter Höhe beförderte die Lkw-Hubarbeitsbühne die mutigsten Besucher.

Von Martina Burghardt und Victoria Barnack

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