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Jüterbog hat wieder einen Flüchtlingstreffpunkt

Nach dem Anschlag auf die Turmstube Jüterbog hat wieder einen Flüchtlingstreffpunkt

Seit Sonnabend gibt es wieder einen Treffpunkt für Deutsche und Flüchtlinge in Jüterbog. In der Großen Straße 58 hat das Weltkaffee „Arche“ seine neuen Räume in der ehemaligen MAZ-Lokalredaktion bezogen. Die vielen Besucher feierten dies mit einem multinationalen Büffet und moderner orientalischer Musik. Dazu wurde viel getanzt und gelacht.

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Gute Stimmung zu heimischer Musik herrschte bei der Eröffnungsfeier der Teestube „Arche“ in der ehemaligen MAZ-Redaktion.

Quelle: Hartmut F. Reck

Jüterbog. Die neue Begegnungsstätte „Arche“ für die Kirchenjugend und für Flüchtlinge in Jüterbog ist mit einem Fest und einer Spendenübergabe eröffnet worden. „Wir freuen uns über unser neues Zuhause für Jüterboger sowie Flüchtlingsfrauen, -männer und -kinder“, begrüßte Mechthild Falk die Besucher in der noch ungewohnten Umgebung. Zum ersten Mal traf man sich am Sonnabend in der Großen Straße 58. Vermieter Mario Felgentreu stellt den Ort zur Verfügung. „Strom, Heizkosten und Wasser müssen wir allerdings selbst bezahlen“, erklärte die Pfarrerin weiter.

Anton Gorisek (l) überreicht Pfarrerin Mechthild Falk den symbolischen Spendenscheck

Anton Gorisek (l.) überreicht Pfarrerin Mechthild Falk den symbolischen Spendenscheck.

Quelle: Victoria Barnack

Der Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro, den der Stadtverordnete Anton Gorisek (Linke) überreichte, kam da gerade recht. Gorisek arbeitet als Gewerkschaftssekretär bei der IG-Metall-Verwaltungsstelle Ludwigsfelde. Das Geld stammt aus einem bundeweiten Sonderfonds der Gewerkschaft zur Unterstützung von Initiativen zur Integration von Flüchtlingen. „Wir wollen damit aber auch andere Dinge, wie ein Theaterprojekt, Ausflüge und Deutschbücher bezahlen“, berichtete Pfarrerin Falk über die weitere Verwendung der Spenden. Als Überraschung hatte auch Philip Petzold vom Kreisverband der Linken am Sonnabend 190 Euro an Spenden für den neuen Treffpunkt dabei.

Hintergrund

Die Turmstube am Dammtor ist seit Jahrzehnten ein Jugendtreff. 2002 ließ die Kirche sie umbauen.

2008 gab es einen Anschlag. Scheiben wurden eingeschlagen und Sticker mit rechtsextremen Parolen aufgeklebt.

Ab Sommer 2015 wurden Flüchtlinge zu Begegnungstreffen eingeladen. Am 20. November verwüsteten Feuerwerkskörper die Turmstube. Ein rechtsextremes Motiv wird vermutet.

Die ehemaligen Büroräume der Jüterboger MAZ-Lokalredaktion haben ja schon manches erlebt, aber eine so ausgelassene und freudige Stimmung wohl noch nie. Die Besucher, Jüterboger sowie Bewohner der hiesigen Übergangswohnheime, hatten jede Menge zu Essen mitgebracht und es zu einem schmackhaften, vielseitigen und multinationalen Büffet zusammengestellt. Die Musik war dagegen schwerpunktmäßig orientalisch-modern geprägt und trieb als erstes die Männer auf die Tanzfläche. Das verdutzte zwar zunächst die deutschen Gäste, doch bald gesellten sich auch die Frauen dazu. „Bei uns eröffnen immer die Männer den Tanz“, erläuterte Sherin Raji aus Syrien den Ritus, wozu ihr Mann Hozan Shekho ganz wesentlich beitrug.

Für die Flüchtlinge war es eine schöne Abwechslung im tristen Alltag. Und das feierten sie ausgelassen zu heimischen Klängen und ganz ohne Alkohol.

Von Victoria Barnack

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