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Jüterbog 3000 Pfeifen der Orgel nun jetzt intoniert
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog 3000 Pfeifen der Orgel nun jetzt intoniert
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18:30 29.03.2019
Der Orgel-Sachverständige Christian Schmidt (vorn) greift schon mal in die Tasten. Quelle: fotos: Hartmut F. Reck (2)
Jüterbog

Ganz verliebt schauen die fünf Männer auf die Klaviatur und die Registerknöpfe. Diese glänzen wie neu, weil sie auch neu sind, aber im Design von vor 111 Jahren, als die Orgel 1908 von dem berühmten Orgelbauer Wilhelm Rühlmann gebaut wurde. Es war seine 300. Orgel, die er für die Jüterboger Nikolaikirche gebaut hat. Möglich, dass er sich deshalb ganz besonders viel Mühe gegeben hat.

Registerknöpfe aus Porzellan

Die Restauratoren von der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer in Frankfurt (Oder) haben dies in vier Jahren langer Arbeit auch viel Mühe aufgewandt. Die Registerknöpfe aus Porzellan wurden per Hand gemalt und dauerhaft gebrannt und alle Schilder golden gerahmt. Dazu wurde die Austuchung in dunklem Rot in den Registerschlitzen erneuert, damit die Hebel nicht auf blankes Holz stoßen, wenn sie bewegt werden. Doch das sind nur Details, die aber verraten, mit wie viel Aufwand das Herzstück der großen Orgel wieder in Schuss gebracht wurde.

Die Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt (Oder) hat ihre Arbeit abgeschlossen, nachdem sie den restaurierten Spieltisch wieder an die Rühlmann-Orgel in der Jüterboger Nikolaikirche angeschlossen hat. Nun werden die Orgelexperten Christian Schmidt und Benjamin Welde die fast 3000 Pfeifen einzeln intonieren. Dafür haben sie acht Wochen Zeit.

Bei der technischen Abnahme des nunmehr komplett wieder angeschlossenen Spieltischs an die Orgel stehen Kantor Peter-Michael Seifried, Sauer-Geschäftsführer Thomas Lang, sein Mitarbeiter Tobias Mutke sowie Christian Schmidt und Benjamin Welde vor dem „Wunderwerk der Technik“, wie es Seifried nennt, und spielen schon ein paar Töne, die aus den gewaltigen Pfeifen dröhnen. Der 34-jährige Christian Schmidt aus Bad Düben ist Orgelsachverständiger und Rühlmann-Experte. Gemeinsam mit seinem älteren Kollegen Benjamin Welde, einem Orgelbaumeister aus Olbersdorf bei Zittau, hat er die Aufgabe, die Orgel zu intonieren. Das bedeutet, dass fast 3000 Pfeifen einzeln intoniert und gestimmt werden müssen.

Mammutaufgabe

„Das sind 44 Register und sieben zusätzliche Pfeifenreihen“, erläutert Kreiskantor Seifried. Hinzu kommen noch fünf Register von dem Rückpositiv, der zusätzlichen kleinen Orgel im Rücken des Organisten, die 1929 hinzu kam. Damals wurde dafür die große Rühlmann-Orgel umgebaut. Für diese Mammutaufgabe der Orgelintonierung haben die beiden Orgelexperten jetzt acht Wochen Zeit. Die ersten Töne, die Christian Schmidt der Orgel entlockte, überraschten ihn schon mal positiv. Sowohl vom Klang als auch von der Technik ist er angetan.

Akribische Kleinarbeit

Das freut und beruhigt Thomas Lang zugleich. Der Orgelbaumeister und Chef der Firma Sauer aus Frankfurt (Oder), der für die Sanierung der Orgel verantwortlich zeichnet, spricht von „akribischer Kleinarbeit“ und geradezu kriminalistischem Vorgehen bei der Installation des Spieltischs, weil die Original-Unterlagen nicht vollständig sind. Aber dafür hat man viel Erfahrung mit vergleichbaren Orgeln, die bei der Puzzle-Arbeit hilft.

Von Hartmut F. Reck

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