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Archäologen entdecken 700 Jahre alten Damm

Dahme auf dem Holzweg Archäologen entdecken 700 Jahre alten Damm

So viele Schaulustige, wie in diesen Tagen in Dahme, haben Bauleute nur selten. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht vom 700 Jahre alten Knüppeldamm, der bei der Sanierung der B102 entdeckt wurde. Dass er existierte, weiß man aus den Geschichtsbüchern. Wie mächtig er war, überrascht selbst die Fachleute.

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Die Reste der Holzbohlen sind im Erdreich noch gut zu erkennen. Nach dem Dokumentieren wurden die Hölzer herausgeschnitten.

Quelle: Uwe Klemens

Dahme. „Hier in dieser Erde war vor uns noch niemand drin!“ Der Satz aus dem Mund von Thomas Wenke klingt ehrfurchtsvoll. Sich gemeinsam mit seinen Kollegen durchs Erdreich zu wühlen, ist für den Kanalbauer tägliche Routine. Wenn man dabei auf die Reste einer vor siebenhundert Jahren gebauten Straße stößt, stockt aber selbst dem Bauarbeiter für einen Moment der Atem.

Seit gut einem Jahr läuft die Sanierung der B102 in Dahme. Seit Jahresbeginn ist der Abschnitt zwischen Rathaus und Luckenwalder voll gesperrt. Genau dort stießen die Bauleute nun auf den Fund, der die Bedeutung verdeutlicht, den die kleine Stadt bereits im Mittelalter besaß.

Marcus Wandelt (l,) und Thomas Wenke beim Freilegen  des Damms

Marcus Wandelt (l,) und Thomas Wenke beim Freilegen des Damms.

Quelle: Uwe Klemens

„Dass es einen Knüppeldamm gegeben hat, wissen wir schon lange“, sagt Museumsleiter Tilo Wolf. „Dass er so kräftig dimensioniert war, ist die eigentliche Überraschung.“ Die Stärke und Breite des Damms und die Stärke der verwendeten Hölzer gilt nun als Beleg dafür, dass auf der einstigen Handelsstraße schon damals ein lebhafter Verkehr herrschte. Auf zwei Schwellhölzer, die parallel zur etwa vier Meter breiten Fahrbahn gelagert waren, wurden damals die eigentlichen, immer noch armdicken Querhölzer verlegt. Auch das Problem der Spurrillen kannten die damaligen Baumeister schon, wie sich an den entsprechenden Vertiefungen im Holz noch immer erkennen lässt.

Nach dem Entdecken des Bohlendamms machten sich die Archäologen an die Arbeit. „Nicht, wie das Klischee immer behauptet, mit dem Pinsel, sondern mit Spaten und Kelle“, erläutert Marcus Wandelt. Abschnittsweise wurde vorsichtig die komplette Holzkonstruktion freigelegt, vermessen und fotografiert. Erst danach gab es für die Bauleute grünes Licht zum Weiterbuddeln.

Auch Wandelts Deutung des Fundes ist eindeutig: „So stabil hat man damals nur gebaut, wo es wirklich notwendig war.“ Neben dem Holz konnten er und Grabungsleiterin Kathrin Misterek vom Berliner Büro ABB Bräunig bislang eine Handvoll Tonscherben bergen, die nach grober Schätzung ebenfalls aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen. Eine genaue Alterstbestimmung von Holz und so genanntem Graubrand soll nun Klarheit bringen.

Der zehnjährige Salim Fazzani gehörte zu den Schaulustigen, die in diesen Tagen die Arbeit der Archäologen vom Absperrgitter aus verfolgen. „In der Schule behandeln wir gerade das Mittelalter. Deshalb habe ich von meiner Lehrerin den Auftrag dazu bekommen.“ Ein Stück vom alten Damm durfte er als Exponat mitnehmen.

Von Uwe Klemens

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