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Jüterbog Auch in Jüterbogs Kirchen brennt das Dach wie Zunder
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Auch in Jüterbogs Kirchen brennt das Dach wie Zunder
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20:02 16.04.2019
Die Jüterboger Nikolaikirche erhält derzeit ein neues Dach. Deshalb sind dort auch viele – leicht brennbare – Materialien gelagert. Das erhöht das Risiko. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Ungläubig starrten am Montagabend viele Menschen auf die Bilder der brennenden Kirche Notre Dame in Paris. Angesichts der Gebäudedimension hatten die Feuerwehrleute kaum eine Chance. Nun stellt sich die Frage: Wäre ein Brand an einem vergleichbaren Gebäude in Jüterbog ähnlich dramatisch verlaufen? Die Antwort darauf wäre wohl ein beklemmendes Ja. „Natürlich sind mögliche Brände in unseren Kirchen auch Bestandteil des Brandabwehr-Bedarfsplanes, den jede Kommune hat. Aber ab einer bestimmten Höhe kann man eben von außen nicht mehr viel löschen“, berichtet Jüterbogs amtierender Stadtwehrführer Michael Rinderle.

Drehleiter muss mit

Die aktuelle Ausrücke-Ordnung für den Fall eines Bands in einem Kirchengebäudes sieht vor, dass zusätzlich zur eigenen Drehleiter automatisch auch das Drehleiter-Fahrzeug aus Luckenwalde zum Einsatz käme. „Aber so lange das Dach noch drauf ist, kann man von außen nicht viel tun, weil das Dach ja so konstruiert ist, dass es kein Wasser hineinlässt, also eben auch kein Löschwasser“, so Rinderle.

Brandmeldeanlagen in Kirche nicht vorgesehen

Auch ins Gebäude hinein kämen die Kameraden aus Selbstschutzgründen kaum, da ja ständig mit herabstürzenden Dachteilen zu rechnen sei. Anders als in der heute als Kulturquartier dienenden Mönchenkirche, sind Brandmeldeanlagen in Kirchenbauten nicht vorgeschrieben, berichtet der Feuerwehrmann.

Kulturquartier ist gesichert

Das Kulturquartier gilt als Veranstaltungsort mit vielen Besuchern und ist deshalb entsprechend gesichert. „Sowohl in der Liebfrauen-, als auch der Nikolaikirche gibt es solche Systeme meines Wissens nicht“, sagt Rinderle. Ein Entstehungsbrand werde deshalb wahrscheinlich immer erst dann entdeckt, wenn es schon zu spät ist.

„Das wäre dann ähnlich wie bei den Windkraftanlagen in der heute üblichen Größe“, ergänzt Ordnungsamtsleiter Joachim Wasmansdorff. „Alles, wo man selbst mit der Drehleiter nicht mehr hinkommt, kann man nur brennen lassen und sich darum kümmern, dass sich das Feuer nicht ausbreitet“, sagt Joachim Wasmansdorff.

Mächtige Kirchenbauten

Jüterbog verfügt mit der Liebfrauen-, der Nikolai- und der Jakobi-Kirche, sowie der katholischen Tetzel-Kapelle über vier Sakralbauten, die heute noch als Gotteshaus genutzt werden. Die Mönchenkirche wurde bereits zu DDR-Zeiten entweiht und dient heute als Kulturquartier.

Die dreischiffige, als Backsteinbasilika errichtete Liebfrauenkirche wurde 1161 als Teil des Zisterzienserinnen-Klosters erbaut und ist das älteste, aus der selben Zeit wie die Pariser Notre-Dame-Kirche stammende, Kirche der Stadt und der zweitälteste, erhaltene Kirchenbau Brandenburgs.

Das mächtigste Kirchengebäude der Stadt der Jüterboger Region ist die als gotische Hallenkirche errichtete Nikolaikirche. Der 1307 zum ersten Mal erwähnte Bau ist 71 Meter lang und 23 Meter breit. Die 69 Meter hohen Türme gelten als Wahrzeichen der Stadt und sind weithin zu sehen.

„Über die Frage, was wir bei einem Brand in der Nikolaikirche machen würden, habe ich die ganze Nacht nachgedacht, aber es wäre wohl auf jeden Fall eine riesige Katastrophe“, gesteht Pfarrer Tileman Wiarda. Gerade jetzt, wo dort Dacharbeiten vorgenommen werden und der ganze Dachraum voller Holz, das wie Zunder brennen würde, und brennbaren Lösungsmitteln steht, liege diese Frage nahe. „In diesem Fall könnten wir nur noch darauf hoffen, dass die Feuerwehrleute umsichtig agieren, so dass der Schaden so gering wie möglich bleibt“, sagt Wiarda.

Pfarrer macht sich Gedanken über Evakuierungsordnung

Den Brand des Pariser Gotteshauses sieht der Pfarrer als Anlass, sich auch in Jüterbog über eine Art Evakuierungsordnung Gedanken zu machen, also darüber, welche kostbaren Dinge in welcher Reihenfolge – so lange es noch geht – aus der Kirche gerettet werden sollten. „Denn es ist tatsächlich so, dass man über so etwas sonst eben nicht nachdenkt“, sagt Wiarda. Er geht aber davon aus, dass viele der Schätze, zum Beispiel der Altar, im Brandfall verloren wären.

In den Andachten der Karwoche und des Osterfestes wollen Tileman Wiarda und seine Kollegen im Kirchenkreis auch der Ereignisse von Paris gedenken.

Von Uwe Klemens

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