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Aus dem Iran auf dem Flugplatz in Reinsdorf eingeflogen

Reinsdorf Aus dem Iran auf dem Flugplatz in Reinsdorf eingeflogen

11 Schülerinnen und Schüler der Berliner Koperikus Oberschule lernten in Reinsdorf das Segelfliegen. Am letzten Tag schaute ein alter Bekannter vorbei und überraschte die Gruppe. Hadi Heidari, der im Segelcamp der Berliner Kopernikus Oberschule seine Liebe zur Fliegerei entdeckte, arbeitet heute in einem Luftfahrunternehmen

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Fliegerveteran Bernd Balzer (r.) mit dem Überraschungsgast vom Freitag, seinem ehemaligen Flugschüler Hadi Heidari.

Quelle: Foto: Isabelle Richter

Reinsdorf. Was für eine Überraschung! Plötzlich stand gestern Hadi Heidari auf dem Flugplatz in Reinsdorf. Dort absolviert die Arbeitsgemeinschaft „Segelflug“ der Berliner Kopernikus Oberschule von Montag bis Freitag ihre Praxisstunden.

In den Jahren 2014 und 2015 nahm Hadi Heidari selbst an dem Segelcamp teil und sammelte dort wichtige Erfahrungen. „Das war eines der besten Erlebnisse meines Lebens“, schwelgt der Überraschungsgast des Tages in Erinnerungen an Reinsdorf – und vor allem an den Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Bernd Balzer.

Verständnisprobleme? – Kein Problem

Dabei war der heute 21-jährige Iraner anfangs skeptisch, ob er überhaupt an der bei ihm in der Schule angebotenen AG teilnehmen kann. Der junge Schüler war damals erst frisch aus dem Iran nach Berlin gekommen und konnte kaum deutsch. Er hatte vor allem Angst vor Verständnisproblemen wegen der vielen Fachbegriffe in den Theoriestunden. Doch Bernd Balzer nahm ihn ohne zu zögern in die Arbeitsgemeinschaft auf und war sich sicher, auch Hadi würde das hinkriegen.

Krauss-Geschäftsführer schwärmt von seinem neuen Azubi

Inzwischen sind die Sprachbarrieren passé und der Iraner hat sogar im vorigen Jahr mit seiner Ausbildung bei der Krauss GmbH begonnen. Das Ludwigsfelder Unternehmen beschichtet Oberflächen und bekommt zunehmend Aufträge im Bereich der Luftfahrt.

So liefert die Firma zum Beispiel Kleinteile für den Rumpf des Airbus A320 an einen Süddeutschen Zulieferer.

Das Segelcamp hinterlässt bei vielen Spuren

Als Hadi Heidari sich in einem persönlichen Gespräch vorstellte war sofort klar: Die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik ist ihm sicher. „Die Begeisterung für die Luftfahrt hat aus seinen Augen heraus geblitzt“, berichtet Geschäftsführer Christian Bergner über seine erste Begegnung mit dem Iraner.

Der Chef schätzt seine enorme Zielstrebigkeit. Deshalb würde es Bergner nicht wundern, wenn sein Azubi hinterher studieren würde.

Hadi Heidari ist nur eines von vielen Beispielen in der 15-jährigen Erfolgsgeschichte des Segelflugcamps. Eine ehemaliger Schülerin von Bernd Balzer begann nach dem Camp ein Studium zur Luft- und Raumfahrttechnik, andere traten nach der Woche sofort dem Aero Club bei.

Fluglehrer freuen sich über den Nachwuchs

Eine Bilanz, die auch die Fluglehrer des Segelfliegerclubs freut. Olaf Linsener erklärt: „Wie jeder Verein brauchen auch wir Nachwuchs und da passt das mit den Schülern immer gut.“

Für heute bleiben die Flieger jedoch in der Halle, denn das wechselhafte Wetter stellt ein zu hohes Risiko für die Flugneulinge dar. „Da gilt: Safety First“, erklärt Olaf Linsener. Die Schüler nehmen es aber gelassen, denn in den Tagen zuvor konnten sie die Flugstunden von morgens bis abends voll auskosten.

Der Spaß lässt auch nach 15 Jahren Campgeschichte nicht nach

Michelle Deresinski ist schon ein alter Hase im Segelfliegercamp. Das siebte Mal ist die 19-jährige schon dabei und kann immer noch nicht genug kriegen vom Fliegen. Ihre Leidenschaft drückt sie gerne mit dem Spruch „der Schatten des Flugzeugs ist die Seele des Segelfliegers“ aus.

Sie möchte unbedingt ihren Segelfliegerschein machen und ist diesem Ziel mit einer selbstständigen Landung in dieser Woche schon einen großen Schritt näher gekommen. Auch Tobias Dünnebeil ist begeistert. Der 14-jährige sagt: „Eigentlich habe ich Lust gleich hier in den Verein einzutreten.“

Ein tolles Fazit für all die Jahre. Bernd Balzer kann die Euphorie verstehen, denn der inzwischen pensionierte Schulleiter ist selbst begeisterter Motorsportpilot. „So lange ich selber fliege, mache ich das Camp weiter“, so Balzer.

Von Isabelle Richter

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