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Jüterbog Brieftaubenzüchter aus Leidenschaft
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18:17 13.02.2019
Jeden Tag schaut Gerhard Wolter im Schlag nach dem Rechten. Mindestens 90 Minuten gehen täglich fürs Füttern und Saubermachen drauf. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Im Gartenhäuschen von Gerhard Wolter im Jüterboger Privatweg geht es zu, wie im Taubenschlag. Muss es auch, denn der 76-jährige, gelernte Elektroingenieur ist seit seiner Kindheit Brieftaubenfreund und -züchter. Jetzt, wenige Wochen vor dem ersten Flug der Saison und wegen der wenig winterlichen Temperaturen, sind Tauben und Täuberiche besonders aufgeregt.

Tauben unter Spionage-Verdacht

„Schon mein Vater Otto hatte Brieftauben. Wenn er mit ihnen zum Einsetzen fuhr, bin ich oft mitgefahren und hab geholfen, so dass ich nach und nach in die Sache reinwuchs“, erinnert sich Wolter. Als sein Vater starb, übernahm er den Bestand von damals etwa 60 Tieren.

„Das waren typische ,DDR-Hardliner’, also keine Rassetauben. Der ganze Kult um Stammbäume und Rassen kam erst viel später“, erzählt Wolter von den Anfängen. Zu den Kuriosa jener Jahre gehört die von der Volkspolizei ausgestellte Genehmigung zum Halten so genannter Sporttauben. „Die hatte wohl Angst, dass wir die Tauben zu Spionagezwecken einsetzen“, sagt Wolter und schmunzelt. Dass die Staatsmacht keine Ahnung von Brieftauben hatte, ist für ihn sonnenklar. „Denn die Tauben hätten alleine gar nicht in den Westen gefunden, sondern finden immer nur den Weg dorthin zurück, wo sich ihr Heimatschlag befindet.“

120 km/h mit Rückenwind

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs dürfen Wolters etwa 150 Tauben auch im Westwind segeln. Denn je nach gewählter Streckenlänge erfolgt das so genannte Auflassen, also der Massenstart von bis zu 3000 Tieren, im Süddeutschen Raum und sogar in Luxemburg. Bis zu 600 Kilometer legen die mit elektronischen Fußringen ausgestatteten Vögel dabei zurück. Eine Scanner daheim registriert die Ankunftszeit, so dass mit Hilfe von GPS-Daten die geflogene Strecke und die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnet werden kann. Wolters Tauben gehören dabei oft zu den schnellsten, wie seine Trophäensammlung beweist. Bis zu 120 Stundenkilometer schnell können Brieftauben bei Rückenwind unterwegs sein, etwa halb so schnell bei Gegenwind. Zwölf Mal im Jahr wird aufgelassen.

Sorge um den Nachwuchs

Sorge bereitet Gerhard Wolter, dass der Brieftaubensport für jüngere Leute immer unattraktiver wird. Von den in Hochzeiten 20 Mitgliedern seines Jüterboger Vereins sind nur noch vier übrig. „Der Brieftaubensport passt nicht mehr in die Zeit“, sagt Wolter. Denn zwischen eineinhalb und drei Stunden Zeit gehen täglich für Pflege und Fütterung drauf. Und die Kosten für Futter, Impfungen und Wettkämpfe sind auf Höhenflug. Zum deutschlandweiten „Tag der Brieftaube“ am 14. April will der Züchter seine Schläge deshalb auch für Besucher öffnen.

Von Uwe Klemens

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