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Jüterbog Das Leben des „Herrn Käthe“
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00:19 03.07.2017
Angelika Perdelwitz in ihrer Rolle als Katharina von Bora. Quelle: foto: Julia Repke
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Altes Lager

„Sie wäre auch in der heutigen Zeit eine besondere Frau gewesen“, sagt Angelika Perdelwitz über Katharina von Bora.

Mit ihrer neuesten Rolle kehrt die Schauspielerin am Wochenende zurück nach Altes Lager in das Kulturzentrum „Das Haus“, um passend zum 500. Reformationsjubiläum das Leben der Ehefrau Martin Luthers nachzustellen.

Die Geschichte der starken Frau an Martin Luthers Seite

Die anfänglich als Zweckbündnis geschlossene Ehe zwischen dem Mönch und der Nonne entwickelte sich mit der Zeit in eine andere Richtung. „Daraus wurde Liebe“, erzählt Angelika Perdelwitz. Unzählige Liebesbriefe Martin Luthers sollen das verraten. Nicht unbedingt verwunderlich, wenn man betrachtet, welche schweren Zeiten das Ehepaar gemeinsam meistern musste.

Außerdem wäre Martin Luther ohne seine selbstbewusste, emanzipierte Ehefrau an so mancher Stelle ziemlich aufgeschmissen gewesen. So kümmerte die Lutherin sich nicht nur aufopferungsvoll um seine Gesundheit, den Haushalt und die Kinder, sondern auch um die Geschäfte des Reformators.

Katharina von Bora kümmerte sich nahezu um alles

Im Schwarzen Kloster in Wittenberg empfing sie seine Studenten und Gäste. Nebenbei verwaltete sie die Ländereien und betreute die Finanzen zu Drucklegungen der Lutherschriften. Katharina von Bora war – modern ausgedrückt – Martin Luthers Managerin.

Das beeindruckte nicht nur viele andere Leute aus ihrem Umfeld, sondern auch ihren Ehemann. Der Reformator nannte sie deshalb sogar liebevoll „Mein Herr Käthe“.

Martin Luther war geplagt von gesundheitlichen Problemen

Das Paar bekam zusammen sechs Kinder. Der Tod ihres dritten Kindes setzte ihnen besonders zu. Tochter Magdalena starb mit nur zwölf Jahren. Auch Martin Luther ging es von Zeit zu Zeit schlechter. Laut Angelika Perdelwitz war er unter anderem von Nieren- und Blasensteinen geplagt und „zum Schluss sehr dick und kurzatmig“.

Im Jahr 1546 starb der Reformator – seine Frau folgte ihm sechs Jahre später. Angelika Perdelwitz zeigt in ihrem Stück auch das Leben der Katharina von Bora nach dem Tod ihres Ehemannes. Die Schauspielerin ist beeindruckt von der Stärke dieser Frau. „Sie hatte 15 Bedienstete – Das ist ein sehr großes Unternehmen würde man heute sagen“, erläutert die 63-jährige.

Ein ist ein Monolog mit musikalischer Begleitung

Die Lutherin bietet viel spannendes Material, durch das sich Angelika Perdelwitz zunächst durchkämpfen musste – und das nicht nur, um die Rolle so gut wie möglich zu vermitteln. Die Herausforderung ihres aktuellen Stücks „Hering, Erbsenbrei und Gottes Wort – Enthüllungen von Luthers Herzliebchen“ bestand nämlich darin, den Text dafür selbst zu verfassen.

Der ganze Monolog aus Sicht der Katharina von Bora dabei musikalisch von Julia Maria Repke und Bert Mario Temme begleitet.

Ihren Text übe sie, indem sie ihn sich immer wieder laut vorliest, berichtet Angelika Perdelwitz. Außerdem fiele es ihr dieses Mal etwas leichter, da sie den Text selbst geschrieben habe.

Angelika Perdelwitz spielte in Berlin, New York und Boston

Mit dem Ergebnis ist die 63-jährige am Ende sehr zufrieden. Sie blickt ihrem Auftritt im „Haus“ deshalb optimistisch entgegen. „Ich glaube, den Leuten wird es gefallen, nicht nur die Fakten zu bekommen, sondern auch den privaten Einblick“, berichtet die Darstellerin.

Angelika Perdelwitz studierte an der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“ und hatte bereits Gastspiele in New York und Boston. Mit Hauptrollen in den Serien „Kurklinik Rosenau“ und „Flugstaffel Meinecke“ war sie im Deutschen Fernsehen zu sehen.

Die Zuschauer erwartet ein Empfang nach Lutherin-Art

In der Gemeinde Niedergörsdorf ist sie aber vor allem durch ihre zahlreichen Rollen beim Theater 89 bekannt. Ein Blick auf ihre neueste Rolle aus eigener Feder lohnt sich. Angelika Perdelwitz empfängt ihre Gäste am Sonnabend ab 19 Uhr nach Lutherin-Art im Kulturzentrum. Nach der Arbeit an dem biografischen Stück sagt die Schauspielerin: „Luther wäre sicher auch ohne sie der große Reformator geworden, doch durch sie und die Familie hat er erst gelernt, was Liebe bedeutet.“

Von Isabelle Richter

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