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Jüterbog Der Sound der Karlsbrücke
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00:17 06.11.2013
Von der Karlsbrücke ins Kulturquartier: Matej Ptaszek (Mitte) and his „Good Morning Blues Band“ aus Prag in Jüterbog. Quelle: Kathrin Burghardt
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Jüterbog

Per Shuttlebus ging es wieder bequem von Lokal zu Lokal. Bei der musikalischen Vielfalt war für fast jeden Musikgeschmack etwas dabei. Ein Dutzend Jüterboger Lokale beteiligte sich dieses Mal offiziell an der Kneipennacht. Zwölf Bands spielten von 20 Uhr an bis tief in die Nacht irische Folklore, Rockmusik, Pop oder auch Country, Rockabilly oder Oldies.

Auch zwei weitere Gaststuben, die nicht zur offiziellen Kneipentour gehörten, hatten für den Abend Musiker gebucht. Bis in die Morgenstunden konnte noch lange nach den Auftritten der Bands zu Musik aus der Konserve getanzt werden. „Wir sind sehr zufrieden mit dieser Kneipennacht. Sie war gut besucht wie immer. Das Beste ist jedoch, dass alles friedlich blieb und es nirgends zu Streit oder Hauereien kam“, sagte Veranstalter Frank Scharmann vom Wirtestammtisch am Sonntag. Er verriet, dass es für eine der nächsten Kneipennächte Überlegungen gibt, diese unter ein Motto oder Thema zu stellen.

In jeder Ecke des ehemaligen Mönchenklosters war am Samstagabend ebenfalls „Musik drin“. Der Jüterboger Blues-und Jazzmusiker Michael Maass veranstaltete dort die diesjährige Auflage seines Jüterboogie-Festivals. Dazu holte er in gewohnter Manier wieder hochkarätige Blues-, Boogie- und Jazzmusiker in die Stadt. So war unter anderem das Blues-Urgestein Gene Taylor live zu erleben. Der Pianist aus Los Angeles spielte einst bei „Canned Heat“ und arbeitet seit einigen Jahren mit dem Schlagzeuger und Veranstalter Michael Maass zusammen.

Im ausverkauften Kulturquartier waren im Bibliothekssaal, im Kempffsaal und im Foyer insgesamt drei Bühnen aufgebaut, auf denen abwechselnd gespielt wurde. Direkt von der Karlsbrücke in Prag hatte Maass den Tschechen Matej Ptaszek mit seiner „Good Morning Blues Band“ angeheuert. „Ich hörte ihn bei einem Urlaub einmal live auf der Karlsbrücke spielen und sprach ihn einfach an“, erzählte Michael Maass. Die drei tschechischen Musiker spielen dort seit Jahren an vier Tagen in der Woche, von Juli bis September, unter freiem Himmel und unterhalten so hunderttausende Besucher in jedem Jahr. Im Kulturquartier genossen die Musiker die urige Atmosphäre und die besondere Akustik des alten Klostergemäuers. „Wir lieben es hier und kommen gerne wieder“, sagten sie am Ende des Abends.

Traditionell endete der Jüterboogie mit einer großen gemeinsamen Abschluss-Jam-Session aller Musiker. Ungeprobt und rein improvisiert zeigten die Musiker noch einmal im Gesamtpaket ihr Können und spielten einfach drauf los. Das Publikum war wie in den Vorjahren einstimmig begeistert: „Das packt einen jedes Mal, wenn man hier ist. Nicht nur die Musiker sind Weltklasse, sondern auch jeder im Publikum lächelt den ganzen Abend. Deswegen komme ich so gerne her“, erklärte Besucher Bernd Zimmermann den Reiz des Jüterboogies.

Den nächsten Jüterboogie gibt es am 1. November 2014, ebenfalls wieder zusammen mit der Kneipennacht. Die findet zweimal im Jahr in Jüterbog statt – und damit das nächste Mal am 8. März 2014.

Von Kathrin Burghardt

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