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Jüterbog Einheimische und Flüchtlinge kochen gemeinsam
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00:38 19.04.2018
Kochen auf Einladung der Flüchtlingshilfe Jüterbog unter Leitung von Mechthild Falk (r.) Quelle: Elinor Wenke
Jüterbog

Schon im Treppenhaus roch es wie in einer Waffelbäckerei. Die Flüchtlingshilfe Jüterbog unter Leitung von Mechthild Falk hatte am Sonnabend ein weiteres Mal zur Aktion „Kochen mit Freunden“ in die Begegnungsstätte „Arche“ eingeladen. „Ziel ist es, dass Einheimische und Flüchtlinge gemeinsam die jeweils andere Kultur und auch die Essgewohnheiten kennenlernen“, sagte Mechthild Falk.

Und während bisher Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien oder Persien Überraschungen für den Gaumen gezaubert hatten, standen diesmal typisch deutsche Gerichte auf dem Speiseplan. „Wir kochen Frikassee, Bratwurst mit Sauerkraut und Gulasch“, sagte Projektleiterin Carola Langer, „außerdem gibt es Käse-Lauch-Suppe, Kartoffelsuppe und Rote Grütze – und nicht zu vergessen: Klemmkuchen.“ Als vitaminreiche Beilagen kamen Möhrengemüse und Kaisergemüse auf den Tisch.

Beim Klemmkuchenbacken: Elisabeth Schelske, Mara, Sherin und Kristel Tretschock (v.l.). Quelle: Elinor Wenke

Zehn Kilo Kartoffeln und vier Kilo Möhren mussten geschält und geschnippelt werden. Dabei erwiesen sich die Männer als durchaus küchentauglich. „Ich habe bisher bei jedem gemeinsamen Kochen mitgeholfen“, sagte Peter Hacke und hantierte geschickt mit dem Kartoffelmesser, „und zu Hause versorge ich mich selbst.“

Der 20-jährige Tom Siedenberg half zum ersten Mal beim Zubereiten. „Ich will mich jetzt stärker in die Flüchtlingshilfe einbringen“, sagte er und musste sich ans Kartoffelschälern erst wieder gewöhnen. Babak (46) aus dem Iran kämpfte tapfer mit dem Gemüse, griff dann aber lieber zur Kamera. „Er engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und macht für uns die Fotos“, lobte Mechthild Falk.

Zu Beginn zu wenige Mitstreiter

„Eigentlich sind wir ein bisschen traurig, dass zu Beginn so wenige Flüchtlinge da sind“, sagte Mechthild Falk und versuchte per Handy, weitere Mitstreiter anzulocken. „Sinn der Aktion ist ja, dass sie mithelfen, unser deutsches Essen zu kochen“, so Falk.

Doch die, die gekommen waren, zeigten sich wissbegierig. Wafa Alibrahim aus Syrien half beim Gemüseschneiden. Sie ist seit anderthalb Jahren in Deutschland, konnte bislang keinen Deutschkurs belegen und kommt aber jede Woche zur Flüchtlingshilfe, um die deutsche Sprache zu lernen.

Typisch flämische Klemmkuchen

Sherin aus Syrien war beim Klemmkuchenbacken dabei, einer typisch flämischen Spezialität. Kristel Tretschock aus Dennewitz hatte zuvor aus einem Kilo Mehl und weiteren Zutaten den Teig angerührt und ihre Enkelin Mara (11) mitgebracht, die zwischendurch kräftig naschen durfte.

Als erfahrene Klemmkuchenbäckerin wurde Elisabeth Schelske aus Jüterbog geholt. „Ich backe Klemmkuchen von November bis März“, erzählte die 82-Jährige und fühlte sich bei den zischenden und dampfenden Klemmeisen in ihrem Element.

Von Elinor Wenke

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