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Jüterbog Wieder großes Fischsterben im Rohrteich
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Wieder großes Fischsterben im Rohrteich
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00:20 14.07.2018
Am Rohrteich in Jüterbog wurden mit einem Amphibienfahrzeug im Laufe der Woche Algen, Schwimmpflanzen und Schilf abgetragen, um die Qualität des Wassers zu verbessern. Quelle: Katja Schubert
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Jüterbog

Im Jüterboger Rohrteich sterben erneut die Fische. Gleich massenhaft gehen Hecht, Karpfen, Aal, Schlei, Barsch und andere Fischarten in dem etwa 1,5 Hektar großen Gewässer zugrunde, weil eine Süßwasseralge ihnen den nötigen Sauerstoff entzieht. In den vergangenen Jahren trat diese Problematik bereits vermehrt auf, 2014 und 2015 sah es besonders ernst aus.

Angler-Chef: „Sofortige Maßnahmen unbedingt notwendig“

„Es ist unbedingt notwendig, sofort Maßnahmen zu ergreifen, die eine ökologische Sicherung des Überlebens des Gewässers sichern“, schreibt Uwe Adler, Vorsitzender des Angler-Ortsvereins Jüterbog, auf der Homepage des Vereins. „Es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern zwei nach Zwölf.“ Er weiß um den dringenden Handlungsbedarf für den Rohrteich. Gemeinsam setzt sich die Anglertruppe schon seit über 70 Jahren für die Erhaltung der Jüterboger Gewässerlandschaft ein, veranstaltet regelmäßige Hegeeinsätze. Trotzdem sieht Uwe Adler vor allem dringenden Handlungsbedarf bei der Stadt: „Solange der Stadt der für Jüterbog sehr bedeutende Standort am Rohrteich egal ist, wird es keine Verbesserung geben.“

Verschiedene Parteien arbeiten an einer Lösung

Allerdings arbeiten unter anderem der Anglerverband, Bürgermeister Arne Raue (parteilos), Landrätin Kornelia Wehlan und die Naturschutzbehörde ihrer Verwaltung sowie der Wasser- und Bodenverband Nuthe-Nieplitz seit einigen Wochen gemeinsam an einer Lösung. Ein Treffen fand bereits statt. Als erste Maßnahme wurden nun mittels eines „Truxor“-Amphibienfahrzeuges an mehreren Tagen Schilf und Algen abgetragen, die angefallene Biomasse wird demnächst abtransportiert. Die Säuberungsaktion soll eine bessere Sauerstoffverteilung im Teich bewirken. „Die Schaufeln des Wasserfahrzeugs haben Bewegung ins Wasser gebracht, aber nicht den Schlamm aufgewirbelt“ erklärt Martin Sickert, Wasserbaumeister beim Wasser- und Bodenverband Nuthe-Nieplitz. „Im ganzen Verbandsgebiet weisen die Seen und Gräben dank der wenigen Niederschläge und der anhaltend warmen Temperaturen flächendeckend einen sehr niedrigen Wasserstand auf“, berichtet er, „das Problem zeigt sich nicht nur bei den Jüterboger Gewässern.“

Sauerstoff fehlt, das Wasser verfärbt sich

Die sommerlichen Temperaturen, die starke Sonneneinstrahlung und der erhöhte Nährstoffgehalt in Form von Phosphor und Stickstoff führten zu einem enorm ansteigendem Wachstum der Blutregenalge, einer an sich ungiftigen Grünalgenart. Diese entzieht dem Teich allerdings den nötigen Sauerstoff, den die Wassertiere zum Leben brauchen. Unangenehme Nebeneffekte sind die Rotfärbung des Wassers durch die Algenpflanze, die Bildung von trübendem Schwefelwasserstoff sowie der unangenehme Geruch rund um den beliebten Teich.

Entschlammung und Belüftung empfohlen

„Seitens der Unteren Wasserbehörde wird empfohlen, eine (Teil-)Entschlammung mit anschließender dauerhafter Umwälzung und Belüftung des Teichwassers durchzuführen“, teilt die Stadt Jüterbog auf ihrer Facebook-Seite mit, „zusätzlich wäre zumindest eine teilweise Krautentnahme im Freiwasserbereich ebenfalls zu empfehlen, um die Wasserzirkulation und den Sauerstoffaustausch zu verbessern.“

Solarpumpe bringt kaum Erfolg

Die Hoffnung, dass eine solarbetriebene Pumpanlage für Besserung sorgt, wurde bisher kaum erfüllt. Vor einigen Jahren wurde die Pumpe vom Kreisanglerverband Luckenwalde mitten im Rohrteich installiert, trotzdem beginnt das altbekannte Massensterben der Schuppentiere nun von neuem.

Die solarbetriebene Pumpe soll eine kontinuierliche Umwälzung des Wassers bewirken und so den Fischen den nötigen Sauerstoff bereitstellen. Quelle: Katja Schubert
So sieht der Rohrteich in Jüterbog üblicherweise aus- vor der Säuberungsaktion. Quelle: Jochen Kubick

Von Katja Schubert

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