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Jüterbog Fünftklässler machen Kommunalpolitik
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Fünftklässler machen Kommunalpolitik
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18:34 27.02.2019
Im Raum der Gemeindevertretung erläuterte Hauptamtsleiterin Andrea Schütze (2.v.r.) neben Klassenlehrerin Ursel Hanisch (r.), wie eine Sitzung abläuft. Quelle: Hartmut F. Reck
Niedergörsdorf

Gern würden die Grundschüler aus Blönsdorf die kaputte Wippe auf ihrem Schulhof ersetzt wissen. Doch es gibt Wichtigeres und Dringenderes, denn es stehen nur 3000 Euro zur Verfügung. Das reicht nicht, um den Wunsch nach einer neuen Wippe zu erfüllen. Da hatten alle ein Einsehen. Und so beschlossen sie ohne Gegenstimme, also einstimmig, die Anschaffung des neuen Spielgeräts auf das kommende Jahr zu verschieben.

Bedarf größer als der Etat

Die Szene war gespielt, die Beschlussvorlage fiktiv, aber es war am Mittwochvormittag wie im richtigen Leben: Der Bedarf war größer als die vorhandenen Haushaltsmittel. Also musste entschieden werden, was wichtiger und dringlicher ist. Hauptargument für den einstimmigen Verzicht war: Es sind ja noch genügend andere Spielgeräte da.

24 Schüler der Klasse 5a der Blönsdorfer Grundschule versuchten sich bei ihrem Projekttag in der Gemeindeverwaltung Niedergörsdorf in Kommunalpolitik. Darauf vorbereitet hatte sie schon Hauptamtsleiterin Andrea Schütze, die sie im Vorfeld in einer Unterrichtsstunde besucht hatte. Nun ging es darum, anhand von praktischen Beispielen, Entscheidungen zu treffen und seien sie auch noch so unangenehm.

Gemacht wird, was die Mehrheit will

Oder die Entscheidungen passten nicht jedem. „Wir machen das, was die Mehrheit will“, erläuterte Andrea Schütze das Prinzip der Demokratie, „auch wenn es nicht jedem gefällt.“ Das sei so wie in der Familie, meinte sie in dem Sitzungssaal der Gemeindevertretung, wo die Fünftklässler eine solche Sitzung nachspielten, das Für und Wider erörterten und schließlich eine Entscheidung trafen.

Argument und Gegenargument

So ging es unter anderem darum, ob eine Straße repariert werden soll. Alle waren dafür, doch wie? Wenn es die Gemeindearbeiter machen, koste das nur 500 Euro, argumentierten die einen. Wenn es aber eine Straßenbaufirma mache, begründeten die anderen ihre Position, wären da Profis am Werk und die Straße würde länger halten. Das sei ihnen der doppelte Preis wert.

Klassenlehrerin Ursel Hanisch hörte aufmerksam zu und machte sich Notizen. „Darauf kann ich im Gesellschaftswissenschafts-Unterricht aufbauen“, sagte sie. Das Projekt findet sie toll: „Die Schüler sammeln Lebenserfahrung und lernen etwas von den Praktikern.“

Gemeindevertreter Wolfgang Loof motivierte die Schüler, wählen zu gehen sobald sie 16 Jahre alt sind. Quelle: Hartmut F. Reck

So wurde die Klasse in vier Gruppen aufgeteilt, die reihum vier Stationen durchliefen. In der Küche trafen sie sich mit dem Gemeindevertreter Wolfgang Loof (Bürgergemeinschaft Niedergörsdorf), der mit ihnen darüber diskutierte, warum Wahlen so wichtig sind. „Ich will die Kinder motivieren, später mal wählen zu gehen“, sagte Loof. „Bei der übernächsten Kommunalwahl in gut fünf Jahren dürfen sie ja schon mitwählen, wenn sie bis dahin 16 Jahre alt sind.“

Im Büro von Kerstin Marg, die gerade einen Wahlzettel erläutert, war eine provisorische Wahlurne aufgebaut. Quelle: Hartmut F. Reck

Im Büro von Kerstin Marg, die gerade die nächste Kommunalwahl vorbereitet, lernten die Kinder, wie ein Wahlzettel aussieht und wie man seine drei Kreuze auf drei oder zwei Kandidaten verteilen oder nur einem Kandidaten geben kann.

Lina Düsedau (l.) und Luana Dümiche schreiben die Beschlussvorlagen. Quelle: Hartmut F. Reck

Zur Vorbereitung einer Gemeindevertretersitzung gehört es auch, Beschlussvorlagen zu schreiben, was sie im Büro von Gabriele Kinas tun konnten. Darüber war dann schließlich in der Gemeindevertretung zu entscheiden.

Von Hartmut F. Reck

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