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Jüterbog Große Wünsche fürs Stadtmarketing
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07:56 19.12.2018
Mit neuer Beschilderung soll Jüterbog für Touristen attraktiver werden. In der vergangenen Woche wurde ein neuer Wegweiser am Schönwetterweg eingeweiht. Quelle: foto: Stadt Jüterbog
Jüterbog

Es geht um viel Geld: Fast 200.000 Euro möchte Jüterbogs Stadtmarketingchefin Kathrin Burghardt im kommenden Jahr ausgeben. Ihre Liste mit fest eingeplanten Maßnahmen, neuen und alten Projekten sowie vielen Wünschen stellte sie kürzlich im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vor. Durchgewunken werden die Vorschläge in der bevorstehenden Haushaltsdiskussion aller Voraussicht nach nicht. Dennoch ist der Vorstoß von Burghardt historisch: Noch nie wurde in Jüterbog auch nur ansatzweise eine so hohe Summe für das Marketing der Kommune ausgegeben.

Entstanden war die Liste noch in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderer Christian Seiler, der die Stadt im Oktober verlassen hatte. „Gemeinsam haben wir das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) gewälzt und daraus Maßnahmen abgeleitet“, berichtet Kathrin Burghardt.

Kathrin Burghardt ist in Jüterbog für das Stadtmarketing und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Quelle: Privat

Gänzlich neu sind die Vorhaben also nicht. „Mit dem INSEK haben sich die Stadtverordneten bereits dazu bekannt, all das umzusetzen“, erklärt sie. Mit der neuen Liste seien die Wünsche endlich konkretisiert worden.

Viel Geld für neue Wegweiser

Den größten Teil der Summe von 189.500 Euro machen neue Projekte aus. „Das ist quasi eine Wunschliste für das Stadtmarketing“, erklärt Burghardt. Einen hohen fünfstelligen Betrag möchte sie in die Überarbeitung des touristischen Leitsystems der Stadt und seiner Ortsteile investieren. Auch die grundsätzliche Beschilderung in und um Jüterbog, vor allem an der Fläming-Skate, sollen erweitert werden.

Aus dem Stadtmarketing-Budget soll unter anderen das touristische Leitsystem in Jüterbog überarbeitet werden. Quelle: Uwe Klemens

So sind beispielsweise auch 18.000 Euro für die Anschaffung von Ortseingangsschildern mit der Begrüßung „Willkommen in Jüterbog“ veranschlagt. „In jeder Stadt ist das Standard“, berichtet Burghardt, die den Gruß aus touristischen Zwecken gern in mehreren Sprachen verfassen würde.

Neben den Wünschen nach neuen Projekten umfasst Burgahrdts Liste auch knapp 28.000 Euro für Werbemaßnahmen, „die das absolute Marketing-Minimum für Jüterbog sind“. Darin enthalten sind unter anderen die Standgebühren für die Grüne Woche im Januar, neue Werbeflyer für Kloster Zinna und das Kindermuseum im Mönchenkloster sowie große Anzeigen in überregionalen Zeitschriften und Magazinen. „Ohne solche Anzeigen sind wir als Reiseziel schlicht nicht sichtbar“, sagt die Stadtmarketingchefin, „Jüterbog gibt es dann quasi gar nicht.“

189.500 Euro vor allem für neue Projekte

Insgesamt 189.015 Euro umfasst der Vorschlag für das Budget des Jüterboger Stadtmarketings im Jahr 2019.

Den Großteil machen neue Projekte aus, für die 135.500 Euro nötig sind. 25.000 Euro soll die Überarbeitung des touristischen Leitsystems inklusive neuer Schilder kosten. Für 10.000 Euro könnte offenes Wlan im Freibad eingerichtet und für 15.000 Euro eine digitale Info-Säule auf dem Markt finanziert werden.

Bereits laufende Projekte sollen für 8450 Euro in 2019 fortgesetzt werden, darunter die Wasserballonschlacht zum Sommerferienbeginn, der Stadtwettbewerb „Jüterbog blüht“ und der Erntemarkt einmal im Monat.

Die Motivation für die lange Liste für das Marketing für Jüterbog sind Diskussionen aus den vergangenen Jahren. 2017 profitierte die Stadt noch von vielen Geldern dank des Reformationsjubiläums. „2018 lag unser Budget für Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit bei null Euro“, berichtet Burghardt, die in diesem Jahr mit Restmitteln aus 2017 arbeitete.

Die Summe über 189.000 Euro ist für die klamme Kommune Jüterbog so unrealistisch wie symbolisch: Sie ist ein Fingerzeig der Marketingfrau, was alles nötig ist, um touristisch mit der Konkurrenz mithalten zu können. Welche Projekte 2019 tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, entscheidet sich im neuen Jahr. Dann wird der gesamte Haushalt und das konkrete Budgets für das Stadtmarketing diskutiert.

Von Victoria Barnack

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