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Jüterbog Hohe Nachfrage in Tagesklinik für psychisch Kranke
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Hohe Nachfrage in Tagesklinik für psychisch Kranke
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18:11 07.10.2018
Sozialarbeiterin Mandy Demko, Krankenschwester Ines Bloch-Görisch und Psychologin Felicitas Rehder (v. l.) betreuen zwölf Patienten in der Tagesklinik. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Wer im Kreis Teltow-Fläming psychiatrisch in einer Tagesklinik behandelt werden möchte, braucht Geduld. „Unsere zwölf Plätze sind so gut wie immer voll belegt“, sagt Psychologin Felicitas Rehder. Fünf Tage in der Woche, immer von 7.30 Uhr bis 16 Uhr, betreut sie gemeinsam mit vier Kollegen in Jüterbog Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden. Seit 13 Jahren existiert die Einrichtung, die in einer der mit Kopfsteinpflaster bedeckten Straßen der Mittelalterstadt kaum als Behandlungszentrum auffällt.

Die Tageseinrichtung ist Teil der Johanniter-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Zu den zwölf Plätzen in Jüterbog kommen ebenso viele in Bad Belzig und 22 in Treuenbrietzen. Mit den Standorten sichern die Johanniter die regionale Vollversorgung in Teltow-Fläming – so lautet der offizielle Auftrag vom Land. Gleichzeitig soll den zu behandelnden Personen die Nähe zur Heimat gewährleistet werden.

Vorteile einer psychiatrischen Tagesklinik

„Die milieunahe Therapie“, erklärt Psychologin Rehder den offiziellen Begriff, „hat mehrere Vorteile: Der Sinn einer Tagesklinik ist es in erster Linie, dass die Patienten das Gelernte direkt zu Hause umsetzen können.“ In den täglichen Ablauf in der Klinik sind deshalb Gruppengespräche, ärztliche Visiten, verschiedene Therapien und Angehörigengespräche eingearbeitet.

Wenn die Patienten um 16 Uhr in ihr privates Umfeld zurückkehren, können sie das Besprochene anwenden und am nächsten Tag in der Klinik auswerten. „In stationärer Behandlung ist das nicht möglich“, erläutert die Psychologin, „dort sind die Patienten aus ihrem Alltag herausgerissen. Auch typische Beziehungsprobleme, an denen wir mit ihnen arbeiten, pausieren dann.“

Immer häufiger krank geschrieben

In Brandenburg sind psychische Erkrankungen laut länderübergreifendem Gesundheitsbericht 2017 einer der Hauptgründe für die Erwerbsunfähigkeit unter Krankenversicherten.

Fast ein Fünftel aller Krankmeldungen sind darauf zurückzuführen. Noch häufiger sind nur Muskel-Skelett-Erkrankungen an langen personellen Ausfällen Schuld. In Teltow-Fläming steigen die Zahl der Fälle und die Ausfalldauer durch psychische und Verhaltensstörungen seit Jahren kontinuierlich an.

Behandelt werden in Jüterbog Patienten mit Psychosen, neurotischen Fehlentwicklungen, Essstörungen und Depressionen. Aber auch Menschen mit Burnout, Suchterkrankungen, seelischen Störungen im Alter und akuten Krisen, etwa bei Familienkonflikten, suchen die Tagesklinik auf. „In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach der Behandlung bei uns gestiegen“, berichtet Rehder aus Jüterbog.

Dass sich der bundesweite Trend im Süden Teltow-Flämings widerspiegelt, überrascht die Mitarbeiterin nicht. „Das Bewusstsein der Menschen hat sich verändert – zum Glück“, sagt sie, „sich in eine Psychiatrie oder Psychotherapie zu begeben, ist nicht mehr so verpönt wie früher.“

Mangel an ärztlicher Versorgung auf dem Land

Auch ein anderes Brandenburger Problem zeigt sich eins zu eins in der Tagesklinik für psychische Erkrankungen: die mangelnde ärztliche Versorgung auf dem Land. Für die Patienten würde sich Psychologin Rehder mehr solcher Einrichtungen wie jene in Jüterbog wünschen. „Die Auswahlmöglichkeiten für Patienten in der Region sind leider sehr begrenzt“, sagt sie. Viele würden sich wegen der geografischen Lage für Jüterbog entscheiden. Unter den Patienten seien zum Teil auch Menschen aus benachbarten Landkreisen und Bundesländern. „Der Rahmen hier ist sehr intim. Dass der Schlüssel zwischen Mitarbeitern zu Patienten so gering, ist gut für den Erfolg der Therapie“, sagt sie.

Von Victoria Barnack

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