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Jüterbog Hunderte Jahre alte Ortsdurchfahrt
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Hunderte Jahre alte Ortsdurchfahrt
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00:37 30.04.2018
Grabungsarbeiter Bernd Helbing putzt die mittelalterlichen Fachwerkfundamente in Jüterbog frei. Quelle: Isabelle Richter
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Jüterbog

Neuer Einblick in Jüterbogs Stadtgeschichte: Im Baufeld der B102-Ortsdurchfahrt ist eine fast komplette mittelalterliche Bebauungsstruktur zu Tage gekommen.

Erste Hinweise am Jahresbeginn

Im Januar hatten der Berliner Grabungstechniker Daniel Dosdall und der Jüterboger Grabungsarbeiter Bernd Helbing damit begonnen, begleitend zu den Bauarbeiten zwischen dem Abschnitt Planeberg und Schulstraße nach archäologischen Funden unter der B102 Ausschau zu halten.

Bereits damals fanden sie erste Anhaltspunkte, die auf im Mittelalter angelegte Erdkeller hinwiesen. Das Ergebnis ist nun aber auch für die erfahrenen Fachleute erstaunlich.

Ursprünglicher Straßenverlauf erkennbar

Aktuell sind im Abschnitt von der Schulstraße bis zum Markt links und rechts in geringen Abständen immer wieder riesige Steine zu sehen. Sie kennzeichnen die früheren beiden Häuserreihen auf der Nord- und Südseite des Straßenbereichs.

„Das waren Unterlegsteine für Schwellbalken von Fachwerkhäusern mit darunter liegenden, grubenartigen Erdkellern“, klärt Daniel Dosdall auf. Anhand der freigelegten Fachwerkfundamente lässt sich nun deutlich der frühere Straßenverlauf erkennen.

Rund sieben bis acht Meter weiter als heute ragten die Häuser damals hinein. Dazwischen lag eine nur etwa fünf Meter breite Straße, die in ferner Vergangenheit mit Kies, Sand und Hölzern befestigt wurde. „Dieser mittelalterliche Weg ist noch älter als der Bohlenweg“, berichtet Daniel Dosdall.

Altersbestimmung noch nicht möglich

Der Fachmann erinnert damit an den im Juli 2017 entdeckten, sogenannten „Knüppeldamm“, den man bei Grabungsarbeiten im Bauabschnitt zwischen den Straßen Planeberg und Oberhag fand.

Diese mittelalterliche Fahrbahn aus Holzbohlen ist sozusagen der Nachfolger der aktuell entdeckten kiesbefestigten Straße. Solche Knüppeldämme entstanden damals im Zeitraum „von 1178 bis 1206“, so Dosdall.

Diese kiesbefestigte Straße aus dem Mittelalter ist noch älter als der im vergangenen Jahr entdeckte Knüppeldamm. Quelle: Isabelle Richter

Die Straße im aktuellen Bauabschnitt habe noch mehr Jahre auf dem Buckel, weiß der Grabungstechniker. Er schränkt allerdings auch ein: „Genau datieren können wir den Entstehungszeitpunkt der Straße bislang noch nicht.“

Jüterboger zeigen großes Interesse am Fund

Dies soll in den kommenden Tagen geschehen. Um die Bauarbeiten nicht maßgeblich zu verzögern, rückt ab der kommenden Woche Verstärkung zur weiteren Ausgrabung an.

Dann wird der Bereich komplett freigelegt, um den Fund zu dokumentieren, zu bergen und mit Längs- und Querprofilen zu rekonstruieren.

Zu sehen sein wird das Ganze gegen „Ende nächster Woche oder Anfang übernächster Woche“, so Daniel Dosdall.

Doch schon jetzt gibt es von vorbeilaufenden Fußgängern neugierige Blicke und interessierte Fragen.

Bauleiter hofft auf wenig Verzögerung

Auch aus Sicht des Fachmannes ist der Fund außergewöhnlich. Dosdall sagt: „Es ist schon etwas Besonderes, da man hier noch die komplette mittelalterliche Stadtbebauung unter der Straße hat.“

Die Verzögerung im Bauablauf soll so gering wie möglich ausfallen. Bauleiter Rene Kiepisch erklärt: „Ich hoffe, dass wir übernächste Woche weitermachen können.“

Laut Zeitplan wären die Bauarbeiten in dem Abschnitt dann bis zum Ende des Sommers abgeschlossen.

Von Isabelle Richter

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