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Jüterbog Im Gewerbegebiet stockt der Bau
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Im Gewerbegebiet stockt der Bau
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00:24 16.09.2018
25 Hektar Platz für Unternehmen bietet das Gewerbegebiet Luckenwalder Berg in Jüterbog. Fast alle sind verkauft. Quelle: Stadt Jüterbog
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Jüterbog

An bauwilligen Unternehmen mangelt es in Jüterbog nicht. „Alle Flächen im Gewerbegebiet Luckenwalder Berg sind verkauft oder reserviert“, sagt Wirtschaftsförderer Christian Seiler über den wichtigsten Gewerbestandort der Stadt. Doch gebaut wird auf den veräußerten, leer stehenden Grundstücken derzeit kaum. Die Gründe dafür seien vielfältig, so Seiler. Laufende Verhandlungen, Insolvenzen, unterbesetzte Behörden: All das hält mittelständische Unternehmen aus dem Raum Jüterbog aber auch neue Investoren aus Berlin vom Bauen ab.

Ein Jahr lang warten auf die Baugenehmigung

Besonders aufwendig ist für viele Bauwillige das Thema der Baugenehmigung. Nur auf einer der vielen Gewerbeflächen, die im Norden der Stadt in den vergangenen Jahren verkauft wurden, wird bereits gebaut. Die meisten Investoren warten noch auf die Genehmigung vom Landkreis oder sind mit aufwendigen Plänen beschäftigt. Ein Jahr Zeit rechnen die meisten dafür ein. Schneller dran ist nur, wer Glück oder gute Kontakte hat. „Viele Investoren frustriert die aktuelle Situation“, berichtet Christian Seiler, „denn die Prozesse sind von außen nur schwer nachvollziehbar.“

Christian Seiler ist seit Mai 2017 der Wirtschaftsförderer von Jüterbog. Quelle: Peter Degener

Der Stadt seien oft die Hände gebunden, da die Zuständigkeiten nach dem Verkauf der Flächen nicht mehr in Jüterbog liegen. „Dann können wir die Unternehmen nur noch unterstützend begleiten, beispielsweise als Lotse durch den Verwaltungsdschungel“, sagt Seiler. Mehrmals im Monat ist er bei der Kreisverwaltung in Luckenwalde zu Gast, informiert sich im Wechsel mit den Unternehmern, die in Jüterbog bauen wollen, über den Bearbeitungsstand der Bauanträge.

Einer, dem Christian Seiler bereits helfen konnte, ist Sven Schwichtenberg. Der Geschäftsführer des Reinigungsinstituts Koplin hat sich eine der begehrten Flächen am Luckenwalder Berg gesichert. Weil die Wirtschaft in der Region boomt, wächst auch sein Unternehmen und braucht mehr Platz.

Über die kontinuierliche Unterstützung des Wirtschaftsförderers ist er glücklich. „Die Stadt hat dafür gesorgt, dass es immer weiter geht und alles schnell bearbeitet wird“, sagt Schwichtenberg, der auch an anderen Standorten im Süden Brandenburgs baut. Seiler habe beispielsweise Termine beim Kreis organisiert und Treffen ermöglicht, die sich für den weiteren Verlauf als handlungsweisend herausstellten.

„Wir verkaufen nur mit Investitionspflicht“

Auf den Nachbargrundstücken am Luckenwalder Berg werden noch mehrere Monate oder noch viel mehr Zeit ins Land ziehen, bis die ersten Baumaschinen anrollen werden. In der Zwischenzeit müssen Brandschutzkonzepte erstellt und Anträge eingereicht werden. Eines der Grundstücke liegt gänzlich brach, weil die Firma insolvent ging, die dort bauen wollte. „Jetzt gehört es einer Bank“, erklärt Seiler. Dass die Stadt die Fläche zurückbekommt, ist unwahrscheinlich. Denn eine entsprechende Klausel gab es beim Verkauf nicht. Wenn sie das Grundstück zurückbekommen möchte, müsste sie mehr bieten als alle anderen Interessenten.

Dabei will die Stadt die Ansiedlung der Gewerbe eigentlich gezielt steuern. „Für die letzten zwei freien Flächen sind wir mitten in den Verhandlungen“, berichtet Seiler. Damit dort in naher Zukunft gebaut werden kann, arbeitet die Stadt eine Klausel in die Verträge ein: „Wir verkaufen nur mit Investitionspflicht.“ Grundstücksspekulanten, die Flächen nur erwerben, um sie später mit Gewinn weiterzuverkaufen, soll damit der Wind aus den Segeln genommen werden.

Von Victoria Barnack

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