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Jüterbog Die schrillsten Orgel-Töne klingen wieder
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Die schrillsten Orgel-Töne klingen wieder
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21:25 02.09.2018
Organist Leonard Sanderman (r.) und Orgelbauermeister Tobias Herold durften die Werner-Orgel als Erste wieder spielen. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

Sie ist die älteste ihrer Art in Berlin und Brandenburg: Die Werner-Orgel, die nach ihrer Restaurierung nun wieder in der Nikolaikirche steht, stammt aus dem Jahr 1675. Seit Samstagabend spielt sie auch wieder. „Ihre Töne klingen entweder sehr schön oder sehr schlimm für unsere Ohren“, sagte Organist Leonard Sanderman. Der Brite durfte das Kircheninstrument als erster Musiker dem Publikum vorführen.

Was Sanderman meinte: Die Orgel vom Erbauer Christoph Werner ist keine gewöhnliche Kirchenorgel. Sie ist klein, hat nur drei Register – ihre große Schwester, die Rühlmann-Orgel in der Nikolaikirche, besitzt davon 44. Die restaurierte Orgel muss zudem von Hand mit Luft bepumpt werden, damit sie Töne von sich gibt. Die zweite Person, die nötig ist, um sie erklingen zu lassen, muss sie im Stehen spielen.

Orgelbaumeister Tobias Herold hat das Instrument zerlegt und neu zusammengebaut. Quelle: Privat

Viele Jahre hatte die kleine Werner-Orgel in einem Nebenraum verbracht, weil kein Organist in Jüterbog etwas mit ihr anzufangen wusste. Erst seit Samstag steht sie wieder an ihren angestammten Platz im Altarraum. „Sie spielt nicht unterhaltend, auch wenn sie das könnte“, erklärte Kreiskantor Peter-Michael Seifried, „sondern ist zur liturgischen Begleitung des Gottesdienstes gedacht.“

Originale Bemalung unter sieben Farbschichten freigelegt

Allerdings gingen der Zahn der Zeit und mehrere Umbauten, nicht spurlos an dem Instrument vorüber. „Besonders die klanglichen Veränderungen, die zwar dem jeweiligen Zeitgeist entsprachen, setzten dem Instrument zu“, berichtete Seifried. Im 20. Jahrhundert wurde sie zum Beispiel umgebaut, um schrille Töne herauszunehmen, so der Kantor: „Das fand man damals schön.“

Erst 361 Jahr nach ihrem Bau klingt die Werner-Orgel nun wieder so wie im Ursprung. „Wer sie jetzt erlebt, hört dasselbe, was unsere Vorfahren damals gehört haben“, sagt Seifried. Auch ihr Anblick entspricht dem wieder. Die Restauratoren konnten unter sieben Farbschichten die originale Bemalung mit einem orientalischen Muster freilegen.

Brandenburgs Kultusminsiterin Martina Münch (SPD) besuchte Jüterbog anlässlich der Wiedereinweihung der Orgel. Quelle: Victoria Barnack

Knapp 90.000 Euro kostete die Restaurierung des kleinen Orgelinstruments. Nun folgt ihre große Schwester. Für die Rühlmann-Orgel brachte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Samstag bereits den zweiten Förderscheck über 44.000 Euro mit. „Die gut gefüllten Bänke zeigen, dass die Orgeln für die Jüterboger eine Herzensangelegenheit sind“, sagte sie.

Vor knapp einem Jahr hatte Münch erste Fördermittel, unter anderen für die Werner-Orgel, übergeben und zeigte sich begeistert vom wiederhergestellten Klang. Auch wenn die große Rühlmannorgel im Frühjahr 2019 wiedereingeweiht wird, wolle sie dabei sein.

Von Victoria Barnack

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