Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Gewölbe von St. Nikolai droht einzustürzen
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Gewölbe von St. Nikolai droht einzustürzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 11.03.2019
Zwei Steine haben sich im Gewölbe der Balgkammer in St. Nikolai gelöst. Wenn sie herunterfallen, droht das ganze Gewölbe einzustürzen und auf den frisch sanierten großen Orgelbalg zu fallen. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

Gefahr im Verzug, heißt es derzeit in der Jüterboger St. Nikolaikirche. Wie jetzt zufällig festgestellt wurde, haben sich im Gewölbe einer Nebenkammer zwischen den beiden Kirchtürmen zwei Steine gelöst. Sie hängen noch locker zwischen dem zerbröckelten Mörtel, aber schon halb heraus.

Orgelbalg in Gefahr

Sollten sie sich ganz lösen und aus dieser Höhe von mindestens zehn Metern herunterfallen, dürfte der gerade erst im Zuge der Orgelsanierung frisch restaurierte Orgelbalg zerstört werden. Doch das wäre noch das kleinere Übel, wenn es auch schon schlimm genug ist. Vielmehr wird befürchtet, dass dann auch das gesamte Gewölbe einstürzen könnte.

Zwei Steine haben sich im Gewölbe der Balgkammer in St. Nikolai gelöst. Wenn sie herunterfallen, droht das ganze Gewölbe einzustürzen und auf den frisch sanierten großen Orgelbalg zu fallen. Quelle: Hartmut F. Reck

„Wir haben es jetzt erst durch Zufall entdeckt“, sagt Peter-Michael Seifried besorgt. Der Kantor der Jüterboger Nikolaigemeinde und des Kirchenkreises Zossen-Fläming macht sich besonders stark für die Restaurierungen der Orgeln in seinem Zuständigkeitsbereich. Allein in Jüterbog gibt es acht national bedeutsame Orgeln, so viele wie in keiner anderen Stadt. Und weil die Unesco die Orgeln als Weltkulturerbe deklariert hat, beteiligt sich der Bund an der Restaurierung dieser Orgeln zu 50 Prozent, wie jetzt zum Beispiel bei der großen Rühlmann-Orgel in der Nikolaikirche.

Die spätromantische Orgel von 1908 wird seit vier Jahren restauriert. Am Montag wurde der überholte Spieltisch wieder von der Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt (Oder) angeliefert und aufwendig mit Hilfe von Gerüsten und Kettenzug zu ihrem ursprünglichen Ort gehievt.

Bei dieser Gelegenheit, wie jetzt bekannt wurde, entdeckte man in der so genannten Balgkammer, also in dem Raum hinter der Orgel, wo der große Balg zum Betrieb der pneumatischen Orgel steht, dass in dem schönen gotischen Gewölbe etwas nicht stimmt.

Niemand hat hingeschaut

Wie lange die Steine schon locker von der Gewölbedecke hängen, ist nicht bekannt. „Normalerweise guckt da ja niemand hin“, sagt Kantor Seifried, „deshalb hat es uns alle so überrascht.“

Dieser unvorhergesehene Notfall erfordere jetzt eine Notrettung, meint Seifried. Dabei sei es gar nicht so einfach, den Schaden zu beheben. Die schadhafte Stelle dürfe man nicht einfach mal schnell verputzen. Denn dann würde die Feuchtigkeit aus dem neuen Mörtel an die Luft abgegeben und durch den Orgelmotor in den Balg eintreten. Die Folge wäre, dass sich dann dort Schimmel bildet und sich weiter in der gesamten Orgel verbreitet.

Angst vor Feuchtigkeit

„Dadurch würden alle mit Luft versorgen Teile vom Schimmel befallen, weil es in ihr nicht feuchter sein darf als im Kirchenraum“, sagt Seifried. Das hieße, die gesamte Pneumatik und die Holzpfeifen müssten auseinandergebaut und gereinigt werden. Und das, nachdem die Orgel gerade wieder instand gesetzt wird.

Baldachin soll schützen

So soll jetzt erst einmal ein provisorischer Baldachin über dem Balg errichtet werden, um möglicherweise herabfallende Steine aufzufangen. Anschließend soll ein Gerüst bis hoch zum Gewölbe aufgebaut werden, von dem aus die lockeren Steine zunächst einmal provisorisch verkeilt werden.

Nach Pfingsten, wenn die Orgel wieder in Betrieb genommen wird, soll dann eine endgültige Lösung gesucht werden.

Von Hartmut F. Reck

„Zu Hause koche ich oft für meine Frau, aber das ist ganz anders“, sagt Eik Weiske. Vier Männer stellten sich zum Frauentag der Herausforderung und kochten für eine weibliche Jury. Das Fazit: Lecker, aber gar nicht so einfach.

13.03.2019

Staatssekretär Thomas Drescher besuchte am Donnerstag den FC Viktoria in Jüterbog. Dort besichtigte er die Sportanlage und den Sozialtrakt. Den Besuchern wurde schnell klar: Dort muss etwas geschehen.

07.03.2019

Der Bürgermeister und die FJB-Fraktion schlagen vor, die alte Schauburg, zum Kauf oder zur Erbpacht anzubieten. Sie hoffen auf einen Investor, der sie wieder herrichtet und als Treffpunkt betreibt.

07.03.2019