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Jüterbog Jüterboger Kläranlage droht Rattenplage
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01:15 10.12.2018
Im Jüterboger Klärwerk befindet sich viel Klärschlamm. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Jüterbog-Fläming (WAZ) hat massive Probleme mit der Entsorgung seines Klärschlammes. Bereits in den vergangenen Sitzungen der WAZ-Verbandsversammlung war das Thema diskutiert worden. Da die Lage sich immer weiter zuspitzt, muss nun dringend eine Lösung gefunden werden. Die Untere Wasserbehörde hat dem WAZ inzwischen ein weiteres Ultimatum gestellt – bis zum 21. Dezember muss der überschüssige Klärschlamm in Jüterbog entsorgt werden. Auch aus WAZ-Sicht sei der aktuelle Zustand nicht mehr haltbar. Mit dem Entsorgungsdienstleister gebe es allerdings Schwierigkeiten, sich auf eine Lösung zu einigen.

Zumutung für Mitarbeiter und drohende Rattenplage

Bereits im Jahr 2015 hat die Verbandsversammlung einen vierjährigen Vertrag mit dem derzeitigen Entsorger abgeschlossen. Innerhalb der Vertragslaufzeit (der Vertrag wurde dementsprechend angepasst) habe sich allerdings die Klärschlamm- und Düngeverordnung geändert. Aufgrund der verschärften Bedingungen, wie Zeiteinschränkungen und kompliziertere Auflagen, seien die Landwirte deshalb nur noch wenig begeistert von der Klärschlammaufnahme. Auch alternative Entsorgungsmöglichkeiten gebe es zumindest im Land Brandenburg kaum.

Neue Gebühren ab 2019

Bei der WAZ-Versammlung am Donnerstag wurden ebenfalls die neuen Gebührensätze für die Trinkwasserversorgung sowie die Schmutzwasserentsorgung für das Jahr 2019 beschlossen.

Demnach kommen auf die Beitragszahler ab 1. Januar folgende Gebührenänderungen zu:

Beim Trinkwasser werden die Gebühren von 2,56 Euro pro Kubikmeter auf 2,18 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Das macht eine Differenz von minus 38 Cent.

Beim Schmutzwasser erhebt der WAZ die Gebühren dagegen von 5,57 Euro pro Kubikmeter auf 5,95 pro Kubikmeter. Dies ergibt wiederum eine Differenz von plus 38 Cent.

Bürger kommen somit unterm Strich in etwa auf die gleiche Summe wie vorher.

Die Folge: Seit Ende des vergangenen Jahres gestaltet es sich zunehmend schwer, den Klärschlamm in Jüterbog ordnungsgemäß zu verwerten. Zum aktuellen Stand erläuterte WAZ-Vorsteherin Jana Schuhmacher: „Unser Dienstleister hat es nicht geschafft, die geplanten 2700 Tonnen Klärschlamm im Jahr zu entsorgen.“ Deshalb lagern momentan geschätzt 2000 Tonnen Klärschlamm auf der Jüterboger Kläranlage. „Wir sind unglücklich damit, es ist eine absolute Belastung“, so Schuhmacher weiter. Aus Sicht der WAZ-Vorsteherin sei der Zustand gerade für die Mitarbeiter der Kläranlage eine Zumutung. Anwohnerbeschwerden zum Geruch habe es dagegen noch nicht gegeben. Dennoch sei die Situation aus WAZ-Sicht fatal. Um die Problematik noch deutlicher zu machen, sagte Jana Schuhmacher: „Es kommt zu einer Rattenplage.Wir müssen hier handeln.“

WAZ-Vorsteherin kündigt Konsequenzen für Entsorger an

In den vergangenen Wochen habe es deshalb erneut Gespräche mit der Entsorgungsfirma gegeben. Zudem wurde der Dienstleister nochmals aufgefordert, den Klärschlamm bis Anfang nächster Woche zu entsorgen. Daraufhin habe die Firma dem WAZ ein Angebot mit alternativen Entsorgungswegen und zusätzlichen Mehrkosten gemacht. „Im Endeffekt waren wir unzufrieden“, sagte Jana Schuhmacher. Zur Klärung habe man deshalb einen Anwalt hinzugezogen – eine Einigung zwischen dem WAZ und dem Entsorger gab es jedoch nicht. Sollte der Klärschlamm nicht wie gefordert Anfang nächster Woche vom Dienstleister entsorgt worden sein, kündigte Jana Schuhmacher Konsequenzen an. Der Vertrag mit der Firma soll dann gekündigt werden.

Verbrennung in Boxberg wird als Alternative geprüft  

Erste Abhilfe zur schnellen Klärschlammentsorgung könnte jedoch ein Kohlekraftwerk in Boxberg schaffen. „Dort ist eine Klärschlammmitverbrennung möglich“, so Schuhmacher. Allerdings müsse erst geprüft werden, ob sich der Klärschlamm aus Jüterbog für die Verbrennung in Boxberg überhaupt eigne. In der kommenden Woche will der WAZ deshalb zunächst einen Probezug mit Klärschlamm in die Oberlausitz organisieren. Die Mehrkosten, die der WAZ für die alternativen Entsorgungswege bis Ende 2019 hat, sollen dann vom jetzigen Dienstleister eingeklagt werden.

Von Isabelle Richter

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