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Jüterbog Historische Reise zurück ins Jahr 1548
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09:01 10.09.2018
Vor dem Rathaus veranstaltete die Jüterboger Schützengilde ihr Salutschießen. Quelle: Fotos: Isabelle Richter (4)
Jüterbog

Unter dem tosenden Jubel hunderter Zuschauer zogen die Darsteller des Fürstentages am Samstagnachmittag durch das Zinnaer Tor in Richtung Jüterboger Rathaus. Nach einer kurzen Begrüßung der edlen und hochrangigen Gäste durch Bürgermeister Arne Raue (parteilos), der in dem Schauspiel ebenfalls die Rolle des Stadtoberhauptes übernahm, und dem Salutschießen der Jüterboger Schützengilde ging es für die Meute direkt zum ersten Programmpunkt in den Sitzungssaal.

Unter Beobachtung zahlreicher Zuschauer wurde hier ein im Jahr 1548 geführtes Verhandlungsgespräch zwischen Edelleuten, Wissenschaftlern und Landesfürsten nachgestellt.

Treffen zur Abwendung des drohenden Krieges

Vor 470 Jahren trafen sich in Jüterbog unter anderem die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen und der Bischof zu Naumburg, um über ein Abkommen zum Ausgburger Interim zu verhandeln. Das war als Reichsgesetz von Kaiser Karl V. erlassen worden, um so zeitweilig die kirchlichen Verhältnisse zu regeln.

Jenes Treffen, dessen Ergebnis die vom Kaiser ausgehende Kriegsgefahr abwendete, ging als Theologentag zu Jüterbog in die Geschichte ein. Mit Verkünden des Ergebnisses wurde der achte Jüterboger Fürstentag offiziell eröffnet.

Fossato-di-Vico-Weg offiziell eingeweiht

Nicht ganz passend zum Jahr 1548, aber dennoch ein wichtiger Programmpunkt, war im Anschluss die Danksagung an die Jüterboger Feuerwehr für die Einsätze der vergangenen Wochen. Dazu übergab Gerhard Maetz als Jüterbogs Beiratsvorsitzender der Stiftung Naturlandschaften, zu welcher große Teile der Brandflächen am Keilberg gehören, ein Dankeschön.

Kurz darauf ging es für die Fürsten, Edlen und Theologen mit italienischen Gästen in die Nähe des Dammtores. Im Rahmen des Fürstentages wurde dort der Fossato-di-Vico-Weg als Zeichen der Freundschaft zur gleichnamigen italienischen Partnerstadt enthüllt und feierlich eingeweiht.

Wunsch nach Schmuck an den Häusern 

Für den Heimatverein „Jüterboger Land“, dessen Mitglieder sich seit Monaten intensiv mit der Vorbereitung der Großveranstaltung beschäftigten, fiel das erste Fazit kurz nach Eröffnung des diesjährigen Fürstentages positiv aus. „Ich habe den Eindruck, dass viele Auswärtige da sind“, erklärte der Vereinsvorsitzende Jörg Podzuweit.

Schnappschüsse vom mittelalterlichen Spektakel in der Jüterboger Altstadt.

Etwas weniger zufriedenstellend war dagegen die erhoffte Dekoration der Häuser in diesem Jahr. Viele Fenster blieben zum Bedauern des Heimatvereins an diesem Wochenende leer. Jörg Podzuweit gab zu, er habe auf etwas mehr Unterstützung durch die Einwohner gehofft. „Ich sag mal so, die Stadt gibt sich Mühe und hängt ihre Fahnen heraus. Da könnte der ein oder andere schon mitmachen. Es macht ja keine große Arbeit“, sagte er.

Hofbesitzer begeistert von der Veranstaltung

Umso mehr Mühe hatten sich jedoch die Hofbesitzer gegeben. Auch das „Räuchereck“ von Dietlind Pusch und Kurt Radke war in diesem Jahr erneut für Besucher geöffnet. Das Rentnerpaar hatte sich zum Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr erstmals mit ihrem offenen Hof am Fürstentag beteiligt und war sofort begeistert. „Es macht einfach Laune, dabei zu sein. Und nach dem ersten Mal haben wir jetzt schon ein bisschen Erfahrung gesammelt“, berichtet Dietlind Pusch.

Auch Kurt Radke möchte seinen Hof trotz des enormen Aufwands in den kommenden Jahren wieder öffnen, sofern es die Gesundheit zulässt. Der Rentner hat aus dem vergangenen Jahr viel mitgenommen. „Zu unserem Erstaunen ist die Sache wirklich gut gelaufen und es ist eine ganz tolle Veranstaltung geworden“, berichtete er.

Von Isabelle Richter

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