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Jüterbog Was Eltern über ihre Kinder und das Internet wissen sollten
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Was Eltern über ihre Kinder und das Internet wissen sollten
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16:33 06.12.2018
Smartphones gehören für Jugendliche bereits in der Grundschule zum Alltag. Quelle: Henning Kaiser/dpa
Jüterbog

„Wer glaubt, dass es so etwas an unserer Schule nicht gibt, der irrt“, sagt Schulleiterin Mechthild Mews von der Geschwister-Scholl-Grundschule in Jüterbog. Immer wieder hören auch die Eltern ihrer Schüler die Geschichten von Mädchen und Jungen, die sich über das Internet erpressen, bedrohen und demütigen lassen mussten. „Was in den Medien berichtet wird, ist nicht so weit weg wie wir denken“, sagt Mews.

Am Mittwoch waren die Eltern der Jüterboger Grundschüler deshalb erstmals zum Info-Abend zum Umgang mit den sozialen Netzwerken und Medien eingeladen.

Erst Schüler, dann Eltern „medienfit“ machen

Bereits vor zwei Jahren war die Jüterboger Grundschule eine der ersten in Brandenburg, die am Pilotprojekt „medienfit“ teilnahmen. Für den Unterricht wurde ein Konzept erstellt, mit dem die Kompetenzen der Sechs- bis 13-Jährigen in Sachen Internet, Medien und soziale Netzwerke kontinuierlich verbessert werden sollen. Es wurden neue Geräte angeschafft, das Lehrpersonal geschult und die Arbeitsweisen in den Klassenräumen angepasst.

Elektronische Schultafel gehören inzwischen fest zum Alltag der Scholl-Grundschule in Jüterbog. Quelle: Uwe Klemens

„Nun war es an der Zeit, auch die Eltern über die Gefahren im Internet zu informieren“, sagt Schulsozialarbeiterin Jessica Schulz. „Mit den 5. und 6. Klassen machen wir das bereits regelmäßig im Unterricht.“

Circa 70 Eltern folgten der Einladung der Schule in Zusammenarbeit mit der Prävention der Polizei. Oberkommissarin Claudia Sponholz hat bereits an anderen Schulen im Landkreis Teltow-Fläming über das Thema informiert. Die Nachfrage zu Vorträgen über Cypermobbing sei stark gestiegen, berichtet sie. „Im Straßenverkehr lassen Eltern ihre Kinder erst allein, wenn sie sicher sind, dass die Kleinen gut vorbereitet sind. Im Internet ist das oft nicht so“, sagt Sponholz.

Polizeioberkommissarin Claudia Sponholz arbeitet im Bereich der Prävention und ist als Opferschutzbeauftragte tätig. Quelle: Victoria Barnack

Jede 5. und 6. Klasse an der Jüterboger Grundschule redet mit der Polizistin über Cybermobbing und Kriminalität im Internet. „Der Handygebrauch in der Schule bringt Probleme mit sich, die es ohne Handy nicht geben würde“, erklärt Sponholz. Mobbing, Beleidigungen, Drohungen, Erpressung: Für viele Jugendliche sei das Internet ein anonymer Raum und die Konsequenzen ihrer Handlungen oft viel zu wenig bekannt.

Gleichzeitig betont Sponholz vor den Eltern: „Verteufeln sollte man das Internet nicht.“ Vorteile seien nicht abzustreiten; die digitale Welt heutzutage zudem schon für die Kleinsten Alltag. „Viele Jugendliche definieren den Erfolg ihres Tages inzwischen danach, wie oft ihre Beiträge in den sozialen Netzwerken geliket oder geteilt wurden“, so die Polizistin, die auch als Opferschutzbeauftragte in Teltow-Fläming tätig ist.

Tipps für Eltern und Lehrer

Neugierig bleiben: Persönliche Weiterbildungen helfen Eltern aber auch Lehrern auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Aufklären: Eltern sollten frühzeitig mit ihren Kindern über die Gefahren bei der Internetnutzung sowie über die Folgen von unerlaubten Handlungen reden.

Regeln aufstellen: Beispielsweise in Klassenchats kann ein einheitlicher, digitaler Verhaltenskodex als wichtige Orientierung für Kinder dienen.

Sich Hilfe holen: Tritt doch der Ernstfall ein, sollten sich Kinder und ihre Eltern Hilfe organisieren, beispielsweise bei der Polizei oder Vertrauenspersonen.

„Es geht darum, das Selbstbewusstsein zu stärken“, sagt Sponholz. „Auch das der Eltern.“ Viele Mütter und Väter, die ihren Kindern Vorschriften im Umgang mit Handy oder Internet machen, würden oft als zu streng abgestempelt. Dem möchte Sponholz entgegenwirken. Feste Handy-Zeiten und Abmachungen im Klassenchat seien wichtig, um das Verhalten in der digitalen Welt behutsam zu erlernen.

Fälle aus der Region hinterlassen Eindruck

Mit erhobenem Zeigefinger steht die Polizeioberkommissarin dennoch weder vor den Kindern noch ihren Eltern. Anhand von Rätseln, Geschichten und Bewegungsspielen bringt sie den Grundschülern die Gefahren und das richtige Verhalten in Chats und sozialen Netzwerken auf lockere Weise näher.

Für die Eltern hat Claudia Sponholz vor allem Beispiele parat – alle stammen aus der Region und haben sich tatsächlich zugetragen. „Die ergriffenen Reaktionen der Eltern im Publikum zeigen, dass diese erste Veranstaltung etwas bewirkt hat“, sagt Schulleiterin Mews, die den Infoabend im nächsten Jahr wiederholen möchte.

Von Victoria Barnack

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