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Jüterbog Bürgermeister gibt Kämmerer Rückendeckung
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17:50 14.03.2019
Arne Raue Quelle: Peter Degener
Jüterbog

Die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses kamen am Dienstagabend aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie den Ausführungen von Kämmerer René Wolter zur Haushaltslage der Stadt lauschten. Vor allem seine „Denkanstöße“, wie er sie nannte, nämlich die Werbung für die örtliche Hotellerie und Gastronomie am besten einzustellen, weil das für die Stadt ohnehin kaum Gewerbesteuer abwerfe, und seine Warnung vor einem weiteren Wachstum Jüterbogs, weil der Ausbau der nötigen Infrastruktur die Stadt überfordere, ließ die Ausschussmitglieder ziemlich sprachlos zurück. Immerhin hieße das, sich von dem integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) völlig zu verabschieden.

Stellungnahme vom Krankenbett

Der sichtlich angeschlagene und krankgeschriebene Kämmerer verabschiedete sich anschließend wieder ins Krankenbett. Dort landete am Tag darauf auch Bürgermeister Arne Raue (parteilos) mit einer Bronchitis, wie er mitteilte. Dennoch reagierte er auf den MAZ-Bericht „Jüterbogs Kämmerer will Stadtwerbung einfrieren“ mit einer Stellungnahme.

„Volles Verständnis“

Darin zeigt er „volles Verständnis“ für die Aussagen seines Kämmerers, auch wenn er sie vielleicht anders formuliert hätte. „Die Äußerungen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Haushaltsaufstellung 2019“, so Raue, und kritisiert, wie schon sein Kämmerer im Ausschuss, den Umgang des Landkreises mit der Kreisumlage. Dieser betrachte das Geld der Kommunen „ungebremst“ als „frei kalkulierbare Einnahme“. Den Kommunen stehe „durch das Wirtschaften des Landkreises das Wasser bis zum Hals“, so Raue.

„Völlig nachvollziehbar“

Auch wenn der Kämmerer nun „völlig nachvollziehbare Emotionen zeigt, hat die Stadt in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet und Prioritäten richtig gesetzt“, meint Raue und verweist auf die Investitionen in Turnhallen, Kitas, Schulen und Horten. Bei der Frage des Wachstums erkennt man bei Raue eine leichte Abgrenzung von den Äußerungen seines Kämmerers. So arbeite er – Raue – „für eine Stadt mit starker Infrastruktur, für Neuzüge und Investoren“. Jüterbog müsse weiter so wachsen, aber ohne dabei den Kleinstadt-Charakter zu verlieren.

Null Interesse bei Gastronomen

Was das Stadtmarketing betreffe, „kann ich die Verärgerung des Kämmerers ebenso nachvollziehen“. So versuche man seit Jahren, die Gastronomen und Beherberger, die die Hauptgewinner eines guten Marketings seien, zu bewegen, „zumindest symbolisch ein ,Wir’ zu erzeugen“, schreibt Raue. Doch bis auf einige wenige Akteure liege das Interesse bei Null. Das sei frustrierend, „und der Kämmerer hat es nun drastisch ausgesprochen“, schließt Raue seine Stellungnahme.

Von Hartmut F. Reck

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