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Jüterbog St. Martin aus Neuhof
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog St. Martin aus Neuhof
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19:08 06.11.2018
Kamillo Nowak mit seinem Pferd Betti, dass ihn jedes Jahr beim Martinsumzug durch Jüterbog trägt. Quelle: Foto: Uwe Klemens
Jüterbog

Wenn in Jüterbog am 11. November zum jährlichen Martinsfest geladen wird, braucht sich die evangelische Kirchgemeinde um Publikum keine Sorgen machen. Die Geschichte vom Römischen Offizier, der beim Anblick eines frierenden Bettlers sein Schwert zückt und zur Verblüffung der Soldaten und des Bettlers seinen Mantel zertrennt, um ihn mit dem Armen zu teilen, ist die bekannteste Episode aus dem Leben des später heilig gesprochenen Mannes.

„Ich selbst habe mein Leben den armen geschenkt“

Die Nachstellung der Szene ist auch in Jüterbog stets der zentrale Teil des Festes. Dass unter der Rüstung und, später beim Umzug durch die Stadt, auf dem Sattel ein Neuhofer sitzt, ahnen die wenigsten. Seit 17 Jahren mimt Kamillo Nowak die Figur und ist noch immer von der Handlung berührt. „Ich selbst habe mein Leben den Armen geschenkt“, sagt der 58-jährige, der lange in Berlin Obdachlose und Suchtkranke betreute und Mitte der 90er Jahre in Neuhof eine suchttherapeutische Wohnstätte aufbaute. Wie bei Martin, speist sich auch Nowaks Antrieb aus christlichem Glauben.

Wichtig ist, dass der Ausdruck stimmt

„Als ich gefragt wurde, ob ich die Rolle übernehmen würde, war ich dankbar, denn ich wollte mich unbedingt ins öffentliche Leben einbringen“, blickt Nowak zurück. Dass aus dem Einspringen für den erkrankten Zivi ein Dauerjob werden würde, hat er damals noch nicht geahnt. Vier Tage bleiben dem Martin vom Dienst noch zum Lernen des Textes, da die Story, in die die Geschichte verpackt wird, jedes Jahr von Pfarrer Bernhard Gutsche neu geschrieben wird. „Zur Not hilft ja immer noch der Zettel im Ärmel“, sagt Nowak verschmitzt. „Wichtiger als der Text ist, dass der Ausdruck stimmt.“

Das Martinsfest in der Nikolaikirche beginnt am Sonntag um 17 Uhr.

Von Uwe Klemens

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