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Jüterbog Pfälzer bringt Fläming-Orgel zum Klingen
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Pfälzer bringt Fläming-Orgel zum Klingen
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18:40 10.09.2018
Hansjürgen Schaupp (vorn), assistiert von Kreiskantor Peter-Michael Seifried, an Brandenburgs ältester Orgel. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

 „Jüterbog ist eine wunderschöne Stadt in der man spürt, dass sie ihren Einwohnern am Herzen liegt“, sagt Hansjürgen Schaupp voller Begeisterung. 18 Jahre ist es her, dass der heute 81-Jährige, zusammen mit seiner damals noch lebenden Frau, zum ersten Mal seinen Fuß auf das ehrwürdige Altstadtpflaster setzte.

Seither ist der aus Ludwigshafen am Rhein stammende Pfälzer mehrmals im Jahr in der Flämingstadt zu Gast. Vor wenigen Tagen kam er erneut um zu schauen, was sich in Jüterbog seit seinem letzten Aufenthalt getan hat.

Strenger Lehrer statt strenger Vater

Dass Schaupp den Kirchen und ihren Orgeln besonderes Augenmerk widmet, ist kein Zufall. Denn entgegen des Wunsches seines Vaters, der seinem Sohn gern als Juristen gesehen hätte, entschied sich Hansjürgen Schaupp nach den ersten, ihm viel zu langweiligen Jura-Semestern für ein Organisten- und Musiklehrerstudium und tauschte den strengen Vater gegen strenge Lehrer. „Das war für mich ein großes Glück, denn dadurch habe ich natürlich unglaublich viel gelernt“, blickt der Musiker zurück.

Obwohl Schaupp im Laufe der zurückliegenden 60 Jahre als Kantor schon viele Orgeln im Rahmen von Gottesdiensten oder Konzerten gespielt, haben es ihm die Jüterboger Orgeln schon lange angetan. Den anlässlich der Wiedereinweihung der Werner-Orgel verliehenen Titel „Orgelstadt“ hat Jüterbog seiner Meinung nach zu Recht verdient. Nicht nur die Werner-Orgel, die aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt und Brandenburgs älteste, noch spielbare Orgel ist, zollt der Fachmann Respekt, sondern auch den anderen Kostbarkeiten.

Lange gehegter Wunsch wurde war

„Mein großer Wunsch ist, einmal selbst in der Nikolaikirche auf der Rühlmann-Orgel zu spielen, aber ich habe mich noch nie getraut, jemanden danach zu fragen“, gesteht Schaupp, der trotz seines Alters daheim noch jeden Sonntag im Gottesdienst an den Tasten sitzt. Das Angebot von Kreiskantor Peter-Michael Seifried, die frisch sanierte Werner-Orgel zu probieren, nahm Schaupp dankbar an. Danach plauderten die beiden Berufskollegen über ihre über die Geschichte der Jüterboger Orgeln.

Musizierfreude im Stehen

„Die Werner-Orgel hat alles, was die meisten Orgeln, die wir kennen, nicht haben“, prahlte Seifried über das mehr als 360 Jahre alte Schätzlein und brachte damit auch seinen Pfälzer Kollegen zum Staunen. Eine Orgel, die im Stehen gespielt wird, eine Winderzeugung mittels Ziehbalg, das Fehlen eines Notenpultes, da zur Zeit ihrer Entstehung die Gottesdienstliteratur auswendig gespielt wurde, und vor allem die sogenannte mitteltönige Stimmung, die im 17. Jahrhundert Standard war, sind echte Besonderheiten.

„Spätestens, wenn im nächsten Jahr die Rühlmann-Orgel nach ihrer Restaurierung wieder erklingt, komme ich wieder“, lautete am Ende Schaupps Versprechen.

Von Uwe Klemens

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