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Jüterbog Neues Konzept für das Wiepersdorfer Künstlerhaus
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Neues Konzept für das Wiepersdorfer Künstlerhaus
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17:35 17.04.2019
Das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf soll im Sommer 2020 wieder Stipendiaten beherbergen. Quelle: Karen Grunow
Wiepersdorf

Das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf steht in diesen Tagen am Wendepunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft: Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Schließung bekannt gab – aus finanziellen Gründen. Seit Juli 2018 wird die Kulturstätte saniert. Mit dem Anrücken der Bauarbeiter verabschiedeten sich die Kunststipendiaten.

Nun wird die Zukunft des Hauses immer klarer: In einem knappen Jahr soll im Wiepersdorfer Schloss wieder künstlerisches Leben stattfinden. Der Landtag hat dafür den ersten Entwurf zur Gründung des neuen Trägers, einer Stiftung, bewilligt.

Nachdem das morsche Dach des Haupthauses erneuert wurde, laufen nun die Dacharbeiten am Seitenflügel. Quelle: Victoria Barnack

Mit dem Entwurf werden erstmals konkrete Details zur Zukunft der Kulturstätte bekannt. So soll die Gründung bis zum 1. Juli 219 abgeschlossen sein und der bisherige Name „Schloss Wiepersdorf“ auch in der Stiftung erhalten bleiben.

In gut einem Jahr könnten dann die ersten Stipendiaten unter dem neuen Träger einziehen. Im Sommer 2020 soll der Betrieb wieder aufgenommen werden, heißt es von Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD).

Ab 2020 auch Wissenschaftler als Stipendiaten in Wiepersdorf

Bis dahin ist viel zu tun, denn das inhaltliche Konzept des Künstlerhauses steht auf dem Prüfstand. „Es gibt Vieles, was neu sein wird“, kündigt die Ministerin schon jetzt an. Die größte Neuerung: Künftig sollen auch einige Wissenschaftler als Stipendiaten mehrere Monate in Wiepersdorf residieren dürfen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz saniert derzeit das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, um es dem neuen Betreiber in gutem Zustand zu übergeben. Quelle: Victoria Barnack

Bisher war das lediglich Künstlern der verschiedensten Disziplinen vorbehalten. Münch stellt außerdem Kooperationsstipendien in Aussicht, bei der sich beispielsweise mehrere Partner an der Finanzierung beteiligen.

Historie

1814 zogen Bettina und Achim von Arnim auf das Gut. Das berühmte Dichterpaar aus der Zeit der Romantik verbrachte mehrere Jahre in Wiepersdorf.

1863 übernahm ein Enkel des Dichterpaares, Achim von Arnim-Bärwalde, das Gut und verlieh dem Ensemble seinen heutigen schlossartigen Charakter. Das Anwesen bliebt darüber hinaus jahrzehntelang im Besitz der Familie.

1945 begann die Nutzung des Anwesens als Dichterheim. Park und Gebäude sollten damit vor der Zerstörung bewahrt werden.

1953 übernahm der Deutsche Schriftstellerverband das Schloss. Später ging es in den Kulturfond der DDR über.

1980 wurde das Haus als „Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller und Künstler Bettina von Arnim“ wiedereröffnet. Auch nach der Wende diente es als Künstlerhaus für Aufenthaltsstipendiaten.

2005 kaufte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss und die umliegenden Liegenschaften zum symbolischen Wert von einem Euro. Die kulturelle Nutzung wurde dabei vertraglich bis 2019 festgelegt.

Auch die Aktivitäten abseits der Stipendien könnten in Wiepersdorf bald vielfältiger werden. So soll die Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen künftig verstärkt werden.

Im Gesetzesentwurf ist außerdem festgehalten, dass mit der neuen Stiftung auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Marketing des Künstlerhauses auf neue Beine gestellt und modern ausgerichtet werden sollen.

Wiepersdorf als „Botschafter von Kunst und Kultur“ in Brandenburg

Über die Funktion als Stipendiatenresidenz hinaus soll das Haus auf diese Weise „in der Öffentlichkeit wieder stärker als lebendiger Kunst- und attraktiver Musenort wahrgenommen werden, der auch als Botschafter von Kunst und Kultur des Landes Brandenburg wirkt“.

Die Ministerin berichtet außerdem von neu konzipierten Programmen unter Beteiligung der Öffentlichkeit oder externer Experten und von Plänen für Ausstellungen im Haus.

Im Juli 2018 begannen die Sanierungsarbeiten. Die Stipendiaten flüchteten damals vor dem Baulärm. Quelle: Privat

Die Finanzierung für das Großprojekt in Wiepersdorf hatte die Landesregierung bereits 2018 festgezurrt. Im Haushalt sind ab 2020 rund 720.000 Euro für das Künstlerhaus eingeplant.

Vorstand und Stiftungsrat entscheiden künftig in Wiepersdorf

Was mit dem Geld im Einzelnen passiert, legen der neue Vorstand und ein Stiftungsrat fest. Auch das geht aus dem Gesetzesentwurf hervor.

Ein Mitspracherecht hat hier künftig nicht nur das Land. Denn einen von vier Sitzen im Rat wird ein Stellvertreter des Landkreises Teltow-Fläming bekommen.

Freundeskreis darf im neuen Kuratorium beraten

Darüber hinaus soll ein Kuratorium einberufen werden. Die maximal zehn Mitglieder dürfen dem Vorstand und Stiftungsrat beratend zur Seite stehen.

Wie sich das Kuratorium zusammensetzt ist noch unklar. Hier soll aber wohl auch der Freundeskreis Schloss Wiepersdorf einbezogen werden. Er betreibt das Museum im Künstlerhaus.

Das Museum im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf beschäftigt sich mit Leben und Werken des Dichterpaares Bettina und Achim von Arnim. Quelle: Uwe Klemens

Bereits in der nächsten Plenarsitzung Mitte Mai soll das Gesetz beschlossen werden. „Die Gründungsbeauftragte, Annette Rupp, erarbeitet derzeit das inhaltliche Konzept für die neue Kulturstiftung und bereitet die organisatorischen, programmatischen und personellen Voraussetzungen vor“, erklärte Ministerin Münch.

Neben den Neuerungen sieht der Gesetzesentwurf aber auch vor, Altbewährtes beizubehalten, ein Museum beispielsweise und Veranstaltungen, bei denen sich die Stipendiaten der Öffentlichkeit und den Einwohnern der Region präsentieren.

Von Victoria Barnack

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