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Mutige Ausstellung

Hohenahlsdorf Mutige Ausstellung

Eine junge Hohenahlsdorferen zeigt offen ihre schwersten Lebensphasen und kämpft nebenbei gegen Vorurteile. Früher noch mit geringem Selbstbewusstsein, hat sich Lisa Lohrmann zu einer starken Persönlichkeit entwickelt. In ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich in der evangelischen Kirche.

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Das Bild „Sprung ins Mondlicht“ zeigt Lisa Lohrmanns Hoffnung für eine Freundin, die oft in sich selbst gefangen ist.

Quelle: Isabelle Richter

Hohenahlsdorf. „Solche Leute sind doch altbacken und prüde.“ Obwohl sich Lisa Lohrmann ehrenamtlich in der evangelischen Kirche engagiert und gerade ihren Master in Religionspädagogik absolviert, ist sie alles andere als „altbacken und prüde“. Mit bunten Haaren, Piercings und Tattoos räumt die Hohenahlsdorferin mit Vorurteilen gegenüber Angehörigen der evangelischen Kirche auf. In ihrer Ausstellung „An der Grenze“ teilt sie ihre Gedanken mit der Öffentlichkeit.

Früher Pessimist – heute Optimist

Die in der Klosterkirche in Kloster Zinna ausgehängten Gedichte und Zeichnungen sind moderne Werke zur Passionszeit. Diese handelt vom Leid und Sterben sowie der Auferstehung Jesu Christi. Düster und traurig ist der erste Eindruck der meist farblosen Werke. Doch Lisa Lohrmann macht „auch fröhliche Sachen“ wie sie selbst sagt. Denn aus ihr ist inzwischen ein richtiger Optimist mit viel Lebensfreude geworden. Doch das war nicht immer so, denn die selbstbewusste Masterstudentin durchlebte auch schwierige Zeiten.

„Ich hatte früher Probleme in der Schule und dann auch mit mir selbst“, berichtet die 22-jährige. Mitschüler grenzten sie aufgrund von Äußerlichkeiten aus. Dazu machte ihr der Tod ihres geliebten Opas sehr zu schaffen. Lisa Lohrmann war an der Grenze, so wie es der selbstgewählte Titel ihrer Ausstellung erzählt. Ihre Noten wurden schlechter. Zuhörer, denen sie sich anvertrauen konnte, hatte sie kaum.

Das Zeichnen und Schreiben ist eine Art Therapie

Irgendwann begann Lisa Lohrmann damit, die schlechten Gedanken nicht mehr in sich hineinzufressen, sondern sie auf Papier zu bringen. Bis heute ist diese Art der Selbsttherapie ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. „Wenn es mir schlecht geht, sehe ich erst mal nur eine Ursache dafür. Doch das ist meistens nur die Spitze des Eisbergs. Wenn ich dann aber auf mein Gedicht oder meine Zeichnung gucke, sehe ich erst, was noch alles daran hängt“, erläutert die junge Hohenahlsdorferin.

Eine Kirchenfahrt mit positiven Folgen

Neben ihrer Kreativarbeit half ihr außerdem eine Jugendfahrt der Kirche aus dem damaligen Tief. Dort hatte sie zum ersten Mal wieder das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Eine Gemeinschaft, die sie so akzeptiert, wie sie ist. „Das hat mir ungemein viel gegeben“, sagt Lisa Lohrmann.

Die modernen Einblicke in die Passionszeit und in Lisa Lohrmanns altes Leben können Interessierte noch bis zum 30. April in der Klosterkirche sehen.

Von Isabelle Richter

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