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Jüterbog Orgel-Spieltisch schwebt auf seine Empore
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Orgel-Spieltisch schwebt auf seine Empore
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17:05 04.03.2019
Ein schweres Gewicht hat nicht nur diese Holzfigur unter den Orgelpfeifen zu stemmen, sondern auch der Kettenzug an dem eigens errichteten Gerüst zu heben. Der sanierte Spieltisch der großen Rühlmann-Orgel wird wieder auf die Orgelempore gehievt. Quelle: Hartmut F. Reck
Jüterbog

„So etwas passiert höchstens nur einmal in hundert Jahren“, sagte der Jüterboger Kirchenmusiker Peter-Michael Seifried am Montagvormittag, als der Spieltisch der 111 Jahre alten großen Orgel wieder in die Nikolaikirche gebracht und dort mit viel Aufwand an seinen angestammten Platz bugsiert wurde.

Ein Zentimeter Luft

Ihn schon allein in die Kirche zu kriegen, war eine Herausforderung. Denn das Gehäuse mit der Klaviatur und den Registern, mit denen die Orgel bespielt wird, ist 99 Zentimeter tief und hätte durch den normalen Kircheneingang überhaupt nicht hindurchgepasst. Glücklicherweise ist der barrierefreie Seiteneingang genau einen Meter breit, sodass auf jeder Seite ein Freiraum von einem halben Zentimeter war, um das vier Zentner schwere Teil durch den Türrahmen zu schieben.

Mit Seilen manövriert Orgelbaumeister Thomas Lang den Spieltisch, damit er nirgends aneckt. Quelle: Hartmut F. Reck

Das ging auf Rollböcken noch recht einfach. Aber dann musste der schwere Klotz zwei Stockwerke in die Höhe gehievt werden. Ihn über die Treppe zu heben, wäre nicht machbar gewesen. Also montierten die Gerüstbauer der Jüterboger Firma Braune zunächst einen Gerüstturm im Treppenbereich und ein Gegenstück auf der Empore. Dazwischen installierten sie ein Brückenstück, auf das der Kettenzug aufgesetzt wurde. Mit ihm wurde dann der verpackte und mit Gurten umschlungene Spieltisch zunächst über die Höhe des Geländers der ersten Empore vertikal gehoben, dann horizontal darüber hinweggeführt und dahinter abgesetzt.

Der Spieltisch erreicht die erste Empore und wird über das Geländer bugsiert. Quelle: Hartmut F. Reck

Gleich danach errichteten die Gerüstbauer einen zweiten Turm von der mittleren Empore zur oberen Orgelebene. Zunächst mussten die Orgelbauer noch die Halterungen der am Geländer montierten beiden Trommeln abschrauben, die dort wahrscheinlich auch schon seit einem guten Jahrhundert stecken. Dann wurde der Spieltisch erneut angehoben und schwebte sicher zu seinem altvertrauten Platz, ohne dass er auch nur einmal irgendwo aneckte.

Das „Gehirn der Orgel“

Erleichtert zeigten sich Peter-Michael Seifried und Orgelbaumeister Thomas Lang, Geschäftsführer der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder). Dort wurde über den Winter das „Gehirn der Orgel“, wie Lang den Spieltisch nennt, restauriert. Das bedeutet, dass alle noch originalen Lederteile wie Bälgchen und Membranen ersetzt wurden. Den neuen Versorgungsbalg hatte man bereits im September restauriert.

Nun werden die Orgelbauer etwa drei Wochen lang damit zu tun haben, den Spieltisch über die Bleiröhrchen mit den richtigen Orgelpfeifen zu verbinden und den restaurierten Kompressionsapparat wieder einzubauen.

Eine ganze Nacht lang Musik

Es folgen die Endreinigung und der Einbau der bisher fehlenden Register, die abschließende Funktionsprüfung aller Bauteile und schließlich die Intonations- und Stimmarbeiten. Dann sollte das 300. Instrument des Orgelbauers Wilhelm Rühlmann von 1908 nach so langer Verstummung wieder in den schönsten Tönen erklingen.

Die feierliche Eröffnung wird am Pfingstsonntag, dem 9. Juni, begangen „und dann erklingt die ganze Nacht Musik“, kündigt Kreiskantor Seifried erwartungsfroh an.

Von Hartmut F. Reck

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