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Jüterbog Pfarrer Bernhard Gutsche kehrt Jüterbog den Rücken
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00:24 14.10.2018
Jüterbogs Pfarrer Bernhard Gutsche auf der Freitreppe des evangelischen Gemeindezentrums. Im Hintergrund die Nikolaikirche. Quelle: Uwe Klemens
Jüterbog

Jüterbogs Pfarrer Bernhard Gutsche verlässt am 1. Dezember die Stadt. Dieser Schritt war bereits seit langem geplant. Bevor die 100-Prozent-Stelle endgültig neu besetzt wird, soll es eine so genannte Vakanz-Vertretung geben. Wer das sein kann, wird gegenwärtig im Kirchenkreis beraten.

Besondere Verortung war reizvoll

„Ich gehöre zu den Verfechtern der 10-Jahre-Regelung, nach der ein Pfarrer in etwa nach dieser Zeit die Stelle wechseln sollte“, sagt der 48-Jährige, der im August 2005 nach seiner Probezeit in Latdorf bei Bernburg nach Jüterbog kam. „Ich hatte mich bewusst auf diese Stelle beworben, nicht nur, weil die Pfarrstelle in Latdorf abgewickelt werden sollte, sondern weil ich schon während meines Vikariats in einer anderen brandenburgischen Kleinstadt die ganz besondere Verortung kennengelernt habe, die man in einer Kleinstadt erlebt“, blickt Gutsche zurück. Anders als in größeren Orten gibt es in kleinen Kirchgemeinden viele Menschen, die sich aktiv ins Gemeindeleben einbringen und sich auch vor Verantwortung nicht scheuen. Dieses Miteinander zu moderieren, empfindet Gutsche bis heute als spannend. „Was ich bei meinem Antritt in Jüterbog vorfand, war eine sehr treue Gemeinde mit vielen, oft auch schon sehr lange engagierten Leuten, und es gab den Beginn eines Generationenwechsels innerhalb der Gemeinde. Außerdem faszinierte mich natürlich auch der Charme dieser wunderbar alten Stadt und ihrer alten Kirchen“, schwärmt der Theologe noch immer.

Dennoch ist Gutsche fest davon überzeugt, dass eine Trennung nach zehn Jahren beiden Seiten gut tut. „Für mich selbst ist es gut, auch einmal wieder nach neuen Herausforderungen zu schauen. Für die Gemeinde ist dieser Schnitt ebenfalls eine gute Gelegenheit, um zu überlegen, ob sie nicht vielleicht mal was ganz anderes will. Man will sich als Pfarrer natürlich bestmöglich überall einbringen, aber man kann nicht alles gut“, so Gutsche. „Lieber jetzt gehen, wenn es noch schade ist. Und man ist nicht unersetzlich“.

Sternstunden und Tiefpunkte

Höhe- und Tiefpunkte seiner Zeit in Jüterbog zu benennen, fällt Bernhard Gutsche nicht leicht. „Als Seelsorger das Gottesvertrauen anderer zu spüren und daran teilzuhaben, gehört für mich zu den Sternstunden. Der größte Tiefpunkt war für mich der Anschlag auf die Turmstube und das Nichtreagieren der Stadt darauf“, blickt Gutsche zurück.

Die aus den Pfarrämtern Karlshorst, Rummelsburg und Friedrichsfelde bestehende Paul-Gerhard-Gemeinde im Berliner Bezirk Lichtenberg ist nun ab 1. Dezember Gutsches neuer Wirkungskreis. Nach einem Probegottesdienst vor wenigen Wochen in Lichterfelde hat sich die dortige Gemeinde Ende September für ihn entschieden. „Ich bin unheimlich neugierig, wie man in einem solchen, ganz anders geartetem Sozialraum die Kirche zur Heimat und zum Ort der Inspiration machen kann“, blickt Gutsche voraus. Gegen eine weitere Kleinstadt hatte er sich mit Bedacht entschieden. „Dann wäre ich ständig versucht, den Ort mit Jüterbog zu vergleichen.“

Weggang war lange geplant

Für die Jüterboger Gemeinde kommt der Abschied nicht überraschend. Als 2015 die zehn Jahre abgelaufen waren, hatte der Pfarrer bereits verkündet, zwar noch bis zum Reformationsjubiläum zu bleiben, sich dann aber neu zu orientieren. Auch die notwendige Dachsanierung der Nikolaikirche wollte er gerne noch mit auf den Weg bringen. Am 9. Dezember um 14 Uhr wird er feierlich in der Nikolaikirche verabschiedet.

Von Uwe Klemens

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