Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Jüterbog Polizei sucht Zeugen nach Brandstiftung
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Polizei sucht Zeugen nach Brandstiftung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:50 12.09.2018
Bei einer der Brandstiftungen brannten über 30 Autos aus. Quelle: Feuerwehr Jüterbog
Jüterbog

Es ist ruhig geworden nach den großen Waldbränden rund um Jüterbog. Auch zu mutmaßlichen Brandstiftungen, die sich in Altes Lager und Jüterbog II seit April häuften, muss die Feuerwehr seit einigen Wochen seltener ausrücken. Während die Brandschützer wieder ruhige Nächte haben, läuft die Arbeit bei der Polizei auf Hochtouren. „Die Branddelikte werden durch eine Sonderkommission bearbeitet“, erklärt Polizeisprecher Heiko Schmidt auf MAZ-Anfrage.

Circa 30 Personen sind mit den Ermittlungen beschäftigt. Sie prüfen auch Zusammenhänge und Ursachen des großen Waldbrandes bei Treuenbrietzen. Zu den Einzelheiten, die die bisherigen Untersuchungen ergaben, könne man sich derzeit „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht äußern, so Schmidt. Das würde den Ermittlungserfolg gefährden.

Polizei schweigt zu Gerüchten über Tatverdächtige

Die Polizei schweigt sich deshalb zu den Gerüchten aus, die bereits seit einiger Zeit in Jüterbog kursieren. Mehrere Zeugen hatten vor verschiedenen Bränden im Stadtteil Jüterbog II einen laut Knall gehört. Vermutungen, es würde sich um einen oder mehrere jugendliche Täter handeln, machten die Runde. Auch ein Betroffener der Brände äußerte diesen Verdacht gegenüber der MAZ. Außerdem soll bereits mindestens ein Tatverdächtiger vernommen worden sein. Die Polizei wollte sich auf MAZ-Nachfrage hierzu nicht äußern.

Bei einer der Taten wurden drei alte Kasernen in Brand gesteckt. Quelle: Feuerwehr Kloster Zinna

Sie hofft stattdessen weiter auf aussagekräftige Zeugenhinweise. Denn davon kamen trotz mehrmaliger Aufrufe bisher nur wenig bei den Ermitteln an – „überraschenderweise“, so Polizeisprecher Schmidt, der offenbar mit mehr Hilfe von den Bürgern gerechnet hatte. Bisher sind lediglich 33 Hinweise zu den insgesamt 41 Fällen eingegangen. „Wie immer ist es so, dass ein Teil der Hinweise hilfreich ist und ein anderer eben nicht“, erklärt er.

Hilfreich hätte beispielsweise ein Zeuge vom vergangenen Donnerstag sein können. Er hatte einen Brand am Rande der Bülowstraße bemerkt, war dann aber mit dem Fahrrad verschwunden. Beim Eintreffen der Feuerwehr soll er noch vor Ort gewesen sein. Die Polizei erhofft sich von ihm weitere Informationen. „Er ist etwa 55 Jahre alt, war mit einem schwarzen Herrenfahrrad unterwegs. Er war mit schwarzen Sachen bekleidet und trug einen ebenfalls schwarzen Fahrradhelm“, beschreibt ihn die Polizei. Auch weitere Zeugen, die den Brand beobachtet haben und die Einsatzkräfte am Donnerstagvormittag informierten, bittet die Polizei, sich zu melden.

Immer wieder brennen kleine Flächen im Stadtteil Jüterbog II. Quelle: Feuerwehr Jüterbog

Der Alarm vom vergangenen Donnerstag war die jüngste Brandstiftung in der langen Reihe, die sich inzwischen über sechs Monate hin- zieht. „Seit dem 1. April sind in Jüterbog und Altes Lager insgesamt 41 Branddelikte polizeilich bekannt geworden“, erklärt Polizeisprecher Heiko Schmidt, „28 allein im August.“ Darunter hätten sich auch mehrere Sachbeschädigung durch Feuer befunden. „In einigen Fällen kann fahrlässiges Handeln bisher nicht ausgeschlossen werden“, sagt Schmidt.

Schaden im sechsstelligen Betrag

Die meisten Fälle sind derzeit Ödland- und Wald- oder Wiesenbrände. Für die Soko ist das vor allem interessant, weil anhand der Fälle eine Art Täterprofil erstellt werden kann. In zwei Fällen wurden Pkw in Brand gesetzt. In einem dieser Fälle war auch ein Schrotthandel betroffen, wobei 32 bereits verschrottete Fahrzeuge ausbrannten. Des Weiteren wurden fünf Mal bereits seit Jahren leerstehende Kasernengebäude in Brand gesetzt. „Der Schaden wird insgesamt auf einen sechsstelligen Betrag taxiert“, fasst der Polizeisprecher zusammen.

Von Victoria Barnack

Das Wandbild am Portal der ehemaligen evangelischen Kita ist für seinen Schöpfer Karl Várdaru noch immer eins seiner besten Werke. Nun wird es leider unter der Wärmedämmung verschwinden.

10.09.2018

Ein kaputtes Kabel in Jüterbog legte am Wochenende den Bahnverkehr in Osten teilweise lahm. Dabei wird an dem Bahnhof mit hochmoderner Technik gearbeitet. Den wartenden Reisenden half das wenig.

13.09.2018

Die Jüterboger Orgeln sind für Kantor Hansjürgen Schaupp einer der Gründe, warum er mehrmals im Jahr aus Ludwigshafen in den Fläming kommt. Diesmal hat sich dabei sogar ein großer Wunsch erfüllt.

10.09.2018