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Jüterbog RBB lässt Drohnen über Jüterbog fliegen
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22:13 31.10.2013
Der RBB drehte unter anderem am Rathaus und in der Nikolaikirche. Quelle: Martina Burghardt
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Jüterbog

Tim Jaeger ist entzückt von dem, was er auf dem Monitor sieht. Kameramann Thomas Reinke blickt derweil seinem Filmkopter hinterher, er steuert ihn durch die Alte Garnison in Jüterbog II und lässt ihn über der früheren Hauptwache kreisen. Aus diesem Blickwinkel bekommt man auf Vertrautes plötzlich eine ganz neue Sicht.

Ein Pilotfilm im doppelten Sinn entstand so am gestrigen Reformationstag in Jüterbog. Das außergewöhnliche Stadtporträt wurde in der RBB-Abendschau gesendet und bildete den Auftakt einer ganzen Serie. Gedreht wurde aus der Drohnen-Perspektive auch im Inneren der Nikolaikirche. Pfarrer Bernhard Gutsche und Karl-Heinz Zilz sind begeistert von den Bildern, die dort entstanden sind.

„Es ist das erste Mal, dass wir so etwas machen“, berichtete RBB-Reporter Tim Jaeger. Bislang seien Kameradrohnen eher sporadisch eingesetzt worden, zum Beispiel beim Hochwasser an der Elbe. Nun erkundeten er und sein „Pilot“ Jüterbog und Umgebung. Gedreht wurde unter anderem auf dem ehemaligen Schießplatz, in Jüterbog II und in der Altstadt.

Die Drohne heißt in der Fachsprache Oktokopter – sie fliegt mit acht Propellern. Das Abfluggewicht, inklusive hochwertiger Kamera, beträgt fünf Kilogramm. Dieser Maximalwert darf nicht überschritten werden. Die Distanz zwischen Drohne und Sender kann bis zu 1000 Metern betragen, allerdings geht Thomas Reinke lieber auf Nummer sicher. „Im freien Feld sind es schon mal 500 Meter, aber ich fliege vor allem im Nahbereich bis 100 oder 150 Meter“, erklärte der Pilot.

Seine Brandenburger Firma bietet seit zwölf Jahren Kameraflüge an, bislang vor allem für Filmproduktionen. Entstanden ist die Idee mit der Drohne aus einem Hobby. Thomas Reinke baut selbst Modellhubschrauber – auch sein Oktokopter ist ein Eigenbaumodell. Um nach Anweisungen eines Regisseurs oder Redakteurs Luftaufnahmen zu machen, braucht es einiges an Erfahrung, erzählte er. Und: „Ich fliege nur auf Sicht, die Sicherheit geht vor“, sagte Thomas Reinke.

Der Oktokopter kann ungefähr zehn Minuten in der Luft bleiben, dann sind die Akkus leer. Bevor er startet, bucht sich Thomas Reinke auf einem Satelliten ein, so bleibt die Verbindung bestehen. Bricht der Funkkontakt einmal ab, schickt quasi der Satellit die Drohne zum Startpunkt zurück. Coming-home-Funktion nennt man das.

Mit dem Fliegen allein war es nicht getan. Denn beim Blick von oben, wie zum Beispiel auf die Terrasse der zum Wohnhaus umgebauten Hauptwache in Jüterbog II, könnte man die Privatsphäre der Bewohner verletzen. Der Kameramann holt sich deshalb vor dem Dreh immer eine Erlaubnis. Doch Ines Gärtner, die Flämingkönigin von 2010, beobachtete ganz entspannt die beiden Männer mit dem exotischen Fluggerät und erzählte ein paar Details aus der Stadtteilgeschichte.

» Das Stadtportrait von Jüterbog im RBB

Von Martina Burghardt

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