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Spielerischer Sprachunterricht in Jüterboger Kita

English for Knirpse Spielerischer Sprachunterricht in Jüterboger Kita

Was Hänschen nicht lernt... , lernt man als Erwachsener meist weitaus mühevoller. Auf spielerische Art und Weise lernen die Jungen und Mädchen der Jüterboger Kita am Zinnaer Tor den Umgang mit der englischen Sprache. Ihre Lehrerin Christina Unnerstall hält das für den Schlüssel, um später die Welt besser zu verstehen.

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Handpuppen helfen, fremde Vokabeln zu lernen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Head, hand, foot and shoulder – den Umgang mit englischen Vokabeln beherrschen die Mädchen und Jungen der Kita „Zinnaer Tor“ in Jüterbog spielend. Das darf man wortwörtlich nehmen, denn wenn Englisch-Lehrerin Christina Unnerstall ein Mal in der Woche zu ihnen kommt, wird nicht gebüffelt, sondern gespielt, gesungen und gemalt. Das Lied, bei dem Kopf, Hände, Füße und Schultern kräftig geschüttelt werden, ist zu jeder Englischstunde der Auftakt.

„Mein Ansatz ist, die richtige Mischung aus Spielen und Lernen hinzukriegen“, sagt Christina Unnerstall, „die Kinder lernen am meisten, wenn es ihnen gar nicht bewusst ist.“ Je nach dem Inhalt der einfachen Kinderlieder, die sie auf Englisch singen, wird dann gemalt oder eine Runde Memory mit den passenden Motiven gespielt. „Je mehr sich die Kinder dabei wohl fühlen, desto mehr behalten sie am Ende“, ist eine von Christina Unnerstalls Erfahrungen.

Wie wichtig Sprache ist, um die Welt zu verstehen, hat die Wahl-Jüterbogerin schon früh gelernt. Nicht nur in Rumänien, wo sie als Tochter einer Siebenbürger Sächsin als Deutsche galt und zweisprachig aufwuchs, sondern auch später, wenn sie mit ihrer Mutter, die Sängerin war, von Engagement zu Engagement zog. Erst als Zehnjährige kam sie nach Deutschland. Ihre Sprachfärbung lässt ihre Herkunft noch immer erahnen, auch wenn das mittlerweile 45 Jahre zurückliegt. Musikwissenschaft und Spanisch wurden ihre Studienfächer. Den Zugang zur Musik hatten die Eltern gelegt. Den Wunsch, noch mehr von der Welt zu entdecken, hatte die Neugier an der fremden Sprache geweckt.

Vor 16 Jahren verschlug es ihren Mann Wilhelm nach Jüterbog, sie selbst startete als Spanisch-Lehrerin an der Volkshochschule und unterrichtet heute bei der Akademie Zweite Lebenshälfte Englisch. „Eine Extra-Ausbildung habe ich dafür nicht gemacht, aber ich hab es mir einfach zugetraut“, sagt Unnerstall. Als Tochter Charlotte 2003 in die Kita am Zinnaer Tor kam, wollte sie sich als Mutter einbringen und begann mit dem Englischunterricht.

Längst ist das dritte Kind der Kita entwachsen, nur Mutter Christina schnürt nach wie vor jeden Mittwoch ihre Siebensachen, um sich zu den Kindern auf die winzigen Stühle zu zwängen. Eine kleine Galerie voller Kinderbilder und hin und wieder eine Schachtel Pralinen von einer dankbaren Mutter sind, neben der eigenen Freude, ihr Lohn.

Dankbarkeit erfährt Christina Unnerstall auch beim Unterrichten von Flüchtlingskindern. Seit zwei Jahren ist sie an der Luckenwalder Jahn-Oberschule als Deutschlehrerin für 12- bis 16-jährige Migranten angestellt. „Wenn sie ihre ersten Sätze auf deutsch sprechen weiß ich: Es war nicht umsonst.“

Von Uwe Klemens

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