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Tagesklinik stellt sich vor

Jüterbog Tagesklinik stellt sich vor

Die Einrichtung gibt Interessierten bei mehreren Terminen Einblicke in Räumlichkeiten und Therapieangebote – den Auftakt machte das Pflegeteam. Gemeinsames Kaffeetrinken und Ausflüge: Der Alltag psychisch Erkrankter muss nicht immer grau sein erklären die Krankenschwestern.

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Die Krankenschwestern Katrin Franke (h.) und Ines Bloch-Görisch mit Sozialarbeiterin Mandy Demko (l.) im Atelier.

Quelle: Foto: Isabelle Richter

Jüterbog. Mehr Transparenz schaffen und Vorurteile abbauen – so lautet das Ziel bei der Reihe „Tag der offenen Tür“ der Jüterboger Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Am Freitagnachmittag konnten sich Interessierte davon überzeugen, dass die Einrichtung keinesfalls aus Gummizellen und Personal mit weißen Kitteln besteht. „Oft fällt das Wort Klapse“, sagt Katrin Franke.

Bis zu zwölf Patienten können aufgenommen werden

Die Krankenschwester und ihre Kollegin Ines Bloch-Görisch gehören zum örtlichen Pflegeteam. Beide sind von Montag bis Freitag in der Tagesklinik beschäftigt und schilderten ihren Arbeitstag. Dieser beginnt früh am Morgen mit dem Empfangen der Patienten und endet am Nachmittag mit dem gemeinsamen Kaffeetrinken. Bis zu zwölf Hilfsbedürftige kann die Tagesklinik in Jüterbog aufnehmen. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, nach oben ist die Altersskala offen.

Trotz des teilweise großen Altersunterschieds, fügen sich die Gruppen aber gut zusammen. „Die Jüngeren sind oft erstaunt, was die Alten so alles erlebt haben“, sagt Ines Bloch-Görisch. Sie arbeitet bereits seit zehn Jahren in der Jüterboger Klinik und liebt ihren Job. Für die Patienten ist sie oft der erste Ansprechpartner. Gemeinsam mit Katrin Franke kümmert sie sich auch um organisatorische Dinge wie kleine Ausflüge. „Für die Meisten ist es anfangs schwierig, wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren“, berichtet Katrin Franke.

Viele isolieren sich und müssen erst wieder lernen raus zu gehen

Da die Patienten sich während ihres Krankheitsverlaufs stark aus der Öffentlichkeit zurückziehen, müssen sie erst wieder neu lernen mit solchen Situationen umzugehen. Und sie müssen wieder zu sich selbst finden. Ines Bloch-Görisch zeigt das Atelier für Kunsttherapie. Hier können die psychisch Erkrankten mithilfe von Bildern und Tonarbeiten ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Die Ergebnisse sind überall in der Klinik ausgestellt.

„Es ist toll, wie die Patienten sich hier ausprobieren und ihre Ressourcen wiederfinden“, sagt die Krankenschwester. Ines Bloch-Görisch und Katrin Franke arbeiten auch selbst als Co-Therapeuten mit den Patienten. Singen, Tanzen oder Nordic Walking gehören zu ihren Angeboten. „Es gibt aber auch Patienten, die zunächst keine Lust darauf haben“, sagt Ines Bloch-Görisch. Sie und Katrin Franke haben selbst viel Spaß an den Dingen, die sie weitergeben und sie schaffen es, die Erkrankten neu zu motivieren.

Für das Team ist es auch nicht immer leicht

Trotzdem ist der Beruf auch für sie geistig sehr anstrengend. Beide Krankenschwestern haben aber gelernt, „nicht so viel mit nach Hause zu nehmen“, wie es Katrin Franke formuliert. Außerdem gibt es regelmäßige Gesprächsrunden mit dem ganzen Team, denn auch für das Personal gilt: das Reden hilft.

Sozialarbeiterin Mandy Demko ist an diesem Tag auch im Haus. Sie kümmert sich unterstützend um Behördenangelegenheiten von Patienten und stellt sich im Zuge der Terminreihe neben der Psychologin, Ärztin und Kunsttherapeutin vor. Das nächste Treffen ist am 5. Mai von 14.45 Uhr bis 15.30 Uhr.

Von Isabelle Richter

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