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Jüterbog Tödlicher Rauch – Einsatzübung im Schulhaus
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog Tödlicher Rauch – Einsatzübung im Schulhaus
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02:24 29.04.2018
Katastrophenschutzübung am Gymnasium Jüterbog. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Weißer und roter Rauch quoll aus dem Flachbau auf dem Schulhof des Goethe-Schiller-Gymnasiums. Alarm! Dort befinden sich die Fachkabinette für den Physik- und Chemieunterricht. Weges des Verdachts auf einen Chemieunfall wurden am Donnerstagmittag die Schüler im Schuljargon als „Bunker“ bezeichneten Flachbaus von den Kameraden der Jüterboger Feuerwehr evakuiert und anschließend in der Turnhalle medizinisch versorgt.

Alle Katastrophenschutz-Einheiten aus dem Kreisgebiet alarmiert

Wenige Minuten später ging der Puls wieder etwas runter: Es handelte sich um eine groß angelegte Katastrophenschutzübung des Landkreises. Kein Ernstfall. Sämtliche verfügbaren Wehren im Umkreis bis Niedergörsdorf, Dahme und Baruth, sowie sämtliche Rettungs-, Sanitätsdienst- und Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises, die in Ludwigsfelde stationierte Gefahrstoffeinheit, mehrere Einsatzwagen der Polizei und Notfallseelsorger wurden nach Jüterbog beordert und erfuhren erst vor Ort vom Übungscharakter des Einsatzes. Der Landkreis informierte die Öffentlichkeit über die Übung.

Übungen dieser Größe nur alle drei bis vier Jahre

„Insgesamt waren rund 140 Leute im Einsatz“, sagt Kreisbrandmeister Tino Gausche, der im Landkreis für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist und die Übung leitete. „Wegen des Aufwandes, der natürlich auch mit hohen Kosten verbunden ist, machen wir Übungen dieser Größenordnung nur etwa alle drei bis vier Jahre“, erläuterte Gausche.

Zweck des Manövers war es, die Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften zu trainieren und zugleich zu gucken, wie viele der überwiegend ehrenamtlichen Retter an einem ganz normalen Wochentag mobilisiert werden können. „Von dem Ergebnis waren wir sehr positiv überrascht“, sagt Gausches Stellvertreter Silvio Kahle, der zugleich Stadtbrandmeister in Trebbin ist und das Geschehen auf dem Schulhof in der Schillerstraße in seiner Funktion als Schiedsrichter kritisch beäugte.

Übungseinsatz, um aus Fehlern zu lernen

Der Grundsatz, dass Fehler dazu da sind, um aus ihnen zu lernen, bewahrheitete sich auch diesmal. „Bei einer Übung werden schon deshalb immer mehr Fehler gemacht, weil alle sich besonders große Mühe geben, keine Fehler zu machen. Im richtigen Einsatz sorgt die Routine dafür, dass weniger Fehler passieren“, weiß Kahle aus Erfahrung.

Gravierendster Fehler bei der Übung am Donnerstag, der im Ernstfall schlimmstenfalls für viele Tote gesorgt hätte, war die Aufstellung der Fahrzeuge mitten im „giftigen“ Qualm. Zugleich war die kleine Einfahrt dadurch schnell mit Blaulichtfahrzeugen zugeparkt, sodass man sich im Fall einer größeren Evakuierung gegenseitig behindert hätte.

Am Goethe-Schiller-Gymnasium fand am 26. April 2018 eine Großübung statt, die es so in Teltow-Fläming bisher noch nicht gegeben hat.

Viel Lob seitens der Einsatzleitung gab es für die 26 Achtklässler, die sich gerade im Chemiekabinett aufhielten und erst wenige Minuten zuvor über die Übung informiert wurden. Mit schauspielerischem Talent mimten sie im Anschluss die nach Atemluft ringenden und unter Schock stehenden Verletzten, die dann von den Rettungskräften versorgt wurden. Auch Chemie-Lehrerin Grit Rudloff spielte ihre Rolle perfekt – bis hin zum vorgetäuschten Zusammenbruch.

Rund eineinhalb Stunden war die Schillerstraße zwischen Wursthof und Goethestraße vollkommen gesperrt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten von der anderen Straßenseite aus das Geschehen.

Von Uwe Klemens und Nils Rosnau

Im gesamten Landkreis Teltow-Fläming wurden am Donnerstagmittag Feuerwehren und Rettungsdienst alarmiert. Es läuft eine Großeinsatz-Übung in Jüterbog.

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