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Jüterbog Heißt Jüterbogs Sportplatz bald Fläming-Stadion?
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19:32 30.01.2019
So könnte es aussehen: Ernst Troelenberg will den Sportplatz am Rohrteich in „Stadion“ umbenennen. Für ein Reklame-Schild gibt es jetzt den ersten Sponsor. Quelle: Victoria Barnack
Jüterbog

„Wenn ein Kind geboren wird, bekommt es einen Namen“, sagt Ernst Troelenberg, „unseren Sportplatz haben wir seit über 20 Jahren, aber es gibt noch immer kein Schild mit einem Namen.“ Quasi genauso lange setzt sich der Leichtathletik-Vereinschef bereits für eine offizielle Benennung als „Stadion“ ein. Schon 1998 hatte er erste Anträge für eine Beschilderung bei der Stadtverwaltung eingereicht.„15 Jahre lang hat es in Jüterbog überhaupt keine Beschilderung gegeben, wo der Sportplatz ist“, berichtet Troelenberg.

Bisher verliefen alle Bemühungen des Jüterbogers im Sande. Nun kommt allerdings frischer Wind in die Diskussion: Ein erster Sponsor für ein großes Namensschild hat sich gefunden.

Michael Poser (FJB) hat sich bereit erklärt, das erste „Stadion“-Schild selbst herzustellen. Quelle: MAZ

Nachdem Ernst Troelenberg sein Anliegen in der vergangenen Woche erneut im Sozialausschuss vorgetragen hatte, erklärte sich der Stadtverordnete Michael Poser (Für Jüterbog) bereit, das erste Schild herzustellen.

Lokalpolitiker uneins über Umbenennung

Ob Troelenbergs Vorhaben nun aber tatsächlich in die Realität umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. Denn über die Umbenennung sind sich die Lokalpolitiker weiter uneins. Posers Fraktionskollege Rick Wardaru sprach sich im Sozialausschuss noch am selben Abend gegen die Umbenennung aus. „Die Problematik ist nicht wirklich groß. Wichtig ist, dass es eine schöne Anlage ist“, sagte er.

Rick Wardaru (FJB) befürwortet eine Umbenennung erst nach weiteren Investitionen in die Sportanlage. Quelle: privat

Sollte doch eine Umbenennung in den Titel „Stadion“ stattfinden, sollten zunächst Investitionen in den Sportplatz fließen. „Erst, wenn die Anlage in einer Größenordnung umgebaut wird und damit einen Stadioncharakter bekommt, könnte man in diesem Zuge den Namen ändern“, sagte Wardaru, „aber nur weil die Tartanbahn jetzt neu gemacht wird, ist das noch kein Grund.“

„Dafür haben wir nicht die finanziellen Mittel“

Dass in den nächsten Jahren größere Summen in den Sportplatz am Rohrteich fließen, bezweifelt Troelenberg. „Dafür haben wir in Jüterbog nicht die finanziellen Mittel“, sagt er und hält Wardarus Szenario deshalb für unrealistisch.

In den zurückliegenden Jahren wurde in die Sportanlage investiert: Neben einer Tribüne entstanden auch Parkplätze. Derzeit wird die Tartanbahn gebaut. Quelle: Victoria Barnack

Der nun in Poser gefundene Sponsor ist für den Leiter des Landesstützpunktes Jüterbog allerdings ein wichtiger erster Schritt. Ob der Sportplatz am Rohrteich künftig „Fläming-Stadion“, „Jüterboger Stadion“ oder „Stadion am Rohrteich“ heißt, ist für ihn nur zweitrangig hinter der im Vordergrund stehenden Aufwertung des Namens.

„Ich bekomme bei Wettkämpfen immer wieder Anmerkungen von Sportlern, auch von internationalen: ,Warum nennt ihr euch denn nur Sportplatz, obwohl ihr eine so wunderschöne Anlage habt?’ fragen sie immer wieder“, erzählt Troelenberg. „Es ärgert mich, dass wir die Chance nicht nutzen, Werbung für die Stadt zu machen.“

Historisches zum Sportplatz am Rohrteich

Das Gelände am Rohrteich hat eine Sport-Tradition. 1906 traf sich der Radsportverein an der „Rohrteichwiese“.

Ein Lageplan wurde von 1929 anlässlich einer neuen Vermessung angefertigt. Er zeigt drei Sportplätze mit Turn-, Wurf-, Weitsprung- und Hochsprunganlage.

1932 wurde der Neubau des Sportplatzes, der bald „Horst Wessel“ hieß, beantragt. Damals gab es auch schon eine Umkleidehalle, deren Baudatum aber nicht bekannt ist.

1959 wurde ein hübscher Eingangsbereich gebaut – nun zum Ernst-Thälmann-Sportplatz. Der Musterungsstützpunkt, seit 1995 Gaststätte „Fuchsbau“, wurde 1976 errichtet.

Sollte die Umbenennung scheitern, will sich der Leichtathletik-Chef zumindest weiter für die Beschilderung der Sportanlage einsetzen. Dafür hat er bereits die Unterstützung des Jüterboger Sportlerbeirates. „Die Ausschilderung für den Sportplatz – egal wie er heißt – sollte überdacht werden“, pflichtete Thomas Faber vom FC Viktoria Jüterbog bei.

Der Sozialausschuss hat nun zunächst einmal die Verwaltung beauftragt, zu klären, ob eine Umbenennung Kosten nach sich zieht und in welcher Höhe.

Von Victoria Barnack

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