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Jüterboger Bahnwerk liegt in Trümmern

Illegaler Abriss Jüterboger Bahnwerk liegt in Trümmern

Ein völlig ungesichertes Trümmerfeld erstreckt sich auf seit kurzem auf dem Gelände des früheren Bahnbetriebswerks in Jüterbog. Nach illegalen Rodungen vor anderthalb Jahren wurden nun Gebäude abgerissen – und ganze Wände dabei stehen gelassen. Die Behörden wurden zuvor nicht informiert. Nur ein einziges Gebäude wurde vom Eigentümer bislang verschont.

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Ordnungsamtsleiter Joachim Wasmansdorff in den Trümmern der nur teilweise abgerissenen Gebäude.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Ein wahres Trümmerfeld erstreckt sich auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Jüterbog am Neuheimer Weg. Holzbalken von heruntergerissenen Dächern türmen sich neben den Resten von Lokschuppen und Werkstätten in die Höhe. Dazwischen finden sich offene, mehrere Meter tiefe Schächte.

„Kein Zaun, kein Schild, kein Hinweis“, ärgert sich Joachim Wasmansdorff, Leiter des Jüterboger Ordnungsamts und stellvertretender Bürgermeister. „Hier drohen schwere Gefahren für die Allgemeinheit, gerade für Kinder“, sagt Wasmansdorff bei einer Begehung des ungesicherten Geländes. Glücklicherweise sei ihm bislang kein Vorfall zur Kenntnis gekommen, bei dem dort jemand zu Schaden kam.

Geschichte

Das Bahnbetriebswerk Jüterbog ist größtenteils von 1917 bis in die 1930er Jahre errichtet, aber danach auch immer wieder erweitert worden.

Neben Lokschuppen, Sterngleisen, der Drehscheibe und der Werkstatt gehörten dazu Aufenthaltsgebäude für die Bahnmeisterei, Garagen und Lager.

Seit 2002 war das Bahnbetriebswerk nicht mehr in Betrieb gewesen.

Von den Abrissen wusste die Untere Bauaufsicht des Kreises bislang nichts, eine eigentlich notwendige Abrissanzeige seitens des Eigentümers liegt nicht vor. Ein Mitarbeiter werde sich noch in dieser Woche vor Ort von den Gegebenheiten überzeugen, kündigte die Kreisverwaltung an.

„Die Gebäude wurden ausgeschlachtet und alles ausgebaut, was Geld bringt“, sagt Joachim Wasmansdorff zu dem fraglichen „Geschäftsmodell“ des Eigentümers. Laut Bauamtsleiterin Kira Wenngatz waren die meisten Gebäude trotz langen Leerstands zwar marode, insgesamt aber „gut erhalten“. Viele Dächer waren noch in Ordnung – jetzt haben die meisten Häuser gar keines mehr.

Trümmerlandschaft  – nur der Wasserturm (hinten links) steht noch

Trümmerlandschaft – nur der Wasserturm (hinten links) steht noch.

Quelle: Peter Degener

Einzig unangetastet vom Eigentümer blieb der Wasserturm, der aus dem Jahr 1916 stammt und kurz vor dem Bahnbetriebswerk errichtet worden war. Der Turm ist auch das einzige Gebäude dort, das unter Denkmalschutz steht. Der Besitzer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Nach Informationen der MAZ gehört das etwa 6,5 Hektar große Areal seit einer Versteigerung der Deutschen Bahn im Herbst 2014 einer Privatperson. Kurz nach dem Verkauf wurden zuerst die wertvollen Gleise entfernt. Außerdem wurden damals 86 Bäume ohne Genehmigung gefällt. Die Untere Naturschutzbehörde erfuhr nach eigenen Angaben erst aus der MAZ davon. „Nach schwierigen Eigentümer-Recherchen wurden die Ermittlungen zum Verwaltungsverfahren im November 2015 aufgenommen“, teilt die Behörde mit. Wegen der Fällung sei eine Ersatzleistung erforderlich, das entsprechende Verfahren sei „derzeit in Bearbeitung“.

Im Juni 2015 war ein Mitarbeiter der Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde vor Ort. Damals hätten keine Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingeleitet werden müssen, heißt es beim Kreis.

Von Peter Degener

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