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Teltow-Fläming Jüterboger Biergeschichten
Lokales Teltow-Fläming Jüterboger Biergeschichten
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14:20 07.06.2016
Bei der Vernissage wurde nicht nur in leere Flaschen geschaut, sondern auch verköstigt, worum es in der Ausstellung geht. Quelle: Kunze (3)
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Jüterbog

Nicht nur Genießer des edlen Gerstensaftes zog es am Sonntag ins Museum im Mönchenkloster. Eröffnet wurde eine Sonderausstellung rund um das Bier. Sie steht unter dem Motto „500 Jahre Bierreinheitsgebot – 500 Jahre Jüterboger Biergeschichte(n)“. Museumsleiter Norbert Jannek begrüßte die Gäste. Gezeigt werden Exponate und Dokumentationen aus dem reichhaltigen Fundus. In Vitrinen sind Bierkrüge, Karaffen, Bierflaschen und vieles mehr aus verschiedenen Jahrhunderten sowie umfangreiche Dokumentationen von den Anfängen des Bierbrauens bis heute zu sehen. Einen breiten Raum wird auch der Kneipen- und Gaststättenszene in und um Jüterbog eingeräumt.

Bierausstellung Jüterbog Mönchenkloster Quelle: Kunze

„Bier in Jüterbog“ ist ein umfangreiches Thema. Aus dem Jahr 1454 stammt eine Brauordnung für Jüterbog, die in der Ausstellung zu sehen ist. Auch über den Bierstreit zwischen Jüterbog und Luckenwalde gibt es eine urkundliche Erwähnung von 1536. Wer diese Urkunden lesen will, muss allerdings Zeit haben: Die damalige Rechtschreibung und Ausdrucksweise sind für Laien heute nur schwer zu verstehen. Ursprünglich durfte allerdings jeder Jüterboger brauen. Das änderte sich 1419, das Braurecht wurde ab dann nur noch Innungsmitgliedern erlaubt. 1426 gab es einen Erlass des Jüterboger Magistrats, der den Bewohnern kleiner Häuser das Brauen verbot, angeblich aus Brandschutzgründen. Bier wurde bald eine typische Handelsware auf dem Nahmarkt. Selbst ein Handel mit den nächsten Städten musste gründlich abgesprochen werden. Die übliche Brauzeit war von Herbstende bis Ostern. Eis war als Kühlmittel deshalb dringend erforderlich.

Bierausstellung Jüterbog Quelle: Kunze

Unheimliche Ausmaße nahm das Saufen vor allen in Adelskreisen und an Fürstenhöfen an. So hatten sich auf dem Reichstag zu Augsburg 1531 mehrere deutsche Fürsten und Herren zu Tode gesoffen. So wurde kurzerhand das „Übertrinken und Herausfordern zum Saufen“ verboten, was auch nur bedingt half. Der sächsische Kurfürst Christian I. fiel 1591 bei einer Jagd stockbetrunken vom Pferd und starb letztendlich mit 31 Jahren an seiner Alkoholsucht. Sein Nachfolger Christian II. besuchte 1611 den Fürstentag in Jüterbog. Vom Volk wurde er „Saufchristel“ genannt. 27-jährig verstarb er nach Genuss eines Pferdekübels voll eiskalten Bieres an einem Gehirnschlag. Auch das Bürgertum war sehr trinkfreudig, einen Anlass für ein Tröstelbier oder zum Leeren einer Ratsherrenkanne gab es immer. Umfangreich war zu früheren Zeiten die Gaststättenlandschaft in Jüterbog. Anhand von Adressbüchern sind nach Adressbüchern die bekanntesten Lokale und Kneipen aufgelistet. Zu DDR-Zeiten übernahm vor allem die Handelsorganisationen HO und Konsum den Betrieb von Gaststätten, nicht nur in Jüterbog.

Die neue Ausstellung ist alles in allem eine interessante Sonderschau. Allerdings, einen Bierausschank wie am Eröffnungstag wird es nicht wieder geben. Die Idee kam aber gut an, und das Bier von Jüterbogs Braumeister Alexander Knobelsdorf schmeckte allen vorzüglich. Martin Lehmann, 50 Jahre lang in Jüterbog als Bäcker- und Konditormeister tätig, schenkte dem jungen Brauer spontan eine goldene Ehrennadel des Handwerks aus seiner privaten Sammlung. Zu DDR-Zeiten wurde sie an verdienstvolle Handwerker verliehen. Martin Lehmann sagte: „Ich freue mich sehr, dass es in Jüterbog nun eine neue Handwerkerzunft gibt.“

Info: Die Schau ist bis 18. September im Stadtmuseum Jüterbog im Kulturquartier Mönchenkloster zu sehen.

Von H.-Dieter Kunze

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