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Teltow-Fläming Jüterboger Kinoruine wird zum Konzertsaal
Lokales Teltow-Fläming Jüterboger Kinoruine wird zum Konzertsaal
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00:55 25.09.2014
Blick in die alte Schauburg: Der jetzt beräumte Saal wurde 1936 als Kino und Mehrzweck-Halle für Jüterboger Veranstaltungen gebaut. Quelle: Kathrin Burghardt
Jüterbog

Seit Mai wurde daran gearbeitet, die eingestürzte Kino-Ruine in der Jüterboger Schillerstraße zu sichern. Die Stadt hatte Anfang 2013 das Gebäude überraschend vom Vorbesitzer erworben, der die dringend erforderlichen Sicherungsmaßnahmen nicht allein hatte stemmen können. Nach dem Einsturz der Dachkonstruktion des ehemaligen Kinosaals mussten die Grundmauern jedoch vor herabstürzenden, losen Mauersteinen gesichert werden. Das übernahm nun die Stadt Jüterbog auf eigene Kosten.

Alter Kinosaal ist jetzt eine große, ebene Fläche

Dafür wurden in den vergangenen Monaten die oberen Reihen der Grundmauern zunächst Stein für Stein abgetragen und anschließend mit dem abgeputzten Baumaterial neu vermauert. Die Alte Schauburg steht unter Denkmalschutz, ein Abriss war keine Option. Zu den Maurerarbeiten wurden insgesamt mehr als 900 Kubikmeter Bauschutt entfernt. Der alte Kinosaal ist jetzt eine große, ebene Fläche. Die Bühne steht noch. Erneuert wurden die Regenentwässerung und die Dachkonstruktion des Vorbaus.

Baugeschichte

Das alte Schauburg-Kino wurde 1935/36 nach Plänen des Architekten Paul Backes in Auftrag gegeben. Von ihm stammt auch der Alhambra-Kinobau in Luckenwalde.

Paul Backes war von 1926 bis 1929 Architekt im Stadtbauamt Luckenwalde, später machte er sich dort als Architekt selbstständig.

Bauherr der Schauburg war der Geschäftsmann Max Zieseke. Der Kinosaal war eine Mehrzweckhalle. In den 1960er Jahren wurde der Innenraum modernisiert.

Objekt ist Teil der Innenstadt

„Da ist optisch sehr viel passiert“, sagt Ronny Behrendt, Bauleiter vom Planungsbüro IBS. So wurde auch der Wildwuchs rund um das alte Kino entfernt. Die Flächen sollen demnächst noch mit Rindenmulch versehen werden.

„Wir wollten die Alte Schauburg ganz bewusst nicht hinter Bauzäunen verbarrikadieren, sondern etwas gepflegter präsentieren“, sagt Kathrin Bruckbauer vom zuständigen Planungsbüro. So solle gezeigt werden, dass das Objekt ein Teil der Innenstadt und des Lebens ist – und eben nicht die nutzlose Ruine, für die viele Jüterboger sie halten. „Daher haben wir auch die Treppenstufen am Haupteingang erneuert. Die werden seit jeher von den Schülern als Sitzflächen und Treffpunkt genutzt. Sie beleben das ganze Objekt schon jetzt“, ergänzte sie.

Schimmel im Gebäude

Doch all dies sind und waren lediglich Sicherungs- und keine Sanierungsmaßnahmen, sagt Ronny Behrendt. Noch immer sei der Vorbau von einem massiven Schwammbefall betroffen. Sämtliche Leitungen müssten erneuert werden, ebenso die Sanitäranlagen, Decken und Fußböden. „Diese Baumaßnahmen hängen nun aber vom Nachnutzungskonzept ab“, erklärt er. Erst wenn klar ist, was hier künftig passieren soll, kann darüber entschieden und können Kosten ermittelt werden. „Für Open-Air-Konzerte bräuchte es zum Beispiel gar kein Dach.“

Konzert für Oktober geplant

Wie gut das funktionieren könnte, möchte die Stadtverwaltung bereits im Oktober ausprobieren: Dann soll es erstmals in der alten Schauburg ein Open-Air-Konzert im ehemaligen Kinosaal geben – ein Wunsch vieler Jüterboger Jugendlicher in Sachen Nachnutzungsideen. „Die Stadt hat diesen Gedanken aufgegriffen und favorisiert. Wenn möglich soll hier mit so geringen finanziellen Mitteln wie möglich etwas für die Jugend der Stadt entwickelt werden“, sagt Kathrin Bruckbauer.

Tag der offenen Tür am 18. Oktober

Im Land Brandenburg finden am 18. Oktober landesweit Veranstaltungen unter dem Motto „Schaustelle Stadtkern“ statt, eine Aktion der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern. Jüterbog beteiligt sich daran mit einem Tag der offenen Tür in der alten Schauburg. Dazu soll es im nun neuen Freiluft-Saal eine Plakatausstellung zur Baugeschichte und Rock-Konzerte geben. Es spielen die Bands „Truth as Lies“ und „Nemesis“. Außerdem soll eine Wunsch-Box aufgestellt werden, in der jeder seine Vorschläge für die Nachnutzung einwerfen kann.

Info: Der Eintritt zum Tag der offenen Tür in der Schauburg ist frei. Beginn am 18.Oktober ist um 14 Uhr.

Von Kathrin Burghardt

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