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Teltow-Fläming Jüterboger Museum mit Rissen und Beulen
Lokales Teltow-Fläming Jüterboger Museum mit Rissen und Beulen
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04:38 20.04.2016
Mit dem geübten Auge eines Fachmanns lässt sich die leichte Auswölbung im oberen Giebelbereich bereits erkennen. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

Dass alte Dinge oftmals auch brüchig sind und Risse haben, ist für Jüterbogs Museumsleiter Norbert Jannek keine besondere Sache. Dass das alte Gemäuer, in dem die Museumsräume untergebracht sind, mittlerweile selbst zahlreiche, nicht mehr zu verbergende Risse aufweisen, sorgt ihn allerdings sehr. „Dass so dicke Mauern deshalb umstürzen glaube ich nicht, aber der Dreck, der täglich durch die Risse rieselt, ist furchbar“, sagt er.

Plomben markieren die Risse und messen Vergrößerungen. Quelle: Uwe Klemens

Wann genau die ersten Risse und eine leichte Auswölbung im oberen Teil des Museumsgiebels entdeckt wurden, kann inzwischen niemand mehr sagen. Gut drei Jahre ist es her, dass im Auftrag des Jüterboger Bauamtes an den Innenseiten der Wände und an den Decken des Obergeschosses Plomben gesetzt wurden. An deren Skala lässt sich erkennen, dass sich das Gemäuer und wahrscheinlich auch der Dachstuhl darüber bewegen.

Historisches

Das Gebäude, das heute vom Museum genutzt wird, wurde Ende des 15. Jahrhunderts als Teil des Franziskaner-Klosters errichtet. Die letzten Mönche verließen 1564 das Objekt.

1914 wurde die Stadt Eigentümer. Die Kirche wurde bis in die 70er Jahre für Gottesdienste genutzt. Ab 1985 hatte die Bibliothek dort ihr Domizil.

2002 begann der Umbau des Klosters zum Kulturquartier, das im August 2005 eröffnet wurde.

In die inzwischen entstandene Fuge zwischen Dielung und Parkett passt schon der kleine Finger eines Erwachsenen. „Eine akute Gefahr geht derzeit nicht aus, aber Handlungsbedarf ist auf jeden Fall gegeben“, sagt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz.

Bevor die Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, müssen die Experten den Grund für die Bewegung im Bau ermitteln. „Eine mögliche Ursache könnte sein, dass der Baugrund nicht genug verdichtet ist“, sagt Wenngatz. Ein entsprechendes Gutachten ist bereits in Auftrag gegeben. Eine weiter Ursache könnte die vor gut 300 Jahren erfolgte, unsachgemäße Reparatur des Dachstuhls sein.

„Im 17. Jahrhundert hatte ein Sturmschaden Dach und Dachstuhl stark in Mitleidenschaft gefunden, aber für eine sachgemäße Reparatur fehlte damals das Geld“, wie Norbert Jannek anhand eines Bettelbriefes aus dem Jahr 1699 herausgefunden hat. Möglicherweise wirken auch beide Faktoren seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten zusammen, ohne dass dies von den Gebäudeeigentümern bemerkt wurde.

Überall im Haus trifft man auf Risse. Quelle: Uwe Klemens

Mit der Ursachenforschung und der Erarbeitung eines Sanierungsplanes beauftragt wurde das Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung aus Hoppegarten, das schon an der Sanierung und Umgestaltung des Gebäudes zum Kulturquartier beteiligt war.

Der genaue Kostenrahmen für die Stabilisierung des ehrwürdigen Gemäuers lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Von gut 150 000 auf 277 000 Euro wurde deshalb der städtische Jahreszuschuss für das Museum vorsorglich aufgestockt. Da Reparaturmaßnahmen an Gebäuden generell nicht förderfähig sind, bleibt die Stadt bei diesen Kosten auf sich allein gestellt.

Von Uwe Klemens

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