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Jüterboger Norden weiter ohne Supermarkt

Aldi-Standortfrage Jüterboger Norden weiter ohne Supermarkt

Im Norden Jüterbogs fehlt weiterhin ein Supermarkt. Die Umsiedlungspläne für einen Penny-Markt sind geplatzt. Nun hoffen Anwohner und auch der Bürgermeister darauf, dass Aldi in die Neue Wohnstadt umzieht. Doch es gibt auch ganz andere Pläne.

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Über die Standortfrage von Aldi ist man in Jüterbog uneins.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Hoffnung der Bewohner der Neuen Wohnstadt und vom Neuheimer Weg in Jüterbog, in absehbarer Zeit ihre Lebensmitteleinkäufe wohnortnah erledigen zu können, wird sich vorerst wohl nicht erfüllen. Die Discounterkette Penny hat Ansiedlungsplänen dort eine Absage erteilt.

Nicht nur die Älteren und diejenigen, die ihre vollgepackten Taschen ohne Auto heranschleppen müssen, ärgert das. Auch Bürgermeister Arne Raue (parteilos) ist die Unterversorgung des nördlichen Stadtteils seit langem ein Dorn im Auge. „Unsere Verhandlungen mit Penny haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht“, sagt Raue.

Penny bleibt an der Herzberger Straße

Eineinhalb Jahre hat das Stadtoberhaupt mit dem zur Rewe-Gruppe gehörenden Lebensmitteldiscounter gerungen, um ihn zu einem Umzug von der B102 in Richtung Neue Wohnstadt zu bewegen. „Inzwischen hat Penny an seinem derzeitigen Standort in der Herzberger Straße in Größenordnungen investiert und ist damit definitiv vom Tisch.“

Alle Hoffnungen Raues richten sich nun auf die Supermarktkette Aldi, die ihren derzeitigen Standort an der Promenade zwar aufgeben will, derzeit aber mit einem Neubau neben Rewe in der Großen Straße liebäugelt (die MAZ berichtete). „Die Gespräche mit Aldi , stattdessen doch am Neuheimer Weg zu investieren, laufen noch“, sagt Arne Raue voller Zuversicht. Dass daraus nichts wird, hofft hingegen Marco Felgentreu. Der Investor in der Großen Straße ist guter Dinge, dass Aldi an seiner Umzugsidee ins Zentrum festhält.

Aldi-Sprecher: „Keine Auskünfte.“

Wie sich die Discounterkette am Ende entscheidet, steht frühestens am Ende dieses Jahres fest. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir über laufende Vorgänge generell keine Auskünfte geben“ lautet die Antwort von Ulf Klett, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi, auf MAZ-Nachfrage. Sollte sich der Discounter am Ende tatsächlich für den Standort Große Straße entscheiden, wird sich an der Unterversorgung im Norden der Stadt nichts ändern.

Studie: Jüterbog verträgt keinen weiteren Supermarkt

Eine Ursache für das Fehlen eines Marktes im Stadtnorden ist das Einzelhandelsentwicklungskonzept, das die Stadtverordneten in den 1990er Jahren beschlossen haben. „Grundlage des Konzeptes, das ständig fortgeschrieben wird, ist ein Verträglichkeitsgutachten, das die bereits in der Stadt vorhandenen Märkte und die vorhandene Kaufkraft gegenüberstellt“, erklärt Bauamtsleiterin Kira Wenngatz, „das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig: Der Jüterboger Einzelhandel kann keinen zusätzlichen Einkaufsmarkt mehr verkraften.“ Im April soll das Konzept in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Wirtschaftsausschuss auf den Prüfstand.

Handlungsspielraum für Konzeptanpassung sieht Stadtverordnetenvorsteher Falk Kubitza (SPD). „Die betroffenen Anwohner sind 20 Jahre älter geworden und nicht so mobil wie damals. Auf Antrag der Verwaltung könnten die Stadtverordneten über eine Korrektur des Konzeptes nachdenken.“

Von Uwe Klemens

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