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Jüterboger Schützen mit uralter Tradition

Der älteste Sportverein der Region Jüterboger Schützen mit uralter Tradition

Die Schützengilde zu Jüterbog 1405 ist der älteste Sportverein in der Region Dahmeland-Fläming und blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Fünf Kompanien hat die Schützengilde heute und bietet verschiedene Disziplinen des Schießsports an.

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Salutschießen zur Proklamation des Schützenkönigs vor dem Rathaus beim Schützenfest.

Quelle: Martina Burghardt

Jüterbog. Jürgen Arndt war mit seinen Kollegen aus dem Hauptausschuss nach getaner Arbeit ein Bier trinken, als der Vorschlag laut wurde, man müsse wieder eine Schützengilde gründen. Das war 1994. „Vor allem für unseren damaligen Bürgermeister, Bernd Rüdiger, war es ein Herzenswunsch, dass Jüterbog wieder eine Schützengilde bekommt“, erinnert sich Arndt, der heute Zweiter Vorsitzender des rund 145 Mitglieder zählenden Vereins Schützengilde zu Jüterbog 1405 ist.

Die erste Schützenbrüderschaft gründete sich in der Stadt bereits um das Jahr 1400. Arndt hält ein dickes Buch in den Händen – die Chronik der Stadt Jüterbog. „Die dokumentarische Erwähnung findet sich in der Prozesssionsordnung der Jüterboger Innungen aus dem Jahre 1405“, liest er vor. Als sehr alte Stadt habe es auch in Jüterbog schon früh Gilden gegeben, deren Schützen bei Festveranstaltungen der Innungen immer den krönenden Abschluss gestalteten. „Die Bruderschaft der Schützen prozessierte zuletzt – den Höhepunkt des Festzuges bildend“, erklärt Arndt. Dann holt er ein historisches Plakat hervor – die Schützen feierten im Jahre 1900 ihren 500. Geburtstag – irrtümlich. Denn obwohl es wohl schon Aktivitäten vor 1405 gab, gründeten sie sich offiziell erst im Jahre 1405. „1900 hörte sich als Jubiläumsdatum wahrscheinlich besser an“, mutmaßt das 73 Jahre alte Vereinsmitglied. Es sei nachgewiesen, dass die Schützengilde bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Zu Besatzungszeiten war an eine Wiederaufnahme des Sports dann aber nicht zu denken. „Schießen war von den Russen unerwünscht, denn es erinnerte zu sehr an den alten deutschen Militarismus“, sagt Arndt, der selbst seit Kriegsende in Jüterbog wohnt.

Hintergrund

Die Schützengilde zu Jüterbog 1405 ist im Internet auf www.schuetzengilde-jueterbog.de zu finden.

Die Schießsportler zahlen einen jährlichen Beitrag von 120 Euro für die Vereinsmitgliedschaft.

Der Verein stellt auch eigene Waffen und Bögen zur Verfügung.

Erster Vorsitzender ist Wolfgang Gast. Der aktuelle Schützenkönig heißt Joachim Rehbein.

Auch Heinz Krüger brachte es zu einiger Bekanntheit – das Mitglied nimmt deutschlandweit an Turnieren teil und macht die Schützengilde so auch außerhalb Brandenburgs bekannt.

Bis zur Wiedergründung im Jahre 1994 war es also noch ein weiter Weg. 1952 waren mit der Gründung der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) erstmals wieder die reinen Voraussetzungen für den Schießsport gegeben. Aus der entsprechenden Abteilung ging kurz nach der Wende der Schützenverein Jüterbog hervor, der sich ein Jahr nach der Wiedergründung der Schützengilde zu Jüterbog 1405 jedoch eben jener anschloss. Die Anlage des 1990er-Vereins mit der Luftgewehrhalle im Birkenweg wurde somit zum Vereinshaus der Schützengilde, um die Jahrtausendwende errichteten die Mitglieder dann ein Schießsportgelände mit einer 300-Meter-Bahn an der Straße nach Rohrbeck.

Heute teilt sich der traditionsreiche Verein in fünf Kompanien: Die Sportkompanie, die Traditionskompanie sowie die Erste und Zweite Stammkompanie, vor drei Jahren kam die Abteilung Bogenschützen hinzu. Vor allem an dieser Sparte sind jede Menge junge Leute und sogar Frauen interessiert, was den Verein natürlich freut.

In den einzelnen Kompanien wird jeder, der gerne den Waffensport betreibt, fündig: Luftgewehr, Kleinkaliber, Großkaliber, Gewehr und Pistole,

Jürgen Arndt auf der Bogenschießanlage

Jürgen Arndt auf der Bogenschießanlage.

Quelle: Anne-Kathrin Fischer

Vorderlader-Gewehr und eben Bogenschießen bietet die Schützengilde. Außerdem besteht für jedes Mitglied die Möglichkeit, nach einem Jahr Vereinsmitgliedschaft eine Waffenbesitzkarte zu erwerben. „Wer fleißig geübt hat, eine weiße Weste hat und einen Sachkundelehrgang macht, kann diese Karte bei uns erwerben“, sagt Arndt, der selbst der Traditionskompanie angehört und Vorderlader schießt. Übrigens sei diese nicht zu verwechseln mit einem Besitzschein: Die Waffenbesitzkarte erlaubt es dem Inhaber lediglich, eine Waffe zu besitzen und sie auf direkten Wege zum Schießstand zu transportieren, nicht aber, sie immer bei sich zu haben. Neben den Trainingszeiten freuen sich die Vereinsmitglieder um Jürgen Arndt auf Meisterschaften und Turniere. Außerdem wird oft vorgeführt – so schossen die Mitglieder erst am vergangenen Wochenende zum Jüterboger Fürstentag Salut.

Reinschnuppern: Die Schützengilde zu Jüterbog 1405 lädt am Samstag, 10. Oktober, von 10 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür auf dem Schießsportgelände an der Dennewitzer Straße.

Von Anne-Kathrin Fischer

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