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Jüterboger Seifenkistenrennen fällt aus

Veranstaltung am Wasserturmberg Jüterboger Seifenkistenrennen fällt aus

Das Seifenkistenrennen am Wasserturmberg gehört mittlerweile zur festen Tradition in Jüterbog: Weil die Rennstrecke über die Jahre stark versandet ist, haben die Organisatoren die Veranstaltung jetzt überraschend abgesagt. Und sie starten eine Rettungsaktion.

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Das Seifenkistenrennen zog 2015 hunderte Besucher an – in diesem Jahr muss es ausfallen.

Quelle: Iris Krüger

Jüterbog. Einmal im Jahr mit selbst gebauten Holzkisten den Hang am Wasserturm herunterzubrettern, ist für viele Jüterboger fast schon zur Tradition geworden. Das beliebte Seifenkistenrennen sollte in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfinden. Nun haben die Organisatoren Michael Poser und Steffen Papendorf die Veranstaltung, die für den 7. Mai geplant war, jedoch abgesagt.

Schlechte Bedingungen auf der Piste

„Die Bedingungen an der Rennstrecke sind nicht so optimal, wie ich es mir für das Rennen vorstelle“, begründet Michael Poser die kurzfristige Absage. 44 Teams waren 2015 bei dem Rennen gestartet. Für dieses Jahr habe es bislang 40 Anmeldungen gegeben, so Poser. Schon im Vorjahr mussten die Veranstalter Teppich am Hang auslegen, weil dieser über die Jahre stark versandet ist. „Die Begrünung ist so gut wie nicht mehr vorhanden und ein Rennen nur auf Teppich ist nicht mehr das Gleiche“, bedauert Poser.

Wasserturmberg soll neu begrünt werden

Bis zuletzt hatten Papendorf und er gehofft, dass der Berg sich zum Frühjahr wieder erholen werde. „Im Herbst sah es noch so aus“, erinnert sich Papendorf. „Aber hier fehlt einfach Wasser“, so der Geschäftsführer der Neumarkt-Fleischerei, der das Areal am Wasserturmberg gepachtet hat. Es ist nicht nur die Trockenheit, die dem Berg zugesetzt hat: Tiefe Spuren im Sand deuten darauf hin, dass der Hang regelmäßig befahren wird. Autos, Motocrossräder und Geländefahrzeuge, sogenannte Quads, haben aus Sicht der Veranstalter dazu beigetragen, dass die Grasnarbe am Berg inzwischen völlig zerstört ist.

Die „Bergretter“ Steffen Papendorf (l) und Michael Poser zur Bestandsaufnahme auf der völlig versandeten Rennstrecke (im Hintergrund)

Die „Bergretter“ Steffen Papendorf (l.) und Michael Poser zur Bestandsaufnahme auf der völlig versandeten Rennstrecke (im Hintergrund).

Quelle: Josefine Sack

Die Organisatoren haben deshalb die Notbremse gezogen: „Der Berg braucht Ruhe, sonst erholt er sich überhaupt nicht mehr“, befürchtet Michael Poser. Damit das Seifenkistenrennen 2017 wieder stattfinden kann, soll der Berg in diesem Jahr mit Hilfe von Sponsoren neu begrünt werden.

Warum eigentlich Seife?

Beim Seifenkistenrennen werden aus Holz oder anderen Materialien gefertigte Kleinfahrzeuge mit vier Rädern auf abschüssigen Strecken allein durch die Hangabtriebskraft bewegt.

Die Bezeichnung stammt aus den USA (englisch: Soap box). Der Fotograf Myron E. Scott von der Daily News in Ohio prägte den Begriff, als er Jugendliche 1933 beim Basteln von Fahrzeugen fotografierte. Hierzu verwendeten sie Verpackungskisten aus Holz, in denen Firmen Seifen auslieferten.

Michael Poser organisierte 2013 das erste Wettrennen in Jüterbog.

Gemeinsam mit der Jüterboger Agrargenossenschaft will Steffen Papendorf den Hang in den kommenden Wochen mit einer zehn Zentimeter dicken Schicht Mutterboden auffüllen. Anschließend soll Gras ausgesät werden. Das Wasser für Beregnung der Fläche stellt voraussichtlich der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZ) Jüterbog-Fläming zur Verfügung. Damit sich die Piste am Wasserturm, die im Winter auch zum Rodeln genutzt wird, regenerieren kann und keinen weiteren Schaden nimmt, planen Poser und Papendorf, den Hang abzusperren. Wie weiträumig und für welchen Zeitraum das Gelände gesperrt bleiben soll, ist noch unklar.

Erst 2017 soll das Rennen wieder stattfinden

Auf Facebook warb Michael Poser für Verständnis bei den Hobbyrennfahrern: „Ich weiß, dass viele von euch schon fleißig an ihren Kisten bauen und sich sehr auf das Rennen gefreut haben. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ 2017 soll das Rennen wieder stattfinden, verspricht er.

Von Josefine Sack

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