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Jüterbogs Kaufkraft sinkt und sinkt

Einzelhandelskonzept Jüterbogs Kaufkraft sinkt und sinkt

Eine Studie zum Jüterboger Einzelhandel bescheinigt der Stadt ein gutes Sortiment, dokumentiert aber auch einen Rückgang bei Umsätzen, Verkaufsflächen und Kaufkraft. Jeder weitere Supermarkt sei zu viel. Daher empfiehlt das Einzelhandelskonzept zwar einen neuen Markt im Norden – dafür soll aber ein anderer Standort weichen.

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Der Discounter Aldi an der Jüterboger Promenade soll laut Konzept an den Neuheimer Weg umziehen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts am Neuheimer Weg wird im neuen Einzelhandels- und Zentrenentwicklungskonzept (EZEK) der Stadt Jüterbog empfohlen. Allerdings sei die Kaufkraft der Stadt nicht ausreichend, um einen zusätzlichen Markt zu rechtfertigen – stattdessen solle der Aldi-Standort an der Promenade in den Norden verlagert werden. Diese Einschätzung hat der Leipziger Unternehmensberater Eddy Donat von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) bei der Vorstellung seiner Studie zum Jüterboger Einzelhandel im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing gegeben.

Verkaufsangebote im westlichen Zentrum konzentrieren

Der Entwurf von Donat sieht einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor, der den Einzelhandel im Stadtzentrum stärken soll. Mit der Fortschreibung des bisherigen Konzepts aus dem Jahr 2010 würde ein sogenannter „zentraler Versorgungsbereich“ festgelegt werden, der das westliche Zentrum der Innenstadt umfassen soll. Ein großer Teil von Verkaufsangeboten soll dort zentriert werden, indem sich außerhalb dieses Bereichs Händler mit entsprechendem „zentrumsrelevantem Sortiment“ nur ansiedeln dürfen, wenn die Verkaufsfläche weniger als 100 Quadratmeter beträgt.

Kaufkraft und Umsätze

Laut GMA-Studie beträgt die Kaufkraft der Jüterboger Bevölkerung etwa 57 Millionen Euro im Jahr. Fast ein Drittel davon fließt in andere Städte wie Luckenwalde oder Berlin ab.

Der Einzelhandelsumsatz der Jüterboger Händler beträgt allerdings über 71 Millionen Euro im Jahr, da die Bevölkerung des Umlands, Pendler und Touristen ebenfalls dort einkaufen. Sie sorgen für 44 Prozent der Umsätze.

Die Kaufkraft der Stadt und des Umlands könnte laut der Studie bis 2025 um rund 5 Prozent sinken.

Ausnahmen von dieser Regel sind allerdings möglich. „Es geht darum, sich nicht zu zersiedeln, die Innenstadt zu schützen und keine Konkurrenz außerhalb aufzubauen“, begründete Donat diesen Vorschlag. Als zentrenrelevant gelten Produkte aus über 20 Branchen, darunter Kleidung und Schuhe, Unterhaltungselektronik, Haushalts- und Papierwaren.

Kaufkraft sinkt um fünf Prozent

Das Konzept beinhaltet auch Aussagen zu Kaufkraft und Umsätzen im Raum Jüterbog, dessen Einzugsgebiet mit dem Umland etwa 25 000 Menschen umfasst. Die künftige Entwicklung der Kaufkraft nannte Donat „nicht so positiv“, da sie bis 2025 um etwa fünf Prozent sinken wird. Diese Entwicklung sei „deckungsgleich mit Ostdeutschland“ und könne vor allem auf die sinkende Einwohnerzahl zurückgeführt werden.

Auch die Verkaufsfläche des Einzelhandels ist leicht zurückgegangen, vor allem im Bereich Gesundheit und Körperpflege durch die Schließung der Schlecker-Drogeriefilialen. Die Zahl der Einzelhändler und Ladenhandwerker sank von 2010 bis 2015 von 168 auf 135 Geschäfte. Die Verkaufsfläche sank um fast 1900 Quadratmeter auf etwa 33 500 Quadratmeter.

Stadt zieht Umsatz aus dem Umland

Positiv schätzte Donat dagegen die „Zentralität“ von Jüterbog ein. Die Stadt ziehe viel Umsatz aus dem Umland, vor allem durch überregional wirkende Sortimente, die Käufer in die Stadt ziehen. „Das muss gepflegt werden“, sagte er. Besondere Stärken habe das Sortiment der Jüterboger Händler im Bereich Bau-, Heimwerker- und Gartenbedarf, aber auch bei Bekleidung und Schuhen, Möbeln und Einrichtung. Die Stadtverordneten sollen den Entwurf des EZEK kommende Woche beschließen. Die öffentliche Auslage sei „die Chance der Bürgerbeteiligung“, empfiehlt Donat: „Händler, Gastronomen und Dienstleister sollten daran mitwirken.“

Von Peter Degener

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