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Jugendarbeiter geht in den Ruhestand

Lichterfelde Jugendarbeiter geht in den Ruhestand

Sein ganzes Berufsleben hat Manfred Thier das Zusammensein mit Kindern und Jugendlichen genossen – nun geht der studierte Lehrer und langjährige Jugendkoordinator der Gemeinde Niederer Fläming in Rente.

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Manfred Thier vor der Werbiger Grundschule.

Quelle: Uwe Klemens

Lichterfelde. Weihnachtsmannkostüm, Anglerhose, Gummistiefel oder Malerkittel – wenn es um das Wohl von Kindern und Jugendlichen geht, schlüpft Manfred Thier gerne auch in ungewöhnliche Kleidung. Seit vierzehneinhalb Jahren ist der gebürtige Luckenwalder Jugendkoordinator der Gemeinde Niederer Fläming und kümmert sich dort auch um andere soziale Dinge. Am 1. Januar geht Thier, der vor wenigen Wochen seinen 64. Geburtstag feierte, in den Ruhestand.

„Ich war schon als Jugendlicher unheimlich gerne mit anderen zusammen und genoss dabei nicht nur die gemeinsamen Unternehmungen, sondern die Kommunikation, das ist heute immer noch so“, sagt Thier, der als Neuntklässler deshalb von seiner Lehrerin gefragt wurde, ob er sich nicht ein Dasein als Lehrer oder Erzieher vorstellen könne.

Lehrer-Traum wurde Wirklichkeit

„Ich konnte“, blickt der Pädagoge zurück, der am Potsdamer Institut für Lehrerbildung eine Ausbildung zum Unterstufenlehrer absolvierte. Die Polytechnische Oberschule in Woltersdorf wurde sein erstes Wirkungsfeld. Deutsche, Mathe, Werken und Russisch waren die Fächer, die er unterrichtete. Später kam die Funktion des Pionierleiters und stellvertretenden Direktors für außerschulische Tätigkeiten hinzu, bevor er in Luckenwalde Pionierhausleiter und später Bildungsreferent in der SED-Kreisleitung wurde.

„Ich weiß und stehe dazu, dass damals viele Fehler gemacht wurden. Aber im Kern, vor allem auf sozialpolitischem Gebiet, war nicht alles schlecht“, blickt Thier auf diese Zeit zurück. Bis heute engagiert er sich als Linken-Abgeordneter im Luckenwalder Stadtparlament. Unmittelbar nach der Wende stand er deshalb zunächst auf der Straße.

Dass man ihn trotzdem später als Erzieher an der Friedrich-Ebert-Schule nahm, nimmt Manfred Thier als Wertschätzung seiner Arbeit. Als dort Personal abgeschmolzen wurde, war er als zuletzt Gekommener der erste, der gehen musste. Nach einem beruflichen Abstecher ins Wahlkampfbüro der PDS bewarb er sich 2003 in der Gemeinde Niederer Fläming als Jugendkoordinator.

Positive und weniger schöne Momente halten sich die Waage

„Positive und weniger schöne Momente halten sich in etwa die Waage“, sagt Thier. „Die schönsten Momente sind die, wenn man merkt, dass man die Kinder und Jugendlichen erreicht hat, dass sie beginnen nachzudenken und die Dinge selbst in die Hand nehmen“, sagt er. Zu den düstersten Kapiteln in seiner Zeit als Jugendkoordinator gehörten die Schließung der Jugendtreffs in Wiepersdorf und Reinsdorf aufgrund von Vandalismus. Gegenbeispiele, bei denen es gelang, dass die Jugendlichen selbst Verantwortung übernahmen, und glückliche, gemeinsam verlebte Stunden, seien glücklicherweise in der Mehrzahl.

Über Thiers Nachfolge entscheiden die Gemeindevertreter in diesen Tagen. Sein Angebot, auf Minijob-Basis weiter tätig zu sein, steht.

Von Uwe Klemens

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