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Jung und kreativ

Schriftstellerin Yvonne Zitzmann arbeitet mit Rangsdorfer Gymnasiasten Jung und kreativ

Einmal in der Woche trifft sich eine Gruppe von Rangsdorfer Gymnasiasten zum Schreiben. Sie bekommen kreative Nachhilfe von Yvonne Zitzmann, einer waschechten Schriftstellerin. Vom Land Brandenburg gibt es dafür finanzielle Unterstützung.

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Yvonne Zitzmann (rotes Kleid) im Kreis der Schülerinnen.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Im Sport gehört die Erwärmung zu den vorbereitenden Übungen. Bevor der Ball rollt, müssen die Muskeln auf Temperatur kommen. Trainer schicken ihre Sportler deshalb gern ein paar Runden um den Platz. Yvonne Zitzmann ist auch eine Trainerin, doch ihre Schützlinge arbeiten mit dem Kopf. Deswegen fällt das Aufwärmen anders aus. Sie lässt die Mitglieder des allwöchentlichen Kreativ-Schreiben-Kurses eine Minute mit geschlossenen Augen verharren. Dann sollen sie alle fünf Minuten lang ihre Gedanken aufzuschreiben. „Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen“, sagt Yvonne Zitzmann. Seit mehr als einem Jahr leitet die in Rangsdorf lebende Schriftstellerin die AG, in der die – überwiegend weiblichen – Schüler ihre Gedanken und Geschichten zu Papier bringen. Weil Schreiben immer auch ein bisschen Seelenstriptease ist, zieren sich einige, ihre Worte den anderen vorzulesen. „Das muss man akzeptieren“, sagt Yvonne Zitzmann.

Der kreative Output kann sich sehen lassen. Ein mehr als 100 Seiten starkes Buch ist bereits erschienen. Es trägt den Titel „Feuer im Herz. Junge Literatur aus Rangsdorf“ und enthält Gedichte und Kurzgeschichten. In ihnen geht es um Liebe, Freundschaft und Tod.

Yvonne Zitzmann ist dabei nicht die Lehrerin, die vorgibt, was die Schüler lernen oder sagen sollen. Sie versucht vielmehr, eine kreative Stimmung zu erzeugen, in der Gedanken sprudeln und Ideen Salti schlagen. „Wir lernen gegenseitig voneinander“, sagt die 39-Jährige. Die Autorin, arbeitet derzeit an einer deutsch-deutschen Liebesgeschichte, die in ihrer ersten Fassung fertig ist und derzeit überarbeitet wird.

Mit ihrer Schüler-AG arbeitet sie jetzt an einem Hörspiel. Es geht um einen Chemielehrer, der eine Zeitmaschine entwickelt hat und um die mächtigste Hexe der Welt. Mehr darf an dieser Stelle nicht verraten werden. Bis Dezember muss das Stück fertig und auf CD gepresst sein. Das brandenburgische Wissenschafts- und Kulturministerium unterstützt die Produktion mit 2800 Euro.

Für die jungen Autoren bedeutet die Arbeit in der AG eine Abwechslung vom Schulalltag. „Man kann mal runterkommen. Alles ist ungezwungener“, sagt Anna-Maria Gimpel. Gemeinsam in der Gruppe fühlt man sich freier und verliert die Hemmungen, sich auszudrücken“, so Chantal Riehmann. „Einige aus meiner Klasse finden komisch, was wir machen. Ich bin froh, dass ich mein Hobby mit anderen teilen kann“, sagt die junge Autorin. Im Lauf der Zeit haben sich echte Freundschaften über mehrere Klassenstufen entwickelt. Den kreativer Geist reicht nicht selten bis ins Jugendzimmer. „Ich schreibe oft zu Hause weiter“, sagt Kira Rieke-Itzigehl. Mittlerweile liegen zahlreiche angefangene Geschichten, die darauf warten, zu Ende geschrieben zu werden. „Ich verliere mich leicht in den Geschehnissen.“

Info: Einen Überblick über Texte der jungen Autoren gibt es am Sonnabend, 14 Uhr in der Rangsdorfer Galerie Kunstflügel.

Von Christian Zielke

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