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Teltow-Fläming Junge Frauen als Platzmeisterinnen
Lokales Teltow-Fläming Junge Frauen als Platzmeisterinnen
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02:15 13.01.2016
Die Platzmeisterinnen Anika Schollbach (r.) und Caro Knappe (l.) forderten am Freitagabend zum Tanz auf. Quelle: Victoria Barnack
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Bochow

Eigentlich hat sich Familie Bergemann aus Bochow einer anderen Tradition verschrieben. Aber einmal im Jahr wird der Billardsport links liegen gelassen. Immer in der ersten vollen Januarwoche wird im Dorf Fastnacht gefeiert. Und dann müssen alle Bergemanns ran, denn Vater Willi ist nicht nur Vorstandsvorsitzender des Bochower Billardvereins, der die Fastnacht alljährlich veranstaltet, der Familie gehört auch das 150 Jahre alte Gasthaus, in dem gefeiert wird.

Im Laufe vieler Jahrzehnte hat sich das Flämingdorf mit seinen 300 Einwohnern einen guten Ruf als Fastnachtsort erworben. „Bei uns wird es einfach nie langweilig“, sagte Caro Knappe am Freitagabend. Sie und die ebenfalls aus dem Dorf stammende Anika Schollbach hatten am ersten Fastnachtsabend 2016 symbolisch den Hut auf. Denn für die Jugendfastnacht wollten sich keine Platzmeister finden lassen.

Das Problem ist in der Region bekannt. Die Jugend fehlt oder wohnt bereits auswärts. „Deswegen haben die jungen Leute natürlich nicht die Zeit, solch einen Abend vorzubereiten“, sagt Willi Bergemann aus Erfahrung. Also haben die Bochower angefangen, mit der alten Tradition der Platzmeister zu experimentieren.

„Im vergangenen Jahr hatten wir zum ersten Mal Platzmädchen“, sagte der Organisator. Das Experiment war geglückt und so fanden sich mit Caro Knappe und Anika Schollbach in diesem Jahr wieder zwei Damen, die zwar nicht mit Hut durch den Saal tanzten, aber mit ihren rosa Bändern auch eine gute Figur machten. „Es ist nicht einfach, aber für Bochow mache ich das gern“, sagt Caro Knappe, die erst seit Kurzem wieder in der alten Heimat wohnt.

Am Samstagabend gaben die Platzmeisterinnen das Zepter wieder ans männliche Geschlecht ab. „Unsere Jungs wechseln den ganzen Abend über die Hüte“, erklärte Willi Bergemann. Nur zwei Stunden muss jeder der Männer dann offiziell auf der Tanzfläche und am Wirtstresen durchhalten. Das moderne Fastnachts-Konzept hat sich in Bochow bewährt. „Alle Tische im Saal waren für Samstagabend reserviert“, so Bergemann, „auch Freitag gab es zum Start nur noch einen freien Tisch.“

Ebenso rappelvoll wird es auch zur Männerfastnacht in vier Wochen wieder sein. Alle Plätze sind vorbestellt, die Platzmeister schon gewählt. „Die Männer gehen vorher noch durchs Dorf und laden jeden persönlich ein“, freute sich der Gastgeber über das Traditionsbewusstsein im Ort. „Das ist schon ein hartes Brot“, sagt er lachend mit Blick auf die vielen Schnäpse, die es an jeder Haustür geben wird.

Von Victoria Barnack

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