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Teltow-Fläming Junge Imker suchen Nachwuchs
Lokales Teltow-Fläming Junge Imker suchen Nachwuchs
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00:17 21.05.2017
Elfie Brandt (l.) und Karl-Heinz Targiel (r.) leiten die Arbeitsgemeinschaft Junge Imker an der Blankenfelder Feustel-Grundschule. Quelle: Foto: Christian Zielke (2)
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Blankenfelde

In der Ruhe liegt die Kraft – dieser Satz gilt umso mehr, wenn man es mit Bienen zu tun hat. Hektische Bewegungen mögen die Tiere nicht. Deswegen heben Henriette Brather, Anna-Lena Köhler und Vianne Wollberg die Rahmen mit den Waben ganz langsam aus dem Bienenstock und stellen ihn vorsichtig in eine Kiste.

Für Unruhe sorgt eher der MAZ-Reporter, der an diesem Tag mit seiner Kleiderwahl genau daneben gegriffen hat. „Schwarz ist der Bär, das macht sie nervös“, sagt Elfie Brandt. Sie leitet zusammen mit Karl-Heinz Targiel die Imker-AG an der Blankenfelder Ingeborg-Feustel-Grundschule. Schwarze Bären sind für Bienen immer noch die größten Feinde. „Das ist in ihren Genen“, sagt Elfie Brandt. Deshalb entsteht der Honig auch in den oberen Etagen des Bienenstocks, möglichst weit weg vom Flugloch und schwer erreichbar für hungrige Pelztiere.

Varroamilben und kaltes Frühjahr machen den Bienen zu schaffen

Die größte Gefahr für Bienen geht eher von kleinen Lebewesen wie der Varroamilbe aus. Die nur einem Millimeter großen Schädlinge können ganze Völker zusammenbrechen lassen. Bislang blieben die Bienen auf dem Blankenfelder Schulhof von einer solchen Katastrophe verschont. Der vergangene Winter und das kalte Frühjahr haben den rund 40 000 Tieren schon genug zugesetzt. Eine Robinie, die direkt neben den Bienenstöcken steht und eigentlich wegen ihrer nektarreichen Blüten zur Lieblingsnahrung der Insekten zählt, treibt gerade erst aus, nachdem der späte Frost das junge Grün hat absterben lassen. Auch die Obstblüte fiel in diesem Jahr schlecht aus.

Bienen sind sensible Wesen – und trotz ihres Stachels äußerst friedfertig. Das versuchte Karl-Heinz Targiel vor drei Jahren, als die Imker-AG ins Leben gerufen wurde, den damaligen Viertklässlern klar zu machen. Er drückte allen einen Rahmen voll mit Bienen in die Hand. Ganz mutige sollten die Handschuhe ausziehen. „Erst waren es nur ein paar, irgendwann hatten alle ihre Handschuhe aus“, erinnert sich Targiel. Gestochen wurde niemand.

Die Teilnehmerinnern achten auf mehr Blüten im heimischen Garten

In den drei Jahren gab es nur wenige Bienenstiche, dafür haben die Schülerinnen viel über die Natur im Allgemeinen und Bienen im Besonderen gelernt. Selbst die Gestaltung des heimischen Gartens wurde von der Imker-AG beeinflusst. „Wir haben jetzt mehr Blumen“, sagt Anna-Lena Köhler. Nur dort, wo es blüht, finden Bienen Nahrung.

Besonders stolz sind die drei Mädchen auf das fertige Produkt. 17 Kilogramm Honig haben sie im vorigen Jahr geerntet. Die Etiketten für die Gläser haben sie selbst gestaltet und das fertige Produkt auf dem Schulhoffest verkauft. Zur Grünen Woche durften sie den selbstgemachten Honig auf dem Stand des Landesimkerverbandes an die Besucher verteilen. „Das hat uns sehr stolz gemacht“, sagt Henriette Brather.

Wenn sie demnächst die Schule verlassen, werden sie das mit einer Gewissheit tun, die ihnen Karl-Heinz Targiel mit auf den Weg gibt. „Die Mädchen sind so weit, dass sie selbst ein Bienenvolk betreuen können“. Er wünscht sich, dass auch im kommenden Schuljahr wieder Teilnehmer finden, die sich in den Dienst der Bienen und ihrer Königin stellen möchten.

Von Christian Zielke

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