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Junge an Bushaltestelle angefahren

Diskussion über Verkehrssicherheit in Altes Lager Junge an Bushaltestelle angefahren

Ein Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle an der B102 in Altes Lager beschäftigt die Einwohner nach wie vor. Ein 15-Jähriger war vor zwei Monaten schwer verletzt worden, als ihn beim Betreten der Bundesstraße ein Auto anfuhr. In der Kritik stehen nun unter anderem die neuen Verkehrsinseln, die von Anfang an woanders hätten gebaut werden sollen.

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Unfall

Quelle: dpa

Altes Lager. Der Bus hält an, der Fahrgast steigt aus und betritt hinter dem Fahrzeug die Straße – unzählige Male geht das gut, bis dann doch ein Unfall passiert. Wie vor zwei Monaten. Ein 15-Jähriger verließ den Bus, der Richtung Treuenbrietzen unterwegs war, an der Haltestelle Höhe Schulsiedlung und wurde auf der B102 von einem Auto angefahren. Die schweren Verletzungen heilen langsam, doch die Angst davor, dass wieder so etwas passiert, beschäftigt die Leute in Altes Lager.

Reinhard Brüning brachte das Thema in der jüngsten Gemeindevertretung zur Sprache. „Wir hatten vor dem Straßenbau auf das Problem hingewiesen“, sagte er in der Sitzung Ende Juni. Schon vor den Bauarbeiten für den Rad- und Gehweg, in deren Zuge drei neue Verkehrsinseln angelegt wurden, hatten Einwohner deren Platzierung kritisiert. Doch da war die Planungsphase vorbei, auf eine Änderung der Standorte wollte niemand mehr eingehen. Während der Anliegerversammlung zur Oberflächenbehandlung des alten Radweges sei das Thema noch einmal angesprochen worden, sagte Reinhard Brüning. „Wir können den Zustand nicht so lassen, der Junge hätte tot sein können“, appellierte er an die Verwaltung und die Gemeindevertreter.

„Wir sollten eine Lösung finden“, pflichtete ihm Bürgermeister Wilfried Rauhut (parteilos) bei. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde um die Mittelinseln auf der viel befahrenen Bundesstraße mitten durch den Ort gekämpft habe, räumte aber ein, dass nicht die richtigen Standorte gewählt wurden. Die Verkehrsinsel, die schon vor Jahren gebaut worden ist, gehöre eigentlich vor die Kita. Rauhut verwies jedoch auch auf die Regeln und die Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer und erklärte, dass die Inseln an den Ortseingängen ihren Zweck erfüllen, nämlich die Geschwindigkeit zu reduzieren. Allerdings hat ein Zusammenprall auch bei 50 km/h schwerwiegende Folgen. Bereits zu DDR-Zeiten habe es an der Stelle einen Unfalltoten gegeben, berichtete Reinhard Brüning. „Damals haben wir dafür gesorgt, dass in der Schulsiedlung eine Buswendeschleife gebaut wird“, sagte er. Tatsächlich halten dort auch die Schulbusse. Nur wenn Schüler den Linienverkehr nutzen, müssen sie an der Bundesstraßen-Haltestelle aussteigen.

„Während der Planung der Sanierung der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße in Altes Lager“, erinnert sich Ortsvorsteher Klaus Pollmann, „und der Neuanlage der zwei zusätzlichen Querungshilfen am Friedhof und an der Tankstelle wurde von Eltern angeregt, Ampeln oder Zebrastreifen oder zumindest je eine weitere Querungshilfe an den Bushaltestellen an der Flämingstraße und am Familienzentrum vorzusehen.“ Dies sei aus von ihm bis heute nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt worden. „Ich habe diese Vorschläge unterstützt und unterstütze diese weiterhin“, sagte der Ortsvorsteher.

Hintergrund


Haltestellen werden auf Antrag des Verkehrsunternehmens vom Straßenverkehrsamt des Kreises geprüft und per Anordnung genehmigt.

Sobald ein Bus während der Fahrt das Warnblinklicht einschaltet, darf er nicht mehr überholt werden. Hält der Bus dann an der Haltestelle, darf er nur mit Schrittgeschwindigkeit passiert werden – das gilt auch für den Gegenverkehr. Dabei dürfen Fahrgäste nicht behindert oder gefährdet werden. Notfalls ist anzuhalten.

Fahrgäste haben grundsätzlich das Recht, an Haltestellen ein- und auszusteigen. Ein Verwehren des Ausstieges ist dem Busfahrer dort nicht erlaubt.

Schulanfänger üben in der „Busschule“ das Verhalten beim Ein- und Aussteigen sowie das Überqueren der Fahrbahn.

Die zuständige Behörde der Kreisverwaltung Teltow-Fläming erklärte auf MAZ-Nachfrage, dass sich das Straßenverkehrsamt die Gestaltung der Haltestelle und den Unfallhergang ansehen und die Sache danach beurteilen werde. Wann das sein wird, könne man leider noch nicht sagen.

Die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF) geht davon aus, dass die Position des Busses nicht Unfallursache war, schätzt aber die Haltestelle in Altes Lager als „besonders gefährdet“ ein. „Diese Einstufung erfolgte durch das Straßenverkehrsamt in Zusammenarbeit mit der VTF“, erklärt Geschäftsführer Volker Fleischer, „bei der Anfahrt an derartige Haltestellen und während des Ein- und Aussteigens der Fahrgäste muss der Fahrer das Warnblinklicht an seinem Bus einschalten.“

Die polizeilichen Ermittlungen zu dem Unfall sind abgeschlossen und die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Die Sicherheit an dieser Bushaltestelle war nicht Gegenstand der Untersuchungen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Von Martina Burghardt

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