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Junger Mann mit alten Fotos auf Pirsch

Ludwigsfelde Junger Mann mit alten Fotos auf Pirsch

Die vielen Reaktionen, Kommentare und eigenen Fotos zu alten Stadtansichten auf Facebook brachten den Ludwigsfelder Kommunikationsdesigner und Fotografen Michael Wendt auf eine Idee.

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Fotograf Michael Wendt ist in Ludwigsfelde auf der Pirsch nach Bildvergleichen; hier steht er mit dem Archivbild der Dampflok, die im Winter 1965/66 das Hochhaus heizte, vor dem Elfgeschosser mit heutiger Fassade

Quelle: Foto: Abromeit,

Ludwigsfelde. Alte Stadtansichten haben einen jungen Ludwigsfelder inspiriert, sein erstes Buch zu gestalten: Dem 27 Jahre alten Kommunikationsdesigner und Fotografen Michael Wendt war aufgefallen, welche große Resonanz alte Schwarzweiß-Fotos seiner Heimatstadt auf Facebook erreichen: „Manche Bilder wurden von ein paar tausend Leuten angeklickt oder sogar kommentiert. Und manche Follower (Nutzer, d.Red.) haben gleich noch eigene alte Fotos dazugestellt“, erzählt er.

Das alles brachte ihn auf die Idee, sich an genau dieselbe Stelle zu stellen, von der aus frühere Aufnahmen fotografiert wurden. Um eine Grundlage für seine Fotopirsch zu bekommen, ging er zu Ines Krause ins Stadtarchiv. Der Archiv- und Museumsleiterin gefiel die Idee, sie förderte binnen kurzem etwa 200 Motive aus dem Fundus. „Aber nicht alles eignet sich auch für diesen Vergleich“, stellte der junge Mann fest. Manchmal kann man sich heute gar nicht mehr an dieselbe Stelle begeben, weil sie bebaut ist, und manchmal versperren Bäume die Sicht auf ein Gemäuer. „Und manchmal kam es auch vor, dass ein Bild mit der heutigen Sicht einfach langweilig aussieht“, erklärt Wendt.

Auch dem abgerissenen Kino von Ludwigsfelde – hier ein Bild aus dem Stadtarchiv – begegnete Michael Wendt auf seiner Foto-Pirsch vom Bahnhof

Auch dem abgerissenen Kino von Ludwigsfelde – hier ein Bild aus dem Stadtarchiv – begegnete Michael Wendt auf seiner Foto-Pirsch vom Bahnhof nach Struveshof.

Quelle: Jutta Abromeit

Eingebaut hat er in die Reihe der A-4-großen Doppelseiten mit den Bildvergleichen vier Panoramabilder, einfach um das Grundmuster nicht zu eintönig werden zu lassen. Unterbrochen hat er es auch mit zwei, drei originellen Gestaltungsideen. So wäre der Vergleich zur ehemaligen Freibadfläche in Struveshof sehr langweilig geworden. Wendt lässt die Bilder ineinander übergehen, mit halbem Bein klettern jetzt Schwarzweiß-Kinder aus grünem Rasen.

Eine Momentaufnahme aus der Mitte der 1950er Jahre, als das Klubhaus im Ludwigsfelder dichterviertel gebaut wurde (Foto Stadtarchiv)

Eine Momentaufnahme aus der Mitte der 1950er Jahre, als das Klubhaus im Ludwigsfelder dichterviertel gebaut wurde (Foto Stadtarchiv).

Quelle: Jutta Abromeit

Für Michael Wendt war bei seinen Recherchen manche Reaktion von Alt-Ludwigsfeldern überraschend: „Es gab ganz positive Begegnungen. Und viele hatten sofort alte Geschichten zu erzählen.“ Außerdem überraschte ihn, wie grün „sein“ Ludwigsfelde ist. „Das denkt man gar nicht, weil man ja überall auf relativ viel Beton stößt. Das ist es aber auch, warum ich feststellen musste, das nicht alles schöner geworden ist.“ Nicht zuletzt merkte er bei seiner Fotopirsch, wie viel sich in relativ kurzer Zeit geändert hat und wie viel insgesamt neu entstand.

In seinem Buch werden sich 35 fotografische Vergleiche auf einem fiktiven Spaziergang vom Bahnhof zum Stadtteil Struveshof finden. Präsentieren will Michael Wendt sein Erstlingswerk am 29. November im Klubhaus bei einer Ausstellungseröffnung. Dort sollen einige Bildvergleiche in großem Format zu sehen sein. Die will er auch in Ortsteilen der Stadt zeigen. „Und vielleicht hat man auch im Rathaus Interesse an einigen Exemplaren dieses Buches“, sagt er.

Von Jutta Abromeit

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