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Teltow-Fläming Jury besuchte das Flämingdorf Hohenseefeld
Lokales Teltow-Fläming Jury besuchte das Flämingdorf Hohenseefeld
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21:55 31.05.2016
Die Grenzen in Europa sind gefallen. Die alte Landesgrenze zwischen Sachsen und Preußen verlief einst mitten durchs Dorf. Quelle: Uwe Klemens
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Hohenseefeld

Das zur Gemeinde Niederer Fläming gehörende Hohenseefeld zählt zu den Gewinnern des alle zwei Jahre ausgetragenen Europäischen Dorferneuerungspreises. Ob es auch zu den Preisträgern gehört, werden die Hohenseefelder erst Anfang September dieses Jahres erfahren, wenn diese im ungarischen Tihany verkündet werden. Vier Stunden lang machte sich am gestrigen Dienstagvormittag die angereiste, vierköpfige und international besetzte Jury ein Bild von den bereits gelungenen oder zumindest angedachten Maßnahmen, mit denen die Hohenseefelder zu einem lebenswerten Ort für Menschen aller Generationen machen wollen.

Das Wichtigste ist das Voneinander-Lernen

„Gewinner sind Sie auf jeden Fall, denn es kommt nicht darauf an, das Siegerprojekt vorgestellt zu haben, sondern auf das Voneinander-Lernen“, fasste Jury-Mitglied Karl Mayr aus Österreich am Ende des ebenso informativen wie unterhaltsamen Rundgangs zusammen. Neben zahlreichen Einwohnern hatten daran auch Vertreter des Brandenburgischen Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, sowie aus Kreis- und Gemeindeverwaltung teilgenommen. Auch Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) hatte es sich nicht nehmen lassen, die Juroren zu begleiten.

Aushängeschild und Besuchermagnet

Nach dem Begrüßungslied der Kita-Kinder mit dem Fläminglied und einer Powerpoint-Präsentation machten sich die aus Italien, Ungarn und Österreich angereisten Gäste auf den Weg. Das Restaurant Apels Alte Mühle war die erste Station und gilt für Ortsvorsteherin Sandra Klimaschewski als mehrfacher Beleg für das gute und offene Klima im Dorf. Denn das Unternehmen gehört mittlerweile zu den größten Arbeitgebern mit einer hoher Frauenquote. Auch die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft der Inhaber zählt sie zu den Beweisen für die Offenheit der Hohenseefelder. „Was gerade auf dem Lande ja nicht immer der Fall ist“, so Klimaschewski. „Zur Hochzeit vor zwei Jahren kam das ganze Dorf zum Mitfeiern“. Restaurant und der dazugehörige Fleischereibetrieb zählen heute zu den Aushängeschildern des Ortes. Auch die Rettung und der Umbau des Gasthauses und des benachbarten Mühlengebäudes, dessen Biergarten heute eine Wohlfühloase ist und ein Magnet für Gäste aus Nah und Fern ist, rechnen die Hohenseefelder den Betreibern hoch an. Auch ein Abstecher zum ältesten Unternehmen, der seit 112 Jahren existierenden Bäckerei Frese, stand, samt Probierhäppchen, auf dem Programm.

Wahren Feuereifer bewiesen die Mitglieder der Kinder- und Jugendwehr, die bei einem simulierten Fahrradunfall ihr Können als Erstretter unter Beweis stellten. Auf die Arbeit der Wehr und insbesondere der Jugendwehr als Teil der Jugendarbeit ist man im Ort ganz besonders stolz. Als besonders gelungene Beispiele für den Erhalt traditioneller Bauernhöfe gelten der Broosenhof der Familie Hertel und der von Manfred Ziehe, die die Gäste zu einem Rundgang einluden. Der historische Oberlaubenstall des Broosenhofes wurde mühevoll saniert. „Was dabei selbst Maschinen nicht geschafft haben, ist unseren Männern gelungen“ prahlte Doris Hertel über die Manpower der Hohenseefelder. Details zum Gebrauch der Flämingtracht und kleinere Anekdoten hatte sie ebenso parat, wie frischgebackene Klemmkuchen. Ihr forsches Fazit „Mein Mann geht in Schwarz, weil ich immer so ein loses Mundwerk habe“, sorgte für Heiterkeit.

Spagat zwischen Tradition und Moderne

Von ihrem Spagat zwischen traditioneller und moderner Landwirtschaft berichtete berichtet Angela Thier, die mit ihrem Mann einen großen Agrarbetrieb am Laufen hält. Ihr zur Seite stand der gerade mal 13-jährige Leroy Klimaschewski, der ein großes Herz für Tiere hat und regelmäßig auf dem Hof zu Besuch ist.

Auch die Mitglieder der Schützenbruderschaft und des Männertagsvereins stellten sich den Gästen vor und plauderten dabei über ihre Erlebnisse und Unternehmungen.

Die alte Turnhalle, die die Hohenseefelder gerne zum Kulturzentrum mit Angeboten für Jung und Alt um- und ausbauen möchten, war die letzte Station. An die komplizierte Schrittfolge der Annemariepolka, die sie hier absolvieren durften, werden sie sicher noch lange zurückdenken.

„Eine gelungene Präsentation“ fassten die Juroren am Ende zusammen. Nachbesserungsbedarf sehen sie bei Angeboten für Jugendliche ab 15 Jahren und bei Wohnraum für junge Familien.

Von Uwe Klemens

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